Saturday, 1. October 2016
25.05.2014
 
 

Mainstream-Medien auf Linie: BBC findet gute Worte für ukrainische Neonazis

Prof. Michel Chossudovsky

Unter der Überschrift »Profil: Der ultranationalistische Rechte Sektor in der Ukraine« spricht die BBC dem Rechten Sektor für dessen Rolle in der »Maidan«-Bewegung ein stillschweigendes Lob aus [BBC, 28. April 2014].

»Der Rechte Sektor spielte eine zentrale Rolle bei den gewalttätigen Protesten, die im Januar in Kiew gegen Janukowytsch stattfanden…«

»Der Rechte Sektor ist die radikalste aller Gruppen der ›Maidan‹-Protestbewegung, die im Februar Präsident Wiktor Janukowytsch stürzte…«

Aber Neonazis sind sie nicht. Laut BBC steckt hinter dieser irreführenden Bezeichnung Moskauer Propaganda. Moskau wolle Leute diskreditieren, die doch bloß echte ukrainische Nationalisten sind.

 

»Interne Kritiker sagen, mit ihren hetzerischen Reden und der Gewalt helfe die Partei den russischen Medien dabei, die Ukraine als Land darzustellen, das von Neonazis überrannt wird, die die russischsprachige Bevölkerung bedrohen.«

Die BBC belügt sich selbst

 

Die BBC widerspricht hier ihrem eigenen Bericht vom 7. März 2014 von Gabriel Gatehouse. Da klang es unter dem Titel »Neonazi-Bedrohung in der neuen Ukraine« noch genau anders herum. Dort ist von »fremdenfeindlichen, antisemitischen Nationalisten« die Rede, die »bewaffnet den Mob in Kiew anführen«. »Ich habe sie nach ihren politischen Ansichten befragt. ›Nationalsozialismus‹ war die Antwort. ›Aber nicht wie bei Hitler, sondern auf unsere eigene Weise.‹«

 

Passend dazu die Aussage von Prinz Charles, Putin mache in der Ukraine jetzt dasselbe wie damals Hitler. Also hocken die Neonazis jetzt in Moskau und nicht in Kiew? Sehen Sie sich an, wie die BBC ihren Bericht bebildert hat. Die BBC deutet an, dass diese Ganoven des Rechten Sektors verantwortungsbewusst handeln!


»Der Rechte Sektor – hier vor dem Parlament zu sehen – geriet Ende März mit der neuen Obrigkeit in Kiew aneinander.« (Das oben zu sehende BBC-Bild stammt aus dem Originalartikel. Tatsächlich handelt es sich hier um Milizionäre der Swoboda-Partei, die – wie seinerzeit SS-Einheiten – ein Wolfsangel-Abzeichen tragen.)

»Der Rechte Sektor versucht sich als verantwortungsbewusste Partei zu präsentieren, aber es bleiben ausreichend Zweifel, was Haltung und Absichten anbelangt, um sowohl im Kiew-freundlichen wie auch im Moskau-freundlichen Lager für Unbehagen zu sorgen.« [Fettung hinzugefügt]

Laut BCC hat der Rechte Sektor keine Nazi-Wurzeln, sondern wurde im November 2013 als Sammelbecken gegründet.

»Ursprünglich im November 2013 als Bündnis ultranationalistischer Gruppen gegründet, hat sich der Rechte Sektor zu einer Partei entwickelt. Deren Anführer Dmytro Jarosch kandidiert nun für das Amt des Präsidenten…«

Was die BBC unterschlägt, sind die Gruppen, die den Prawyj Sektor, wie der Rechte Sektor auf Ukrainisch heißt, gegründet haben: Es handelt sich um Trident, angeführt von Dmytro Jarosch und Andriy Tarasenko, und die Ukrainische Nationalversammlung – Ukrainische Nationale Selbstverteidigung (UNA UNSO), eine paramilitärische Terrorgruppe, die verdeckt von der NATO unterstützt wird (siehe Bild unten), sowie mehrere andere rechte paramilitärische Gruppen.

 

Trident ist eine offen nationalsozialistische paramilitärische Organisation, die 1993 vom Kongress Ukrainischer Nationalisten ins Leben gerufen wurde. Der Kongress wurde von ehemaligen Mitgliedern der Organisation Ukrainischer Nationalisten gegründet, die im Zweiten Weltkrieg mit den Nazis kollaborierte.


Trident zählt zu seinen Helden Stepan Bandera, der im Zweiten Weltkrieg gemeinsame Sache mit den Nazis machte. Der vollständige Name der Bewegung lautet denn auch »Gesamtukrainische Stepan-Bandera-Trident-Organisation«.

 

Die BBC erwähnt zwar den Namen »Stepan Bandera«, verschweigt jedoch, dass er für das »Dritte Reich« eine wichtige Rolle bei der Tötung von Juden, Polen, prosowjetischen Ukrainern und Russen spielte. Laut BBC ist seine angebliche Nazivergangenheit Teil der russischen Propaganda:

»Dmytro Jarosch bezeichnet sich als Anhänger von Stepan Bandera, eines Nationalisten, der in den 1930er- und 1940er-Jahren gegen die polnische und sowjetische Herrschaft kämpfte, in Russland und im Osten der Ukraine jedoch als Nazi-Kollaborateur gilt.

Den Vorwurf, ein Rassist zu sein, weist Jarosch zurück. Für ihn sei jeder, der für die Ukraine kämpfe, ein Kamerad, sagt er. Die Führung des Rechten Sektors hat kürzlich dem israelischen Botschafter versichert, dass man den Antisemitismus ablehne, genauso wie andere Formen des Chauvinismus und der Ausländerfeindlichkeit.« [Fettung hinzugefügt]

Laut BBC dämonisiert Moskau den Rechten Sektor und Swoboda.

 

Die Medien im Westen beharren darauf, dass es sich hier nicht um Neonazis handelt. Der Rechte Sektor wird dann als »ukrainische nationalistische Bewegung« charakterisiert, aber es gibt auch andere Bezeichnungen: »Dachgruppe extrem rechter Organisationen« (Time), »rechtsradikale Gruppe«, »Bündnis militanter Ultranationalisten«, »nationalistische Gruppe«, »Koalition einstiger ukrainischer nationalistischer Randgruppen« (New York Times), »Dachorganisation rechtsextremer Aktivisten und Ultranationalisten« (Wall Street Journal). Der Begriff »Neonazi« ist tabu.

 

Unterdessen ist der Rechte Sektor an einer Hasskampagne gegen Kiews Juden beteiligt, ein Thema, das weder die BBC noch die israelischen Medien für erwähnenswert halten. Der BBC-Darstellung fehlt die Geschichte. Vorsätzlich werden Fakten verzerrt und unterschlagen, um die öffentliche Meinung in die Irre zu führen.

 

Dass Stepan Bandera im Zweiten Weltkrieg an Gräueltaten beteiligt war, wurde von Gelehrten und Historikern ausreichend dokumentiert. Es waren Juden, auf die es die Nazi-Einsatzgruppen abgesehen hatten, die Stepan Banderas OUN-B unterstützte.


Unter der militärischen Führung von Stepan Bandera stellten die Ultranationalisten im Zweiten Weltkrieg für die Waffen-SS in Galizien die Bataillone »Nachtigall« und »Roland« auf. Diese kollaborierten mit den Nazis und waren für die Ermordung von über 500 000 Menschen verantwortlich. Nach Ende des Kriegs mussten sich die ukrainischen Nazis als einzige nicht in Nürnberg wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Siehe George Eliason, »Ukraine’s Neo-Nazis. Stepan Bandera and the Legacy of World War II«. Global Research 17. März 2014.


Die BBC ignoriert, was Stepan Banderas OUN-B im Zweiten Weltkrieg getan hat und stellt Bandera eben mal als antisowjetischen Nationalisten dar. Damit beteiligt sich die BBC stillschweigend an etwas, das man als »Holocaustleugnung« bezeichnen könnte. Die OUN-B war ein Komplize der Verbrechen, die Nazi-Deutschland begangen hat.

 

Die westlichen Medien inklusive der BBC haben das Thema nicht behandelt, aber dass die jüdische Gemeinde in der Ukraine aktuell durch Neonazis bedroht wird, ist real. Die Neonazi-Partei Swoboda tritt genauso wie der Rechte Sektor in die Fußstapfen der OUN-B, die für Massenmord an Juden, Polen, Russen und prosowjetischen Ukrainern verantwortlich war.

 

 

 


 

 

 

 

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