Nigel Farage: Jetzt hilft nur noch die Flucht aus dem Euro-Gefängnis!
Mike Shedlock
Wenn es um den Humor von Politikern (im positiven Sinne) geht, steht Nigel Farage ganz oben auf der Liste.
Schon sein erster Satz ließ mich laut auflachen.
Nigel Farage: Jetzt hilft nur noch die Flucht aus dem Euro-Gefängnis
Es folgt ein Auszug aus dem Interview des Fernsehsenders Russia Today mit dem Europa-Abgeordneten und EU-Kritiker Nigel Farage, das Sie über diesen Link in voller Länge in englischer Sprache sehen können.
Großbritannien hat striktere Kontrollen abgelehnt und überlässt es damit den Euro-Ländern, die Dinge unter sich zu regeln. Damit wird Großbritannien weiter an den Rand gedrängt.
Farage: Das wollen wir doch hoffen… Cameron hatte einige kleinere Konzessionen gefordert und von Sarkozy eine rüde Abfuhr erhalten. Eigentlich sollte ich wohl David Cameron loben und sagen, es sei wunderbar, dass der britische Premierminister endlich einmal aufgestanden ist und etwas gesagt hat… Aber wir sind immer noch Mitglied der Europäischen Union, wir sind immer noch an ihre Gesetze gebunden, und jetzt ist absolut klar geworden, dass wir künftig keinerlei Einfluss mehr haben werden. Und tatsächlich höre ich von Journalisten aus ganz Europa, dass Großbritannien nun verachtet und verschmäht werde. Meiner Ansicht nach ist jetzt damit zu rechnen, dass in Großbritannien nun eine große und intensive Diskussion darüber beginnen wird, ob wir überhaupt noch weiter Mitglied dieser Europäischen Union bleiben sollten.
Wenn diese Länder [diese Entwicklung] weiter vorantreiben, sind die 17 Euro-Länder in der Lage, diese Krise selbst zu lösen?
Farage: Das Wort »Lösung« deutet an, dass es eine leichte Lösung gibt. Die gibt es nicht. Der Euro ist eine Fehlkonstruktion. Länder wie Griechenland und Portugal hätten sich von vornherein niemals der Eurozone anschließen sollen.
Könnte dies Ihrer Ansicht nach zur Spaltung der Europäischen Union führen?
Farage: Was wir heute Morgen erlebt haben, war meiner Ansicht nach die größte Spaltung in der EU seit 50 Jahren. Das Vereinigte Königreich ist seit 1973 Mitglied, und wir sind eine starke Volkswirtschaft, wir sind ein wichtiges Land, und ob sich David Cameron dessen bewusst war oder nicht, seine Entscheidung in der vergangenen Nacht ist der erste Schritt in Richtung Austritt.
Wird es diesen Ländern leichtfallen, ihre Bevölkerung davon zu überzeugen, dass jetzt striktere Kontrollen eingeführt werden müssen? Was denken die Menschen über all das?
Farage: Wenn wir dieses Bündel an Maßnahmen zur Euro-Rettung den Wählern in Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien zur Abstimmung vorlegten, bin ich sicher, dass sie es alle ablehnen würden… Die Wähler haben den Eindruck, dass sie alle in eine wirtschaftliche Zwangsjacke eingezwängt wurden, die »der Euro« genannt wird. Sie haben demokratische Rechte und Mitwirkungsmöglichkeiten verloren. Ich fürchte, dass sich die Art zivilen Ungehorsams und gesellschaftlichen Durcheinanders, das man bereits auf den Straßen in Griechenland beobachten konnte, massiv ausbreiten und verstärken wird… Wenn man in einer schlechten Ehe gefangen ist, sollte man diese Ehe am besten beenden. Ich sehe für die griechische Wirtschaft keine Hoffnung, weil sie in diese wirtschaftliche Zwangsjacke des Euro-Systems gesteckt wurde.
Farage hat absolut Recht. Wenn Großbritannien an den Rand der EU gedrängt wird (und das ist der Fall) sollte es Cameron begrüßen, beiseitegeschoben zu werden und es Merkozy überlassen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen.
Cameron sollte deshalb einen Volksentscheid zum Verbleib in der Europäischen Union durchführen und so Sarkozy den Ball hart zurückspielen.
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