
Eurasien schließe die alten Zivilisationen der Erde ein: China und Indien (5000 Jahre alt), den Iran und Israel (4000 Jahre alt), Japan (3000 Jahre alt) und Russland (1000 Jahre alt). Die EU, am Rand der eurasischen Landmasse gelegen, sei gerade dabei, zu zerfallen, schreiben die Chinesen, während Eurasien dank der Pläne zur Neuen Seidenstraße zusammenwachse.
China hat die Europäer wiederholt eingeladen, beim größten Bauprojekt des neuen Jahrtausends, der »Neuen Seidenstraße« zwischen China und Europa, dabei zu sein. Bereits vor zwei Jahren, Anfang April 2014, hatte Chinas Präsident Xi Jinping Duisburg besucht und dabei die wirtschaftliche Zusammenarbeit in einer Region vorgeschlagen, in der 4,4 Milliarden Menschen – 63 Prozent der Weltbevölkerung – leben.
»Wir möchten auf der existierenden Basis aufbauen und den Ländern helfen, ihre Entwicklungsstrategien zu ergänzen und auszubauen«, sagte Xi am 28. März 2015 vor 16 internationalen Staats- und Regierungschefs bei der Eröffnung des »Boao-Forums für Asien«.
Die Infrastruktur für diese Seidenstraße des 21. Jahrhunderts ist bereits in ihren Grundzügen erkennbar: Die Fahrt auf der Eisenbahnverbindung über die Strecke Chongqing-Xinjiang-Duisburg durch die Mitte des eurasischen Kontinents dauert nur 16 Tage, über die Strecke Chengdu-Łódź (Polen) zwölf Tage – statt 40 bis 50 Tage auf See – und kann nicht von Kriegsschiffen und Stützpunkten blockiert werden.
Was Xi in Duisburg nicht sagte, ist, dass China eine Reihe solcher gigantischen Infrastrukturprojekte, allen voran Eisenbahnlinien, plant. Mit der Türkei ist eine Eisenbahnverbindung vereinbart, die von Kars an der östlichen Grenze der Türkei zu Armenien über das Landesinnere bis
Istanbul verlaufen soll, wo sie an den Marmaray-Tunnel anschließt, der gegenwärtig unter dem Bosporus gebaut wird, und von dort weiter nach Edirne nahe der Grenze zu den EU-Staaten Griechenland und Bulgarien geht.
Die türkische Neubaustrecke ist Teil einer weiteren, im Süden des Kontinents geplanten eurasischen Landbrücke. Sie beginnt an der Küste von Guangdong, im wichtigsten Hafen Shenzhen, und verläuft dann über Myanmar, Bangladesch, Indien, Pakistan, den Iran und die Türkei bis nach Europa.
Schon im Jahr 2011 hatte China eine nördlicher verlaufende eurasische Landbrücke fertig gestellt, die vom Hafen Lianyungang am Ostchinesischen Meer über Kasachstan und von dort über Russland und Osteuropa bis zum niederländischen Hafen in Rotterdam verläuft. Die Strecke hat eine Länge von 10 900 Kilometern.
Im Mai desselben Jahres wurde die tägliche Bahnfrachtverbindung zwischen dem belgischen Hafen Antwerpen und Chongqing, dem Industriezentrum im Südwesten Chinas, eröffnet. Der Seetransport zwischen beiden Häfen dauert 36 Tage, auf den Schienen ist die Fracht nur 20 bis 25 Tage unterwegs.
Die erste eurasische Landbrücke besteht übrigens schon seit 1916, als die Transsibirische Eisenbahn fertig gestellt wurde. Auf ihr braucht der »Peking-Hamburg-Container-Express« 15 Tage.
Per Schiff geht es nicht schneller als 30 Tage.
Eurabien wird nach Meinung der chinesischen Geopolitik von einer starken Macht-Achse zusammengehalten. An deren Enden sehen wir den Neokonservatismus Washingtons und das Wahhabitentum Riads.
Beide haben ihre Einflusssphären auf Europa ausgedehnt, wobei Deutschland hier die Vorreiterrolle spielt, indem es muslimische Flüchtlinge einlädt und im Land Moscheen mit saudischem Geld baut. Beide Achsen – die USA und die arabische Welt – basieren historisch auf Völkermord und Sklaverei. Darüber hinaus verbinden die beiden Welten nur das Öl und die Petro-Dollars.
Keine andere Allianz in der Welt redet so häufig über Frieden und internationales Recht, »nährt« sich aber gleichzeitig von Krieg und Terror. Wenn etwas schiefgeht, wird sofort ein Buhmann
gefunden – derzeit beliebt sind Russland und China.
Dennoch prophezeien die Chinesen, dass es zum Zusammenprall der beiden Achsen kommen wird. In zehn bis 20 Jahren würden der Iran, der Irak, Syrien, der Libanon und Israel die Südwestflanke Eurasiens bilden.
Wird Europa bis dahin aufgerieben sein zwischen seinen beiden Herren USA und Arabien?
Oder hat es endlich den Mumm, aus dem Verlierer-Spiel auszusteigen und sich der zukünftigen Boom-Region Eurasien anzuschließen?
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