Rückkehr der Blockwarte: Sind Kinder massenhaft Verbrecher?
Niki Vogt
In Großbritannien hat die letzte sozialdemokratische Regierung politisch nicht korrekte Äußerungen von Kindern systematisch erfassen lassen. Die Denunziation begann schon im Kindergarten. Dreißigtausend Schüler und Kleinkinder wurden seither bei der britischen Gedankenüberwachungsbehörde registriert. So sollten politisch nicht korrekte junge Menschen frühzeitig aussortiert werden. Und wenn deren von der sozialdemokratischen Regierung gewünschte Umerziehung scheiterte, dann war geplant, sie in ihrem ganzen Leben am Fortkommen zu behindern und beispielsweise Arbeitgebern ihre Akten mit den denunzierenden Einträgen zu geben. Schließlich hatten sie sich als Kinder irgendwann einmal politisch nicht korrekt geäußert.
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Die sozialdemokratischen britischen Premierminister Tony Blair und Gordon Brown haben (beginnend im Jahr 2000 unter Blair) nach einem Weg gesucht, um Menschen, die nicht ihrer politischen Auffassung sind, möglichst frühzeitig identifizieren und im weiteren beruflichen Fortkommen behindern zu können. Die Briten sind nun entsetzt, nachdem das ganze Ausmaß der
an Blockwarte erinnernden Aktivitäten unter der neuen konservativen Nachfolgeregierung bekannt geworden ist: So wurden allein im Jahr 2010 zehntausend Grundschüler als »Rassisten« oder »Schwulenfeinde« in das staatliche britische Melderegister für politische Inkorrektheiten eingetragen. Es reichte ein unbedachtes Wort – und die Kinder wurden als mutmaßliche »Verbrecher« in die Kartei aufgenommen. Alle Schulen und Kindergärten sind offiziell noch immer gesetzlich dazu verpflichtet, die verbalen Entgleisungen der Kinder an die Behörden zu melden. Da wird dann für jeden der kleinen »Verbrecher« eine Akte angelegt. Nun wurde das alles öffentlich bekannt. Die Briten sind entsetzt und beraten darüber, was mit den Akten der Kinder geschehen soll.
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