Tuesday, 31. May 2016
11.01.2014
 
 

Wenn Sie fest mit einem »Wirtschaftskollaps« rechnen, betrachten Sie einfach nur die Lage in Europa

Michael Snyder

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die sorgenvoll auf den Beginn des »Wirtschaftszusammenbruchs« warten, betrachten Sie nur einmal die Lage in Europa. Der gesamte Kontinent steckt schon jetzt in einem riesigen wirtschaftlichen Schlamassel. Die Arbeitslosenzahlen und die Ausbreitung der Armut erreichen Rekordhöhen. Der Berg nicht bedienbarer Kredite ist gigantisch und überall stößt man auf rote Zahlen.

In den letzten Jahren richtete sich die Aufmerksamkeit vor allem auf die wirtschaftlichen Überlebenskämpfe in Griechenland, Spanien und Portugal, und zweifelsohne wird sich die Situation in diesen Ländern auch 2014 weiter verschärfen. Aber in diesem und dem kommenden

Jahr werden Italien und Frankreich in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Frankreich ist die fünftgrößte Volkswirtschaft weltweit, und Italien folgt auf Rang neun dieser Skala.

 

Es ist damit zu rechnen, dass beide Länder bis zum Ende dieses Jahres, das gerade erst begonnen hat, oft in den Schlagzeilen zu finden sein werden. Ich bin seit Langem der Auffassung, dass die nächste Welle der wirtschaftlichen Zusammenbruchskrise ihren Anfang in Europa nehmen wird. Und genau das geschieht derzeit. Im Folgenden ein paar statistische Anhaltspunkte, an denen sich ablesen lässt, dass bereits jetzt ein »Wirtschaftszusammenbruch« in Europa seinen Anfang nimmt:

  • Die allgemeine Arbeitslosenquote in Europa verharrt auf einem Allzeitrekordwert von 12,1 Prozent.

  • In Italien kletterte die Arbeitslosenquote auf einen neuen Allzeithöchstwert von 12,7 Prozent. Und die Jugendarbeitslosigkeit stieg in dem Land von Oktober bis November 2013 um 0,2 Prozent auf 41,6 Prozent.

  • Zugleich breitet sich die Armut in der Bevölkerung immer weiter aus und erreicht den höchsten Stand seit Beginn der neuesten Datensätze 1997. Als arm gilt man, wenn ein Zweipersonenhaushalt 991 Euro oder weniger monatlich einnimmt. Gegenwärtig sind 12,7 Prozent der Familien betroffen.

  • Viele Analysten rechnen mit massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten in diesem Jahr. Der italienische Präsident Giorgio Napolitano warnte öffentlich für 2014 vor »weitverbreiteten sozialen Spannungen und Unzufriedenheit« in seinem Land.

  • Die Citigroup geht davon aus, dass die Staatsschuldenquote (d.i. das Verhältnis von Staatsverschuldung und Bruttoinlandsprodukt) bis zum Jahr 2015 140 Prozent übersteigen wird.

  • Für Griechenland erwartet die Citigroup, dass die Schuldenquote bis 2016 auf mehr als 200 Prozent ansteigen wird. Zudem soll die Arbeitslosenquote des Landes von jetzt 27,8 Prozent auf 32 Prozent im Jahr 2015 ansteigen.

  • Die Arbeitslosenquote in Spanien verharrt derzeit auf einem Allzeithöchstwert von 26,7 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien überragt mit 57,7 Prozent derzeit sogar den gleichen Wert Griechenlands.

  • Der Anteil nicht bedienbarer Kredite hat in Spanien seit acht Monaten stetig zugenommen und erreichte vor Kurzem ein neues Allzeithoch von 13 Prozent.

  • Die Zahl neuer Hypothekenverträge in Spanien ist seit dem Höhepunkt des Immobilienbooms um 90 Prozent zurückgegangen.

  • In Frankreich ist die Arbeitslosenquote nunmehr seit neun Monaten ununterbrochen gestiegen und erreichte vor Kurzem mit 11,03 Prozent ein neues 16-Jahres-Hoch.

  • Die Zahl der Autoverkäufe in Europa ging mit 7,84 Millionen Verkäufen im Zeitraum Januar bis August 2013 auf das niedrigste Niveau seit den 1990er Jahren zurück.

  • Die Deutsche Bank, nach ihrer Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl die größte Bank Deutschlands, ist die europäische Bank mit dem höchsten Verhältnis von Risiko- zu Eigenkapital (60 : 1) und ist an risikoreichen Derivatgeschäften mit einem Umfang von annähernd 70 Billionen Dollar beteiligt.

Europa erlebt derzeit einen realen wirtschaftlichen Albtraum, und die Lage wird sich noch weiter verschlimmern. Die immense Verzweiflung, die arbeitslose Arbeitnehmer in allen Teilen Europas erfasst, kann man kaum in Worte fassen. Es stürzt in tiefe Depressionen, wenn man den Lebensunterhalt der Familie nicht mehr sichern kann und trotz vieler Anstrengungen keinen neuen Arbeitsplatz findet.

 

Die folgende Anekdote, die auf der Internetseite NPR veröffentlicht wurde, erlaubt einen kleinen Einblick in das Ausmaß der Verzweiflung in Spanien:

»Fällt es Ihnen schwer, zu erfassen, was das Problem der niederschmetternden Arbeitslosigkeit im Süden Europas wirklich für die Menschen bedeutet?

Betrachten Sie einfach einmal die Situation in einem IKEA-Möbelhaus an der spanischen Mittelmeerküste. Es war geplant, im kommenden Sommer ein neues Großkaufhaus in der Nähe der Stadt Valencia zu eröffnen. Am Montag schrieb IKEA daher 400 Arbeitsplätze für das neue Möbelhaus aus. Aber das Unternehmen hatte nicht damit gerechnet, was dann geschah.

Innerhalb von 48 Stunden bewarben sich mehr als 20 000 Menschen per Internet für diese Arbeitsplätze. Der Ansturm war so groß, dass die Server des Unternehmens in Spanien zusammenbrachen.«

Auf die Möglichkeit derartiger Entwicklungen hatte ich bereits zuvor anhand eines anderen Beispiels hingewiesen. Auch in den USA erleben wir gegenwärtig eine Zunahme dieses massiven Konkurrenzkampfes um niedrigbezahlte Arbeitsplätze.

 

Da sich die weltwirtschaftliche Krisensituation weiter zuspitzen wird, dürfte sich die Lage für die Menschen am unteren Ende der wirtschaftlichen Nahrungskette unvermeidlich noch weiter verschlechtern. Armut wird sich weiter ausbreiten, und zwar auch in Regionen und gesellschaftlichen Bereichen, in denen man das nicht für möglich gehalten hätte. Einem Artikel zufolge nimmt auch in Deutschland die Armut stetig weiter zu, obwohl Deutschland als stärkste Volkswirtschaft in der Euro-Zone gilt:

»Wenige Tage vor Weihnachten veröffentlichte der Paritätische Wohlfahrtsverband seinen neuesten Bericht zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland mit dem Titel »Zwischen Wohlstand und Verarmung – Deutschland vor der Zerreißprobe«. Dort wird die Propagandabehauptung widerlegt, Deutschland sei von der Finanz- und Wirtschaftskrise nur beiläufig getroffen worden und weiterhin ein ›Hort des Wohlstandes‹ in Europa.

Dem Bericht zufolge hat die Armutsquote in Deutschland ein ›neuerliches, trauriges Rekordhoch‹ erreicht. In zahlreichen Städten und Regionen hat sich die wirtschaftliche und soziale Krise weiter verschärft. ›Die sozialen und regionalen Fliehkräfte, gemessen an der Einkommensspreizung, nehmen seit 2006 in Deutschland dramatisch zu. Deutschland steht vor der Zerreißprobe‹, heißt es dort.«

Natürlich nimmt auch auf der anderen Seite des Atlantiks die Armut explosionsartig zu. In den USA liegt die Armutsquote seit drei Jahren in Folge bei 15 Prozent oder darüber. Eine solche Entwicklung hatte es seit den 1960er Jahren nicht mehr gegeben.

Aber dies ist erst der Anfang. Die extreme Rücksichtslosigkeit europäischer Banken (wie der Deutschen Bank) und amerikanischer Finanzinstitute wie JPMorgan, Citibank und Goldman Sachs werden letztendlich zum Ausbruch einer Finanzkrise führen, die weitaus schlimmer als das ausfallen wird, was wir 2008 erlebt haben.

 

Wenn diese Katastrophe zuschlägt, wird die Kreditvergabe schlagartig einfrieren und die wirtschaftlichen Aktivitäten werden zum Stillstand kommen. Arbeitslosigkeit, Armut und alle anderen Wirtschaftsprobleme werden sich dann noch einmal massiv verschärfen.

 

Die heutige Lage ist zwar schon schlecht, aber das ist noch nichts verglichen mit dem, was dann auf uns zukommt. Ich hoffe, Sie bereiten sich auf diese kommenden Stürme vor, solange Sie es noch können.

 

 

 

 


 

 

 

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