Europäischer Eier-Krieg: Ein Käfig voller Narren
Niki Vogt
Eine EU-Richtlinie zum Tierschutz wird von vielen EU-Bürgern begrüßt. Das hilft den Tieren nicht, denn Unternehmen ignorieren die Richtlinie.

Von 2012 an wird in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten die Käfighaltung von Legehennen ohne Ausnahmen generell verboten. In Deutschland gilt das Verbot für Legebatterien schon seit 2007. Billige Eier aus Legebatterien kommen aber immer noch aus dem innereuropäischen Ausland in die deutschen Geschäfte. Daran wird sich – trotz des Verbots – nichts ändern. Denn acht EU-Länder
(unter ihnen Belgien, Portugal und Polen) haben mitgeteilt, dass sie die großen Betriebe mit den Legebatterien nicht umbauen und die für alle Europäer geltenden Tierschutzvorschriften schlicht ignorieren werden. Verheerend: Nach derzeitigem Stand werden nur 13 EU-Staaten die Anforderungen der Richtlinie erfüllen. Denn Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Malta, Spanien und Ungarn haben der EU überhaupt nicht geantwortet. Deutsche und britische Geflügelbauern haben alle EU-Vorschriften für die Legehennen umgesetzt und Milliarden in ihre Betriebe investiert: pro Henne etwa 28 Euro.
Viele von ihnen werden ihre Betriebe im nächsten Jahr wohl schließen müssen. Denn diejenigen Staaten, die sich um die EU-Richtlinie nicht kümmern, haben Wege gefunden, die Eier so in den Handel zu bringen, dass kein Käufer etwas davon bemerkt. In Ländern wie Deutschland und Österreich wird es künftig mehr statt weniger Eier aus Käfighaltung geben. Und niemand wird das verhindern. Lesen Sie die unglaublichen Tricks der Branche und wie Eier aus Käfighaltung in deutsche Regale geschmuggelt werden.
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