Samstag, 3. Dezember 2016
21.02.2014
 
 

Ukrainische »Demonstranten« werden von Propagandavideo im Internet unterstützt

Paul Joseph Watson

Während die Eskalation in der Ukraine weiter fortschreitet und die von den USA unterstützten Demonstranten sich Waffen verschaffen, Regierungsgebäude stürmen und besetzen und auch auf Medienvertreter schießen, wird versucht, ihnen mithilfe eines im Internet massiv verbreiteten Videos, das stark an das Video der Internetkampagne KONY 2012 erinnert, dadurch Legitimität zu verleihen, dass die Demonstranten als von der Bevölkerung getragene Basisbewegung dargestellt werden. Dieses Video steht allerdings mit fragwürdigen so genannten »Nichtregierungsorganisationen« (NGOs) in Verbindung, die bereits direkt an der Vorbereitung früherer »farbiger Revolutionen« beteiligt waren.

Das englischsprachige Video trägt den Titel »Ich bin eine Ukrainerin« und wurde bereits mehr als drei Millionen Mal angesehen. Es zeigt eine attraktive junge Frau, die immer wieder behauptet, bei den Protesten und Unruhen in der Ukraine gehe es ausschließlich um Freiheit und Demokratie.

 

Dieses Video ist ein klassisches Beispiel für oberflächliche und stark vereinfachende, die Gefühle ansprechende Propaganda, die vorgibt, es gebe nur »einen Grund« für die Demonstrationen in dem osteuropäischen Land. Dies ist angesichts der vielfältigen geopolitischen Faktoren hinter den Unruhen, bei denen es im Kern um ein Tauziehen zwischen den USA, der Europäischen Union (EU) und Russland geht, eine unverfrorene Lüge.

 

Die Frau fordert die Zuschauer auf, »uns zu helfen, indem Sie diese Informationen weiterverbreiten … einfach indem Sie dieses Video mit anderen teilen«. Damit soll die Diskussion von vornherein auf die einseitige und naive Darstellung, die Krise in der Ukraine habe ausschließlich mit dem Streben der Ukrainer nach »Freiheit« zu tun, eingegrenzt werden. Die wirklichen Hintergründe hinter der vom Westen geschürten und unterstützten Revolte, die auf die geopolitische Isolation Russlands abzielt, sollen vertuscht werden.

 

Die Ursprünge des Videos weisen nicht auf eine Basisbewegung, sondern in eine ganz andere Richtung. Der Clip wurde von der Gruppe produziert, die auch für den Film »Vom Flüstern zu einem Schrei« (»A Whisper to Roar«), eine Dokumentation über den »Kampf für Demokratie« auf der ganzen Welt aus dem Jahr 2012, verantwortlich ist. Finanziert wurde dieser Film vom 49-jährigen marokkanischen Prinzen Moulay Hicham, der auch mit der saudi-arabischen Königsfamilie verwandt ist. Der »geistige Kopf« hinter der Dokumentation ist niemand anders als Larry Diamond, Mitglied des Council on Foreign Relations, das als »einflussreichste außenpolitische Denkfabrik« der USA gilt und stark mit dem amerikanischen Außenministerium vernetzt ist. Wie auf der Internetseite der Universität Stanford, an der er das Center on Democracy, Development and the Rule of Law (CDDRL) leitet, zu lesen ist, gehören zu Diamonds Forschungsinteressen u. a. »demokratische Entwicklung und Regimewechsel«.

 

Diamond arbeitete eng mit dem National Endowment for Democracy (NED) und der amerikanischen Entwicklungsbehörde USAID zusammen. Das NED wird oft als der »zivile Arm« der CIA bezeichnet und war seit seiner Gründung 1983 an der Anstiftung zahlloser Aufstände, an Putschversuchen und neokolonialen Regimewechseln beteiligt. Dazu zählt auch die inszenierte »prowestliche Orangene Revolution« 2004, die die amerikanische Marionette Wiktor Juschtschenko in der Ukraine an die Macht brachte.

 

Larry Diamond spielte unter der Schirmherrschaft des NED während des »Arabischen Frühlings«, in dem zahlreiche angebliche Basisbewegungen federführend waren, die tatsächlich aber von einigen der einflussreichsten westlichen Institutionen organisiert und gesteuert wurden, auch eine entscheidende Rolle.

 

Diamonds Beteiligung an dem Video, das sich im Internet wie ein Virus ausbreitet, macht deutlich, dass dieser kurze Film den plumpen Versuch darstellt, eine wenig informierte und eher gedankenlose Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass es sich beim Aufstand in der Ukraine um eine organisch aus der Bevölkerung erwachsene Bewegung handele und die Proteste keinesfalls von westlichen Mächten und Interessen angestachelt wurden – obwohl das Gegenteil der Fall ist. Dieses Video erinnert an die schon oben erwähnte Internetkampagne KONY 2012, bei der ein sich ebenfalls viral ausbreitendes Video benutzt wurde, um Millionen von Menschen über eine stark vereinfachende Propaganda und emotionale Manipulation von der Notwendigkeit eines militärischen Eingreifens der USA in Afrika zu überzeugen. In einem Interview mit der Huffington Post räumte der Produzent des Ukraine-Videos ein, dass er sich schon vor den Protesten in der Ukraine aufgehalten habe, um »einen Film über Demokratie« vorzubereiten.

Die These, bei dem Video handele es sich um eine sorgfältig geplante PR-Aktion, wird auch dadurch untermauert, dass die junge Frau, die in dem Video zu sehen ist, umgehend zu einem Auftritt in der Fernsehsendung Anderson Cooper 360° des amerikanischen Fernsehsenders CNN eingeladen wurde, die heute Abend ausgestrahlt werden soll. Anderson Cooper und CNN hatten sich auch massiv hinter die Propagandakampagne KONY 2012 gestellt, die dann später einschlief, nachdem einer der Filmemacher in der Öffentlichkeit negativ auffiel. Cooper war auch daran beteiligt, die Lügengeschichte über »Syria Danny« zu verbreiten. Damals war praktisch jede Woche ein angeblicher syrischer Aktivist in den Mainstreamnachrichten aufgetaucht, der ein amerikanisches oder israelisches militärisches Eingreifen forderte.

 

Es gibt eindeutige Hinweise darauf, dass die Demonstranten bezahlt wurden, und es wird sogar behauptet, dass sie von den USA Waffen erhielten. Aber die wirklichen Hintergründe der ukrainischen Krise sind weitaus komplexer als ein Volksaufstand gegen Korruption. Die »prowestlichen« Demonstranten streben engere Beziehungen zu einer EU an, die für ihre institutionalisierte Korruption und ihr rechtswidriges Verhalten bekannt ist, die alljährlich Kosten verursachen, die fast so hoch wie das gesamte Bruttoinlandsprodukt der Ukraine sind.

 

Viele der Aktivisten, die in Kiew Regierungsgebäude stürmen, gehören der Gruppe Spilna Sprava (»Gemeinsame Sache«) an, die vom Open Society Institute des Milliardärs und Globalisten George Soros finanziert und unterstützt wird.

 

Als die für Europa zuständige Staatssekretärin im amerikanischen Außenministerium, Victoria Nuland, ankündigte, die USA würden fünf Mrd. Dollar investieren, um die Ukraine dabei zu unterstützen, eine »gute Regierung« zu bekommen, waren die Weichen für eine Eskalation der Gewalt in der Ukraine gestellt. Wie sich die USA diese »gute Regierung« vorstellen, wurde deutlich, als Anfang Februar Teile eines vertraulichen Telefongesprächs zwischen Nuland und dem amerikanischen Botschafter in der Ukraine, Geoffrey Pyatt, publik wurden, in dem es darum ging, die zukünftigen amerikanischen Marionetten in Position zu bringen, um so das Versprechen John McCains einzulösen, den russischen Einfluss zu neutralisieren.

 

Viele Millionen Menschen werden niemals die Wahrheit hinter dem Aufstand in der Ukraine erfahren, weil er in mancher Hinsicht sehr viel komplexer als eine attraktive junge Frau ist, die in einem etwas mehr als zwei Minuten andauernden YouTube-Video oberflächliche Erklärungen über Freiheit und Demokratie abgibt. Aber so funktioniert Propaganda eben – je einfacher, desto wirksamer. Dieses englischsprachige Video liefert Ihnen einen breiteren Überblick über die tatsächlichen Hintergründe der ukrainischen Krise.

 

 

 

 


 

 

 

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