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In der Tat bedienen sich unsere Spitzenpolitiker gern der tief verwurzelten Kriegsangst der Deutschen. Von Schäuble über Merkel und Verheugen – wenn keine Rechtfertigung mehr zu finden ist für ihr zerstörerischen Treiben, wird der Joker aus der Tasche gezogen: »Scheitert der Euro, so scheitert Europa.« Und was dann kommt, wissen wir ja: Krieg.
Zwar jagt den Deutschen der Gedanke an Krieg, an Bilder der zerbombten Städte und an Häufen verkohlter Leichen in den Straßen zu Recht eine abgrundtiefe Angst ein, im Rest Europas ist es aber umgekehrt die Angst vor den Deutschen – und dass diese »wieder zur Gefahr« werden könnten.
Während also die Menschen in Europa vor lauter Angst, die »anderen« könnten wieder Krieg anfangen, stillhalten, wursteln unsere Eliten ohne Sachkenntnis und immer verzweifelter herum, um ihr politisches Ideologieprogramm doch noch durchzuziehen. Die schreckliche Konsequenz könnte sein, dass gerade durch diesen bornierten Dilettantismus das Leid, das den ausblutenden Völkern angetan wird, in Hass und Aggression gegeneinander umschlägt.
Gunnar Heinsohn, der Wanderer zwischen den Fronten, sieht dafür keine Gefahr. Krieg kann es nicht mehr geben, so seine wenig tröstlich Diagnose, dafür sind wir alle zu alt und haben zu wenige Söhne. Europa sei einfach kriegsunfähig.
Die überalternde Gesellschaft des Westens sieht er als Produkt langer, historischer Entwicklungen.
Nachdem die Alte Welt bis ins Mittelalter hinein aufgrund gut entwickelter Methoden zur Geburtenkontrolle stabile Bevölkerungszahlen aufwies, brach die Bevölkerungsentwicklung mit Ausbruch der Pestwellen dramatisch ein. Eine schnelle Erholung der Anzahl an Menschen war so nicht gewährleistet, und so gerieten die weisen Frauen, die im Volk für medizinische Hilfe, gesunde Schwangerschaften und Verhütung sorgten, ins Visier der Machtelite. Sie wurden als Hexen verfolgt und ausgerottet, Verhütung wurde ein todeswürdiges Verbrechen. Damit wurde der Anfang zur Bevölkerungsexplosion in Europa gelegt.
Der daraus entstehende Bevölkerungsüberschuss, insbesondere der der jungen Männer, wurde in kriegerischen Auseinandersetzungen und Eroberungen sowie zur Besiedelung im Rest der Welt verschlissen. Die zweiten bis vierten Söhne hatten kaum andere Möglichkeiten, eine Existenz aufzubauen – ihre Leben waren Spielball für die Interessen der Mächtigen oder schnell zu Ende, wenn sie deren Interessen entgegenstanden.
Die Europäer waren dank des rigiden kirchlichen Verbotes der Geburtenkontrolle in der gleichen Situation, wie es heute die arabischen Staaten sind, in denen der strenge Islam die gleiche Rolle übernommen hat. Armeen junger, frustrierter Männer veranstalten Revolutionen, heilige Kriege oder strömen aus in den Rest der Welt. Haben Sie sich einmal genauer die Bilder der Flüchtlingslager – zum Beispiel auf Lampedusa – angeschaut? Es sind fast ausnahmslos junge Männer.
Dabei müssten es doch eigentlich die Schwächsten der Gesellschaft, die Frauen und Kinder, sein, die aus den Elends- und Unruhegebieten fliehen.
Wir sehen aus der arabischen Welt genau das über uns kommen, was aus unseren Ländern in der Zeit der Bevölkerungsüberschüsse in die Welt hinausgezogen ist. Der Unterschied ist nur, dass es nicht mehr genügend unbesiedelte Regionen gibt, die man friedlich kolonisieren könnte. Die mittellosen, frustrierten Söhne Arabiens verfügen im Gegensatz zu den damals gut organisierten und ausgestatteten Eroberern weder über bewaffneten Flotten noch über Konzepte der Besetzung oder der nötigen Organisation und Disziplin, um wehrlose Ureinwohner militärisch zu unterwerfen und auszurotten.
Dafür besitzen sie aber die Waffe der »Political Correctness«, die die Europäer lähmt wie ein Gift – und die Zeit. Die europäischen Völker schaffen sich via Geburtendefizit selbst ab. Europa wird – sollte es so weiter gehen – in zwei Generationen ziemlich leer werden.
Heinsohn könnte mit seiner Analyse durchaus Recht haben. Kein Volk in Westeuropa hätte die Kraft und den Willen, seine wenigen Söhne und Töchter in einen Krieg zu schicken. An dem einzigen Sohn, der einzigen Tochter hängen zu viele Erwartungen, zu viele Verpflichtungen, die ganze Zukunft. Die Beispiele der in Afghanistan fallenden Soldaten und der verunglückten Soldatin auf der Gorch Fock illustrieren das.
In der Tat bestätigen die Verläufe der letzten Kriege der USA diese These. Die Weltmacht Nummer eins kann nicht mehr mit endlosen Ressourcen an »Menschenmaterial« überall ihre Interessen durchsetzen. Das Defizit an Soldaten versucht man, mit Technologie wettzumachen, die Effizienz der Waffen zu erhöhen. Jeder US-Soldat ein »Six-billion-Dollar-Man«. Das sagt schon alles über den Stellenwert der »einzigen Söhne« in kriegerischen Auseinandersetzungen.
Darum, so meint Heinsohn, könne man auch getrost den Euro abschaffen und den einzelnen Ländern ihre Währung wiedergeben. Sein Szenario, was nach einem Zusammenbruch der europäischen Finanzsysteme geschehen könnte, ist allerdings schon originell. Der freie Warenverkehr würde doch erhalten bleiben, meint er, auch grenzüberschreitende Unternehmensgründungen und visafreier Reiseverkehr. Die Einbürgerungen von dringend benötigten Fachkräften aus aller Welt im großen Stil begrüßt er, da die Europäer selbst ja langsam aussterben.
Die politische Landkarte würde sich seiner Erwartung nach weg von den existierenden Nationalstaaten zu neuen staatlichen Gebilden entwickeln, wie einer Alpenföderation, eine nordeuropäische Parlamentsmonarchie. Eine Art Restdeutschland könnte Bindungen an Wallonien und Frankreich knüpfen und eine Art Charle-Magne-Verbund bilden. Dabei würden die wenigen verbliebenen Jungen aus Ländern wie dem Baltikum, wo die Geburtenzahlen besonders drastisch einbrechen, besonders stark in die neuen staatlichen Gebilde einwandern. In ihrer Heimat werde sich dann entsprechend die vollkommene Trostlosigkeit breitmachen. Die Alten bleiben zurück. Sie altern einfach in einem verlassenen Land dem Ende entgegen. Da die neuen Länder die Jugend abgeworben haben, wären sie im Gegenzug zur Alimentierung der verlassenen Alten verpflichtet.
Na, Prost.
Gleichzeitig müssten alle diese Gebilde aber die Zuwanderung und Subventionierung von Massen
an unproduktiven Almosenenpfängern mit einem vielschichtigen Bündel an Maßnahmen verhindern. Zuwanderer sind willkommen, wenn sie einen Beitrag und Nutzen für die Allgemeinheit darstellen. Gute Bildung und deutlich restriktivere Zuteilung von Sozialleistungen sind hier bei Heinsohn Schlüsselbegriffe und Allheilmittel. Heinsohn geht dabei unbegreiflicherweise aber frohgemut davon aus, dass ausschließlich gut ausgebildete, leistungswillige, gut erzogene und integrationswillige Zuwanderer kommen werden – was seiner eigenen These vom »Youth bulge« und dem Zwang zur Auswanderung in den arabischen Ländern widerspricht.
Das ruft natürlich reflexartig als jene als wütende Kritiker auf den Plan, die in diesem »utilitaristischen Menschenbild« eine verdammungswürdige Absage an die Gleichheit aller Menschen und eine Infragestellung der unantastbaren Menschenwürde sehen. Das ist sogar richtig. Tatsächlich betrachtet Heinsohn die Menschen in erster Linie nach ihrem Nutzwert für die Gesellschaft.
Leider aber übersehen die Menschenfreunde, dass diese schönen und erstrebenswerten Ziele bedingungsloser Menschenfreundlichkeit nur in Gesellschaften funktionieren, in denen alle Mitglieder diese Werte teilen, respektieren und befolgen. Dem ist aber nicht so.
Der Teil der Menschen, der ausgenutzt und niedergehalten wird, wird sich irgendwann zur Wehr setzen. Je länger der Protest unterdrückt wird, umso heftiger.
Im Gegensatz zu der voreingenommenen Sichtweise der »Gutmenschen« sind die Benachteiligten und Unterprivilegierten aber mittlerweile nicht mehr eindeutig die Zuwanderer. Die Völker Europas müssen immer größere Anteile von eingewanderten – oft illegalen – Sozialleistungsempfängern alimentieren, die ihrerseits zu einem großen Teil nicht bereit sind, sich zu integrieren, geschweige denn, Leistungen für die Allgemeinheit zu erbringen.
Die deutsche Bevölkerung leistet ein Maß an Frondienst und Abgaben, mit denen etwa 40 Prozent unserer Zuwanderer subventioniert werden. Genau aus diesem Bevölkerungsteil rekrutieren sich
aber dieselben Jungendlichen, die die deutschen arbeitenden Bürger in den U-Bahnen ins Koma oder tot prügeln, welche mit ihren Steuern und Abgaben ihre eigenen Mörder pampern. Und darüber hinaus noch alle jene bezahlen, die sich in der Justiz und anderen Institutionen mit den schrecklichen Folgen der Taten beschäftigen. Gesetze gelten eben nicht für und wider jedermann gleich. Das aber ist eine unabdingbare Grundlage für das schöne, egalitäre Menschenbild.
Das möchte Gunnar Heinsohn genauso wenig wie seine gutmenschlichen Kritiker zur Kenntnis nehmen.
Der Krieg ist nämlich bereits hier. Die krassen Ungerechtigkeiten in den Gesellschaften sind die Fronten. Die Folgen der rücksichtslos ideologischen Misswirtschaft Brüssels und die selbst auferlegte unterwürfige Gutmenschenattitüde auch gegenüber unverhohlen feindlich gesinnten Einwanderern schnüren den europäischen Völkern den Lebenssaft und -willen ab. Die Sparpakete in den schwachen EU-Ländern erwürgen dort die Menschen, in den (ehemals) reicheren Ländern sind es die immensen Abgaben und in allen gemeinsam die systematische Unterdrückung jeglicher freier Selbstverantwortung, freier Meinungsäußerung und Bürgerrechte.
Die ersten Länder fangen schon damit an, gewalttätige, kriminelle und der Allgemeinheit zur Last fallende Zuwanderer deutlich härter anzufassen. Bezeichnenderweise sind es die Länder, die bisher immer an vorderster Front der Political Correctness standen. Hier haben erwartungsgemäß die Auswüchse am schnellsten und heftigsten Überhand genommen und werden von der eingeborenen Bevölkerung langsam nicht mehr hingenommen. Großbritannien, die Niederlande, Frankreich und Dänemark leiten nun als Erste den Gegenkurs ein.
Hier liegt eine große Gefahr für die Sicherheit und den Frieden in Europa, zu deren vernünftigen und unblutigen Bewältigung es keine überzeugenden Konzepte gibt.
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Quelle:
– http://www.cicero.de/97.php?item=5784
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