So zerstört die EU deutsche Arbeitsplätze – die verschwiegenen Folgen der EU-Osterweiterung
Niki Vogt
Die EU-Osterweiterung sollte auch den Deutschen Vorteile bringen. Doch nicht nur im sächsischen Meißen verlieren die Mitarbeiter florierender deutscher Unternehmen nun überraschenderweise ihre Arbeitsplätze. Die Deutschen sind ohnehin schon die Zahlmeister der EU. Und sie sind auch auf anderen Gebieten in der EU die Dummen.

Der Schweizer Heizkörperhersteller Arbonia will sein Werk in Riesa schließen. Niemand behauptet, dass die 150 Arbeitsplätze, die dadurch verloren gehen, den Niedergang der deutschen Wirtschaft besiegeln würden. Es sind nur 150 weitere bedauernswerte Schicksale, wie es bereits Millionen von ihnen gibt. Pikant ist vielmehr, dass sich eben auch in Riesa die verheerenden Folgen der EU-Osterweiterung und die Rolle Deutschlands als Zahlmichel der EU in einem tödlichen Gemisch offenbaren.
Riesa liegt an der Elbe im sächsischen Landkreis Meißen. Es ist ein mittelgroßes Städtchen mit etwa 35.000 Einwohnern. Hier hat der Heizkörperhersteller AFG Arbonia-Forster-Holding AG seit
1991 ein Werk für einmal 500 Angestellte mitten in der Stadt aufgebaut. Es ist nicht so, dass das Werk aus wirtschaftlichen Gründen schließen müsste oder weil die globale Klimaerwärmung Heizkörper überflüssig macht. Die Geschäfte laufen vielmehr richtig gut. Dennoch ist die Belegschaft inzwischen auf 200 Mitarbeiter geschrumpft. Aber man könnte noch mehr Gewinn machen – und das auf Kosten der deutschen Steuerzahler. Deshalb werden noch weitere 150 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Hinzu kommen noch ein paar Angestellte der Betriebskantine, die sich für die wenigen verbleibenden Vertriebsangestellten nicht mehr lohnt.
Anfang Oktober sickerte das Gerücht durch, das Werk könne im Sommer 2011 vielleicht dichtmachen. Kurz darauf erfuhr die CDU-Bürgermeisterin des Städtchens, Gerti Töpfer, dass es bereits offiziell sei: Arbonia stellt seine Produktion in Riesa zum 30. Juni 2011 ein. Von den 200 Angestellten werden 150 einfach arbeitslos. Nur ein kleiner Stamm von 50 Vertriebsmitarbeitern für Deutschland soll weiter beschäftigt werden. Die Produktion und Logistik soll ins Schwesterwerk nach Stríbro in Tschechien umziehen. Dort sind die Löhne noch billiger als in Riesa. Und das Unternehmen Arbonia kann den Gewinn mit dem Umzug beträchtlich steigern …
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