
Begriffe wie »Depression«, »Zusammenbruch« und »Apokalypse« werden normalerweise von Menschen in hohen Machtpositionen nicht gerne in den Mund genommen, aber diese und ähnlich gelagerte Begriffe waren in dieser Woche überall zu hören, als sich in den Schlagzeilen zur sich immer mehr zuspitzende Eurokrise die Auffassung widerspiegelte, dass man die Griechen praktisch aufgegeben hatte.
- Am späten Abend warnte der Präsident der EU-Kommission und »Lichtgestalt« der Bilderberger José Manual Baroso, ein Auseinanderbrechen der Eurozone werde eine europaweite »Depression« auslösen, das gesamte Bruttoinlandsprodukt Europas um die Hälfte schrumpfen lassen und allein in Deutschland Millionen Arbeitsplätze vernichten.
- Das britische Finanzministerium und die Bank von England sind dabei, Notfallpläne für ein »wirtschaftliches Armageddon« für den Fall eines Zusammenbruchs der Eurozone zu erarbeiten. Wirtschaftsminister Vince Gable erklärte, England bereite sich auch »alle Eventualitäten« vor, dazu gehöre auch der Zerfall der Eurozone.
- Frankreich und Deutschland versuchen in Geheimverhandlungen, den Schaden zu begrenzen und spielen mit dem Gedanken, als allerletztes Mittel zur Rettung des Europäischen Projektes eine völlig neue Eurozone aufzubauen, in der die Problemländer dann allerdings keinen Platz mehr hätten.
Ob es sich bei dieser Untergangsrhetorik um einen Trick handelt, mit dem als Teil des Plans, einen europäischen Bundes-Superstaat durchzusetzen, versucht wird, nimmer mehr Macht in den Händen der EU zu konzentrieren, lässt sich derzeit nicht beantworten. Die Tatsache, dass der Euro in den
vergangenen 48 Stunden an Wert gewonnen hat, deutet allerdings eher daraufhin, dass ein Kollaps keineswegs unmittelbar bevorsteht.
Es ist bekannt, dass daran gearbeitet wird, eine zentralisierte europäische Wirtschaftsregierung zu bilden, die ihre Entscheidungen allen Mitgliedsstaaten aufzwingen könnte. Ob dies nun die Formeiner verkleinerten Eurozone annimmt, oder aber sich daraus ergibt, dass Brüssel die derzeitige Krise dazu ausnutzt, sich als »Retter« aufzuspielen, spielt eigentlich keine große Rolle - das Ziel ist dasselbe.
Die Eurokraten sind sehr bemüht, die Schuldenkrise als Vorwand zu nehmen, die »Vereinigten Staaten von Europa« nun endlich Gestalt annehmen zu lassen. An ihrer Spitze soll der Präsident des Europarates Herman van Rompuy stehen, wobei dieser Schritt erschreckend den Plänen führender Nazis gleicht, von denen viele eifrig an der Gründung der EU beteiligt waren, und die immer auf eine europaweite Wirtschaftsregierung hinarbeiteten.
Seit Monaten schon betreiben führen europäische Politiker Panikmache vor den Folgen, die eintreten würden, sollten Mitgliedsstaaten die Einheitswährungszone verlassen. Ein Zusammenbruch der Eurozone zöge unausweichlich den Ausnahmezustand und sogar Bürgerkrieg nach sich, heißt es immer wieder. Ihre »Lösung« besteht darin, [seitens der Mitgliedsstaaten] immer mehr Souveränität und Machtbefugnisse an Brüssel abzugeben, um eine gemeinsame Wirtschaftspolitik durchzusetzen, der alle Mitgliedsstaaten gezwungenermaßen unter Aufgabe ihrer nationalen Souveränität folgen müssten – praktisch eine zentrale Finanz- und Wirtschaftsregierung für ganz Europa.
Wie auch immer die Krise ausgeht, steht fest, dass die Einführung des Euro ein schrecklicher Fehler war. Währungsunionen sind nur so stark wie ihr schwächstes Mitglied. Diese Wahrheit macht jede Diskussion um eine globale Einheitswährung, die verschiedentlich von Globalisten ins Gespräch gebracht wurde, sinnlos und absurd.
Bereits im Juni hatte der Harvard-Professor [und frühere IWF-Chefökonom und Bilderberger] Kenneth Rogoff in der Financial Times geschrieben, ein Zusammenbruch des Euro mache alle Visionen und Bestrebungen in Richtung supranationaler Währungen wie etwa des Amero [Kanada, USA und Mexiko] zunichte. »Das Euro-Experiment hat uns in Bezug auf das gesamte internationale Währungssystem an einen Scheideweg geführt«, meinte er, »Werden unsere Enkel in einer Welt mit eine Vielzahl nationaler Währungen oder mit einer verschwindend kleinen Zahl supranationaler [Gemeinschafts-]Währungen leben?«
Der Euro und die Eurozone im Allgemeinen haben die von [hochverschuldeten] Ländern wie Griechenland und Italien ausgehende Gefahr vergrößert - weil sie einfach »zu groß sind, um unterzugehen«, also »systemrelevant« sind -, und damit die weltweite wirtschaftliche Stabilität erschüttert. So bleibt uns nur zu hoffen, dass das Experiment supranationaler Machtblöcke und Währungsunionen - von dem es immer hieß, dadurch vergrößere sich die Sicherheit, aber jetzt erweist sich das genaue Gegenteil -, ebenso wie der gescheiterte Euro nun auf dem Müllhaufen der Geschichte landen.
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