Wednesday, 28. September 2016
15.01.2015
 
 

Schweizer Vollbremsung vor dem Ruin: Die SNB-Währungs-Planwirtschaft kapituliert

Peter Boehringer

Seit ganz genau der Einführung des Euro-Franken-Pegs am 5.9.2011 prangere ich hier diesen absurden Schritt der SNB an. Er hatte die Schweiz nach einer Bilanzverlängerung mit (großteils) Euro-Papieren inzwischen an den Rand des Ruins durch seit 2011 aufgestaute Abschreibungen auf diese Papiere geführt. Selbst der nun recht sichere Sturz des Euro auf oder m.E. mittelfristig sogar unter die Parität zum Franken wird die SNB und damit die Schweizer Kantone und Bürger bereits geschätzte 50 Mrd. Franken kosten (!). U.U. mehr, falls der Franken weiter gegen den Euro aufwertet oder falls man mehr als die von mir unterstellten 250 Mrd Euro-Papiere auf der Bilanz hat!

 

Planwirtschaft führt immer in den Ruin! Der Markt ist auf lange Sicht stärker. Der jetzige Schritt der Schweiz ist gerade noch rechtzeitig erfolgt. Vergleichbar mit diesem Wahnsinn sind übrigens auch die Target2-Forderungen der Bundesbank, die am Tag x des Euro-Zusammenbruchs aber dann nicht nur um 20 Prozent (wie derzeit der Schweizer Franken), sondern um 100 Prozent abwerten werden! Die Bundesbank ist dann über Nacht 100-fach überschuldet! Und an dem Tag kommen über die EZB dann nochmals ein paar Hundert Milliarden an Totalabschreibungen hinzu! Der Kreditkaskadenwahnsinn wird dann brechen!

Aber die Lügenpresse leugnet das ja alles seit vielen Jahren und berichtet stattdessen von Schäubles absurder »Null-Neuverschuldung«... Hätte man auf die Euro-Skeptiker gehört, wären Deutschland und seine Infrastruktur heute keine Investitionsruine, sondern ein Hochglanz-Powerhouse. Kollege Steffen Bogs von Querschuesse.de schreibt just heute:

»Wieder der kurze Blick auf die detaillierten Daten der Deutschen Bundesbank zur Zahlungsbilanz für den Monat November 2014. Während der Leistungsbilanzüberschuss im November +18,591 Mrd. Euro betrug und +190,838 Mrd. Euro in den ersten elf Monaten 2014, kletterte der Nettokapitalexport im November 2014 auf -26,919 Mrd. Euro und in den ersten elf Monaten 2014 auf -254,681 Mrd. Euro. Es treibt einem die Tränen in die Augen, wenn man den aggressiven Nettokapitalexport betrachtet und dabei Investitionen im Inland darben sieht

Die Schweiz immerhin hat nun die Chance, ihr Kapital wieder im eigenen Land zu investieren. Franken-Halter haben jedenfalls heute 20 Prozent ihrer (seit 2011 aufgestauten) Gewinne realisiert. Goldhalter werden das auch noch tun.

 

Nachsatz: Prophetisch war übrigens meine Punkt-Prognose vor fast auf den Tag genau drei Jahren: Am 17. Januar 2012 gab ich dem Peg noch drei Jahre, hier noch nachlesbar:

»Kommentar von Lucky Friday: ›Als Schweizer muss ich zwar ein bisschen weniger zittern. Aber wie viele ›Solidaritätsmilliarden‹ würden wohl unter einer totalitären EU-Diktatur Marke ›ESM‹ dem Schweizervolk abgepresst werden?!‹
*****
Ergänzung PB: ›Und bitte nicht vergessen die Altlast des Herrn Ex-SNB-Hildebrand, die sein Nachfolger Jordan bislang in keiner Weise korrigiert hat: Seit dem 5.9.2011 kauft die SNB erklärtermaßen ›koste es, was es wolle‹ Euro-Anleihen auf. Die 1,20-Euro/Franken-Grenze wird ›bedingungslos‹ und ›alternativlos‹ verteidigt. Dieser Wahnsinn wird sich unter dem ESM-Schwach-Euro noch beschleunigen. Schon jetzt bringt die SNB dafür nach aktuellen (wenn auch intransparenten) Daten im Schnitt über 20+ Mrd Schweizer Franken pro Monat auf... Zittern Sie schon mal mit uns mit, Lucky. Das Copyright auf die Blog-Überschrift ›Mit Jordan geht der Franken über den Jordan‹ ist bereits reserviert. Wenn der Euro-Franken-Peg mehr als drei Jahre hält, wird es eng für die innere Qualität des Franken. Ich denke aber, in diesem Zeitraum muss und wird er aufgegeben werden.‹«

Dieser Fall des Peg ist also nur für den »Financial Mainstream« und für die keynesianisch-weltfernen Plansozialisten »a huge surprise«, wie eben Bloomberg schreibt.*) Sie war absehbar und zwingend! Recht hat Bloomberg allerdings mit dem Argument »hit against credibility of SNB and central bank policy continuity«. So ist es. Risk-on für das Weltfinanzsystem. Dabei greifen hier und heute nur die ökonomischen Naturgesetze, die die Lügenpresse immer so gerne leugnet!

 

Everything that cannot go on forever will end!

 

Hätte man mal auf die Austrians, Hartgeldler und Gold-Blogger gehört – auf die Wahrheitspresse eben. Man hätte sich viele viele Milliarden gespart! Diese Kapitulation heute ist übrigens auch ein Fanal für die Auflösung noch ganz anderer Verwerfungen der Welt-Kreditpyramide. Wer soll dem Geblubber der Zentralbanken künftig noch glauben? Die SNB hatte noch vor einer Woche den heute vollzogenen Schritt kategorisch geleugnet – der Peg sollte niemals fallen!

 

********
*) Bloomberg-Ticker 10.50 Uhr: »The SNB decided to remove the minimum exchange rate floor. This is a huge surprise. ...(i) however this is a HUGE hit to their credibility having committed to the floor for so long. ... central bank policy has just become far more unpredictable. This sends a very negative signal for central bank policy continuity.«

 

 

 

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Leser-Kommentare (27) zu diesem Artikel

20.01.2015 | 21:03

Zukunftskonzept

Alle schrei(b)en es (laut): Der CHF hat dem € zugesetzt ... das für viele Unerwartete ist doch eingetreten ... Einerseits freuen sich die vielen CHF-Halter, welche die letzten Tage eiligst die Banken stürmten ... Dabei vergessen viele, dass sie bei Einführung der CHF/€-Decke (1,2) über Nacht eben die 20% an Wert "verloren" hatten, die sie jetzt glauben "dazuzugewinnen" ... Ein weiteres Indiz dafür, dass Unpopuläres so rasch wie möglich aus den Köpfen verdrängt...

Alle schrei(b)en es (laut): Der CHF hat dem € zugesetzt ... das für viele Unerwartete ist doch eingetreten ... Einerseits freuen sich die vielen CHF-Halter, welche die letzten Tage eiligst die Banken stürmten ... Dabei vergessen viele, dass sie bei Einführung der CHF/€-Decke (1,2) über Nacht eben die 20% an Wert "verloren" hatten, die sie jetzt glauben "dazuzugewinnen" ... Ein weiteres Indiz dafür, dass Unpopuläres so rasch wie möglich aus den Köpfen verdrängt und Willkommenes überbetont wird ...


17.01.2015 | 16:52

woody17

Der Unterschied zwischen staatlicher Planwirtschaft und freiem Markt ist sehr einfach zu verstehen: Es kommt immer auf die Fähigkeiten der Leitenden an. Vergleichen wir mal: Geht es einer Firma im freien Markt finanziell schlecht, fährt sie Verluste ein, dann muss sie (zuwenig geeignete) Leute ersetzen, manchmal gleich den obersten Boss, damit sich das ändert. Bei der Planwirtschaft ist das ganz anders, da fehlt die auf RESULTATEN basierende Rückkopplung (feedback). Schauen Sie...

Der Unterschied zwischen staatlicher Planwirtschaft und freiem Markt ist sehr einfach zu verstehen: Es kommt immer auf die Fähigkeiten der Leitenden an. Vergleichen wir mal: Geht es einer Firma im freien Markt finanziell schlecht, fährt sie Verluste ein, dann muss sie (zuwenig geeignete) Leute ersetzen, manchmal gleich den obersten Boss, damit sich das ändert. Bei der Planwirtschaft ist das ganz anders, da fehlt die auf RESULTATEN basierende Rückkopplung (feedback). Schauen Sie mal, was da alles in der Politik passiert, da fliegt kein Sesselfurzer raus. Noch schlimmer: Jegliche Verantwortung (= für die angerichteten Folgen haftend) ist abgeschafft, das fantasievolle, ideologische Herausreden ist Trumpf. Die Leute werden nicht nach ihren erwiesenen Fähigkeiten gewählt, sondern als Interessen-Vertreter und nach persönlicher Sympathie. Die gelernte Kommunistin Merkel z.B. lächelt ja so lieb und unschuldig. Oft werden Leute gewählt, die sich ihre Reden schreiben lassen müssen, weil sie keine Ahnung von gar nichts haben und unkundig jede Menge Schaden anrichten - ohne Konsequenzen, wie ausgeführt. Neuestes Beispiel ist der Absturz des Euro. Man zeige mir, wer dafür die Verantwortung trägt (Kopp-Buch: "Raus aus dem Euro - rein in den Knast") Viele geraten durch die Abwertung des Euro in finanzielle Bedrängnis (Franken-Kredite), ich bin sicher, viele wählen dieselbe Regierung unbeirrbar wieder, weil sie allem anderen die Schuld geben, nur nicht ihrem eigenen Wahlverhalten.


17.01.2015 | 11:48

Karl-Ernst Zutt

Der am Anfang des Artikels stehenden Behauptung ist zu widersprechen, dass die Marktwirtschaft gegenüber derPlanwirtschaft viel erfolgreicher wäre, weil eine Planwirtschaft immer in der Katastrophe münden würde.Es kommt bei beiden Formen immer darauf an, wer die Strippen zieht und die Ideengeber sind. Deutschlandhatte nach dem Ende des Ersten Weltkrieges eine prächtig funktionierende Planwirtschaft, weil sie von sehr fä-higen Leuten zum Wohle des ganzen Volkes geplant wurde, so...

Der am Anfang des Artikels stehenden Behauptung ist zu widersprechen, dass die Marktwirtschaft gegenüber der
Planwirtschaft viel erfolgreicher wäre, weil eine Planwirtschaft immer in der Katastrophe münden würde.

Es kommt bei beiden Formen immer darauf an, wer die Strippen zieht und die Ideengeber sind. Deutschland
hatte nach dem Ende des Ersten Weltkrieges eine prächtig funktionierende Planwirtschaft, weil sie von sehr fä-
higen Leuten zum Wohle des ganzen Volkes geplant wurde, so dass es von seinen mächtigsten Konkurrenten
in den Zweiten Weltkrieges getrieben wurde

Eine Marktwirtschaft könnte nur dann genauso erfolgreich sein, wenn die agierenden Personen auch nur das
Wohl ihrer Mitmenschen im Auge hätten, statt ausschließlich das Anwachsen ihrer Vermögen. Eine solche
Marktwirtschaft wäre allerdings nur möglich, wenn man die Spekulanten ausschließen könnte. Aber in unseren
jetzigen demokratischen Verfassungen ist das ja wegen den Menschenrechten und dem Gleichheitswahn nicht
möglich.


17.01.2015 | 04:45

Supafly

Oh die Schweiz. So schön, so nah. Leider verraten von den Eurobankstern, Bankgeheimnis auch futsch. Vlt sollte man sich wieder auf Käsefondue konzentrieren.


16.01.2015 | 16:41

schweizer

Was ihr da alles scheaffelt. Wir haben jetzt 3 jahre lang den euro gestützt. So das eure regierung ihr spiel weiter aufblässen konnte. Kann nur eins sagen der euro ist nächstens tod und die russen lachen euch aus da es dort jetzt auch wieder besser geht wen die wirtschaft frei handeln kann ohne mindest kurs. Nur mal so neben bei. ;-)


16.01.2015 | 13:32

woody17

Bitte nicht immer anonym "SNB", sondern die Namen der direkt Verantwortlichen (wer hat unterschrieben ?) angeben. Damit ist es Bürger möglich, gegen diese Personen eine Strafklage einzureichen. Weiters ist zu überprüfen, ob die Verlustpapiere VOR oder NACH der Aufhebung der Bindung des Franken an den Euro abgestossen worden sind. Falls diese Verlustpapiere NACH der Abwertung des Euro immer noch im Portefeulle sind, dann handelt es sich um Verluste in Höhe von tausenden...

Bitte nicht immer anonym "SNB", sondern die Namen der direkt Verantwortlichen (wer hat unterschrieben ?) angeben. Damit ist es Bürger möglich, gegen diese Personen eine Strafklage einzureichen. Weiters ist zu überprüfen, ob die Verlustpapiere VOR oder NACH der Aufhebung der Bindung des Franken an den Euro abgestossen worden sind. Falls diese Verlustpapiere NACH der Abwertung des Euro immer noch im Portefeulle sind, dann handelt es sich um Verluste in Höhe von tausenden Millionen. Solche Leute gehören dann vor Gericht, bestraft und zur Schadensminderung bis zum Existenzminimum gepfändet.

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