Monday, 25. July 2016
30.08.2014
 
 

USA und NATO wollen weitere Bodentruppen stationieren und führen großangelegte Marinemanöver gegen einen »ungenannten Gegner« durch

Prof. Michel Chossudovsky

Die Welt steht an einem gefährlichen Scheideweg. Das westliche Militärbündnis NATO befindet sich in fortgeschrittener Einsatzbereitschaft. Das gleiche gilt für Russland. Russland wird als der »Aggressor« diffamiert. Eine militärische Konfrontation mit Russland wird in Erwägung gezogen.

 

Mit den Bestimmungen des »Gesetzes zur Verhinderung russischer Aggression« (»The Russian Aggression Prevention Act«, RAPA), der nach seiner Vorlage im Senat gegenwärtig im Außenpolitischen Ausschuss erörtert wird, »haben die USA den Weg in einen direkten militärischen Konflikt mit Russland in der Ukraine eingeschlagen«:

»Ein amerikanisch-russischer Krieg würde sehr schnell in einen Atomkrieg eskalieren, da weder die USA, noch Russland bereit wären, eine Niederlage einzuräumen. Beide Seiten verfügen über tausende einsatzbereite Atomwaffen, und beide Länder vertreten eine sogenannte Counterforce-Militärdoktrin, die darauf abzielt, im Falle eines Krieges die Nuklearstreitkräfte des Gegners präemptiv zu zerstören.« (Steven Carr, »The Russian Aggression Prevention Act (RAPA): A Direct Path to Nuclear War with Russia«, in: Global Research, 22. August 2014.)

Dieses amerikanische Gesetz bildet den Höhepunkt der seit mehr als 20 Jahren anhaltenden Kriegsvorbereitungen der USA und der NATO, die auf eine militärische Einkreisung Russlands und Chinas hinauslaufen:

»Unmittelbar nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 haben die USA eine Strategie der Einkreisung Russlands eingeschlagen, wie sie das auch schon gegenüber anderen mutmaßlichen Gegnern wie China und dem Iran getan haben. [Die USA] haben zwölf Länder Mitteleuropas, die zuvor alle mit Moskau verbündet waren, in die NATO aufgenommen. Damit steht die amerikanische Militärmacht nun unmittelbar an den russischen Grenzen.« (Steven Kinzer, »US a full partner in Ukraine debacle«, in: Boston Globe, 3. März 2014, Hervorhebungen vom Verfasser.)

Am 24. Juli forderte der Oberkommandierende des NATO-Bündnisses in Europa (SACEUR) Philip Breedlove in Absprache mit dem Pentagon, in Polen »solle ein Stützpunkt mit ausreichend Waffen, Munition und anderen Militärgütern ausgestattet werden, damit von dort aus ein schneller Einsatz von tausenden Soldaten gegen Russland möglich sei«, wie RT berichtete. Laut Breedlove benötige die NATO »vorgelagerte und vorbereitete Versorgungslager und andere Kapazitäten

sowie Bereiche, in denen man sehr schnell nachrückende Einheiten stationieren könnte«:

 

»Seine Pläne sehen vor, in den Hauptquartieren Lagermöglichkeiten für Waffen, Munition und Nahrungsmittelrationen einzurichten, um auf einen plötzlichen Zustrom von tausenden NATO-Soldaten vorbereitet zu sein«. (Deborah Haynes, »Russia fears prompt NATO to look east for HQ«, in: The Times, 24. Juli 2014, Hervorhebungen vom Verfasser.)

Breedloves »Blitzkriegsszenario« soll, so die Londoner Times, auf dem NATO-Treffen in Wales Anfang September erörtert werden. Es bildet einen integralen Bestandteil des amerikanischen Gesetzentwurfes zur Verhinderung russischer Aggression (RAPA), der vorsieht, Präsident Barack Obama anzuweisen:

»(1) auf eine stärkere Unterstützung der USA und der NATO für die Streitkräfte Polens, Estlands, Litauens und Lettlands und anderer NATO-Mitgliedsländer hinzuwirken; und

(2) die ständigen Vertreter der USA bei der NATO anzuweisen, Überlegungen zur Errichtung dauerhafter NATO-Stützpunkte in diesen Ländern voranzutreiben.«

Beide Seiten stützen sich dabei im Allgemeinen auf ein militärisches Eskalationsszenario, das in zahlreichen und umfassenden Manövern und Simulationen (War Games) durchgespielt wurde.

 

Im Gegenzug spielt die Struktur der von den USA unterstützten militärischen Bündnisse eine entscheidende Rolle bei der Kriegsplanung. Wir haben es hier mit einer beeindruckenden militärischen Macht zu tun, zu der ein weltumspannendes Bündnis von 28 NATO-Mitgliedsländern gehört. Darüber hinaus haben die USA und auch die NATO ein Netzwerk bilateraler Militärbündnisse mit »Partnern« aufgebaut, das sich gegen Russland, China, den Iran und Nordkorea richtet.

 

Wichtige Marinemanöver der USA und der NATO

 

Kriegsvorbereitungen werden ausnahmslos von größeren Militärmanövern, die ihnen oft vorausgehen, begleitet. Die unterschiedlichen Aspekte der Kriegsführung abdeckenden Marinemanöver der USA und der NATO finden unter Beteiligung der USA, Kanadas, Deutschlands und der Türkei im Rahmen der »Operation FLEETEX« vor der Küste Floridas statt.

 

All diesen Manövern und Simulationen liegt als Prämisse das Konzept einer »globalen Kriegsführung« zugrunde. Diese vier NATO-Mitgliedsstaaten grenzen alle an strategisch wichtige Seeverkehrswege, die große Bedeutung für russische Seegebiete besitzen. Dies gilt insbesondere für die Beringstraße und die Beringsee (USA), das Nordpolarmeer (Kanada), die Nordsee (Deutschland) und das Schwarze Meer (Türkei).

Die Marinemanöver vor Florida zielen auf die Verbesserung der Zusammenarbeit und Koordinierung der Marineoperationen dieser Länder zur Bekämpfung eines »ungenannten Gegners« hin:

»Bei FLEETEX handelt es sich um ein zahlreiche Aspekte der Kriegsführung abdeckendes Marinemanöver, mit dem die Integration der Streitkräfte vorangetrieben werden soll und zahlreiche Kriegsführungsfähigkeiten geprüft werden sollen. An dem Manöver werden Schiffe der Marinestreitkräfte der USA, Kanadas, Deutschlands und der Türkei teilnehmen. Dieser Hafenbesuch und FLEETEX sind Teil einer ganzen Reihe von Manövern, an denen die Standing NATO Maritime Group 2 (SNMG2) während ihres Einsatzes im Westatlantik teilnehmen wird. Damit führt zum ersten Mal seit Jahren eine NATO-Kampfgruppe transatlantische Operationen in Nordamerika durch. Dies eröffnet zahlreiche Chancen zu Übungen auf den höchsten Ebenen der Marineoperationen.

Zu FLEETEX gehören Manöver der Luftabwehr, der U-Boot-Bekämpfung, Schießübungen mit scharfer Munition sowie Szenarien zum Schiffseinsatz, die hochwertige Übungen der Kriegsführung und das Sammeln wertvoller Erfahrungen im Rahmen der integrierten Übungen der Kampfgruppen ermöglichen sollen. Die SNMG2, die Flugzeugträgerkampfgruppe 8 (CSG8) und kanadische Marineeinheiten werden als eine gemeinsame Streitmacht zusammen üben, um zu lernen, wie man als eine geschlossene Einheit auf eine Vielzahl von Bedrohungsszenarien reagiert.

Zu den Schiffen der SNMAG2, die gegenwärtig in Nordamerika im Einsatz sind, gehören das amerikanische Flaggschiff USS Leyte Gulf (CG 55), die deutsche Fregatte Niedersachsen (F208) und das türkische Kriegsschiff TCG Kemalreis (F 247) …

Während des Aufenthaltes im Hafen [von Mayport] wird die SNMG2 zur Vorbereitung der Manöver Koordinierungsgespräche mit Vertretern der kanadischen Kriegsmarine und der CSG8 führen …

Für uns bedeutet jede Gelegenheit, gleichzeitig zusammen mit verschiedenen NATO-Marinen Manöver durchzuführen, einen großen Gewinn‹, erklärte der amerikanische Konteradmiral Brad Williamson, Kommandeur der SNMG2, ›In dieser Zeit werden wir die Integration und Zusammenarbeit verbessern, und ich freue mich darauf, zusammen mit verbündeten Seesoldaten gemeinsame Manöver durchzuführen und Erfahrungen zu teilen.‹

SNMG2 ist ständig einsatzbereiter Teil der NATO und in der Lage, eine große Bandbreite von Aufgaben zu erfüllen. Ihre Zusammensetzung wechselt, da die verbündeten Länder ihre Schiffe auf Rotationsbasis einbinden. Die SNMG2 wird bis zum Juni 2015 von einem amerikanischen Konteradmiral und einem US-Flaggschiff geleitet.« (»SNMG2 is in Florida to prepare for FLEETEX«, Allied Command Operations, 18. August 2014, Hervorhebungen vom Verfasser.)

 

Kriegsmanöver im Schwarzen Meer

 

Es sollte auch darauf hingewiesen werden, dass FLEETEX nur eines von verschiedenen Marine-Kriegsmanövern ist, die sich gegen einen nicht näher spezifizierten Gegner richten. Vom 4. - 13. Juli veranstaltete die NATO ein Marinemanöver mit dem Namen »Breeze« im Schwarzen Meer und damit in unmittelbarer Nähe zu den Seegrenzen Russlands. Gastgeber war formal Bulgarien, und es nahmen Schiffe aus Griechenland, Italien, Rumänien, der Türkei, Englands und den USA teil.

 

Das Übungsszenario betraf die »Zerstörung feindlicher Schiffe auf offenem Meer und die Abstimmung der Luftabwehr der Marinekampfgruppen und der Küsteninfrastruktur der Mitgliedsstaaten des Bündnisses.« Das Manöver zielte darauf ab, »die taktische Kompatibilität und die Zusammenarbeit zwischen den Marinekräften der Bündnisländer zu verbessern«. (Siehe auch: Atlantic Council: »Dueling NATO, Russia Naval Exercises On Black Sea«, 11. Juli 2014, sowie: David Larter: »Russia, U.S. ships sail in competing Black Sea exercises«, in: Navy Times, 7. Juli 2014.)

 

Ironischerweise begannen die Marinemanöver der NATO im Juli genau am gleichen Tag wie die Militärübungen der Schwarzmeerflotte des »ungenannten Gegners« [Russland] mit ungefähr 20 Kriegsschiffen und zahlreichen Flugzeugen:

»Russland hat keinen Zweifel daran gelassen, dass es die NATO-Präsenz im Schwarzen Meer ablehnt. Die russische Kriegsmarine gab bekannt, dass sie die [NATO-] Manöver mit Überwachungsflugzeugen und Aufklärungsschiffen begleiten werde.

Die Luftwaffe der Schwarzmeerflotte widmet dabei dem Raketenkreuzer USS Vella Gulf besondere Aufmerksamkeit, der zwar nicht formell das Flaggschiff des Manövers Breeze ist, aber tatsächlich an seiner Spitze steht‹, erklärte ein russischer Marinevertreter gegenüber NTV«. (a.a.O.)

 

Die Stationierung weiterer Bodentruppen in Osteuropa

 

Seit 2006 verstärken die USA ihr Waffenarsenal in Polen an der russischen Westgrenze (Kaliningrad). Die Stationierung amerikanischer Streitkräfte in Polen begann im Juli 2010 (die Grenze zu Russland ist nur etwa 65 km entfernt). Angeblich sollten sie die polnischen Soldaten im Gebrauch der amerikanischen Patriot-Flugabwehrraketensysteme unterweisen. (Stars and Stripes, 23. Juli 2010)

Anfang August kündigte das Pentagon im Hinblick auf die jüngsten Entwicklungen die Stationierung amerikanischer Truppen und Einheiten der Nationalgarde in der Ukraine an, die dort das ukrainische Militär ausbilden sollten. Darüber hinaus planen die USA und die NATO (wie von General Breedlove gefordert) weitere Stationierungen von Bodentruppen in Lettland, Estland und Litauen sowie in Georgien und Aserbaidschan an der russischen Südgrenze.

 

Diese Stationierungen werden im vorliegenden Entwurf des »Gesetzes zur Verhinderung russischer Aggressionen« (RAPA) des amerikanischen Senats als Teil einer »Verteidigungsstrategie« für den Fall einer »russischen Invasion« dieser Länder gefordert:

»Die russische Annexion der Krim und der Konflikt in der Ostukraine haben Lettland, Estland und Litauen – wie die Ukraine frühere Republiken der Sowjetunion mit Russisch sprechenden Minderheiten – aufgeschreckt.

Es wird damit gerechnet, dass die führenden Vertreter der 28 NATO-Mitgliedsländer auf ihrem Gipfeltreffen in Wales vom 4. - 5. September dieses Jahres, Polen und die baltischen Staaten entsprechende Zusicherungen geben werden.

Während eines Kurzbesuches in Lettland am Montag versprach Bundeskanzlerin Angela Merkel, die NATO werde die baltischen Staaten verteidigen, auch wenn dort keine ständigen NATO-Kampftruppen stationiert würden. »Jedes Land, einschließlich der baltischen Staaten und auch Polens, muss seine Infrastruktur verstärken … sodass sie zusätzliche Soldaten zu Ausbildungszwecken und im Falle von Krisensituationen stationieren können«, erklärte der lettische Verteidigungsminister Raimonds Vejonis gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Für Lettland bedeutet dies vor allem Investitionen in den Ausbau des Stützpunktes Adazi für Bodentruppen, des Luftwaffenstützpunktes Lielvarde und des Marinestützpunktes Liepaja, meinte er weiter und fügte hinzu, er hoffe, die NATO werde sich an diesen notwendigen Ausgaben beteiligen.

Lettland und Litauen wenden derzeit gerade einmal 0,9 Prozent bzw. 0,8 Prozent ihres BIP für Verteidigungszwecke auf, haben aber zugesagt, den in der Allianz allgemein angestrebten Anteil von 2 Prozent bis zum Jahr 2020 umzusetzen. »Gegenwärtig existiert zwar keine direkte militärische Bedrohung, aber wir müssen unsere Streitkräfte weiterentwickeln und aufstocken, wir müssen die entsprechende Infrastruktur schaffen, und wir müssen bereit und vorbereitet sein, Truppen anderer NATO Länder aufzunehmen, wenn es überraschend zu einer militärischen Aggression kommen sollte«, erklärte der Minister. Die baltischen Staaten und Polen müssen ihre militärische Infrastruktur ausbauen und verbessern.« (Reuters, 22. August 2014)

 

Entwicklungen im Zusammenhang mit Aserbaidschan und Georgien an der Südgrenze Russlands

 

Das weitere Vorgehen an der Südgrenze Russlands soll im Rahmen eines Dreiländerabkommens zwischen der Türkei, Georgien und Aserbaidschan, das am 22. August 2014 unterzeichnet wurde, koordiniert werden:

»Nach einem Treffen der Verteidigungsminister Aserbaidschans, der Türkei und Georgiens hieß es in Tiflis, die drei Länder seien daran interessiert, Pläne zur gemeinsamen Stärkung ihrer Verteidigungsfähigkeiten zu erarbeiten.

Die Vertreter der Regierungen dieser drei Länder, wollen Schritte zur Ausarbeitung gemeinsamer Planungen zur Verbesserung ihrer Verteidigungskapazitäten einleiten, erklärte der georgische Verteidigungsminister Irakli Alassania. Dies sei auch im Interesse Europas und der NATO. ›Denn über die Transitroute [Baku-Tiflis-Kars] werden auch die Lieferungen der NATO nach Afghanistan abgewickelt‹, sagte er. Alassania bemerkte zudem, diese Maßnahmen seien gegen niemanden gerichtet (AzerNews, 22. August 2014, Hervorhebungen vom Verfasser)

 

Russland und Präsident Obamas »außenpolitische Neuorientierung nach Asien«

 

Auch die fernöstlichen Grenzen Russlands werden durch die strategische Reorientierung der amerikanischen Außenpolitik auf den asiatisch-pazifischen Raum (das Konzept des »Pivot to Asia«) bedroht.

 

Vom militärischen Standpunkt aus geht es bei dieser strategischen Neuausrichtung um eine Ausweitung und Verstärkung der amerikanischen Militärpräsenz im asiatisch-pazifischen Raum unter Beteiligung der Verbündeten Washingtons in der Region wie etwa Japan, Südkorea und Australien. Diese Länder haben bilaterale Verträge zur militärischen Zusammenarbeit mit Washington abgeschlossen. Und als amerikanische Verbündete werden sie – ob sie es wollen oder nicht − entsprechend in die gegen Russland, China und Nordkorea gerichteten Kriegspläne eingebunden:

»Japan und Südkorea sind beide Teil eines großen amerikanischen militärischen Vorhabens, das auch die weltweite Stationierung von Raketenabwehrsystemen und schnellen Eingreiftruppen beinhaltet, wie es schon während der Amtszeit Präsident Reagans anvisiert wurde.« (Mahdi Darius Nazemroaya: »Global Military Alliance: Encircling Russia and China«, in: Global Research, 5. Oktober 2007)

Diese militärische Einkreisungsstrategie des Pentagon erforderte sowohl eine zentralisierte militärische Entscheidungsfindung (Pentagon, USSTRATCOM), als auch die Koordinierung innerhalb der NATO mit den verschiedenen anderen amerikanischen Regionalkommandos.

 

Obwohl Russland formell der Zuständigkeit des US European Command (USEUCOM) untersteht, werden die amerikanischen Kriegsplanungen gegenüber Russland vom US Strategic Command Headquarters (USSTRATCOM) in Omaha im amerikanischen Bundesstaat Nebraska koordiniert, das zusätzlich nicht nur mit dem US Pacific Command (USPACOM), sondern auch mit dem USEUCOM und dem US Northern Command (USNORTHCOM) eng zusammenarbeitet, die beide im Falle eines Krieges mit Russland eine wichtige strategische Rolle spielen würden.

 

Militärabkommen zwischen den USA und Australien

 

Am 12. August dieses Jahres unterzeichneten die USA und Australien ein Militärabkommen, das die Stationierung amerikanischer Truppen in Australien ermöglicht. Auch diese Vereinbarung ist Teil der strategischen außenpolitischen Neuorientierung Obamas (»Pivot to Asia«):

»Am Dienstag, [ dem 12. August,] schlossen die USA und Australien ein Abkommen, das es den Streitkräften der beiden Länder ermöglicht, ein gemeinsames Training und die allgemeine Zusammenarbeit zu verbessern, da nun amerikanische Marinesoldaten und Luftwaffenangehörige innerhalb und außerhalb des Landes stationiert werden können.

Diese auf Dauer angelegte Vereinbarung wird den Beitrag unseres Bündnisses zur regionalen Sicherheit erweitern und vertiefen, erklärte der amerikanische Verteidigungsminister Charles »Chuck« Hagel am Dienstag. Er bezeichnete das amerikanisch-australische Bündnis als Stützpfeiler der Stabilität in der Großregion Asien-Pazifik …

Die Zahl der amerikanischen Marinesoldaten in Australien ist von 250 im Jahre 2011 auf mehr als 1.100 Soldaten heute angewachsen. Der australische Verteidigungsminister David Johnston sagte, die Northern Territories bereiteten sich auf eine Ausweitung der Präsenz von Marinesoldaten bis auf die Obergrenze von 2.500 Personen vor.«

In einer weiteren ironischen Wendung kündigte Moskau ebenfalls am 12. August zeitgleich zur Bekanntgabe der amerikanisch-australischen Vereinbarung an, es werde Marinemanöver in der Nähe der Inselgruppe der Kurilen im Pazifik, die von Japan beansprucht werden, durchführen:

»›Die Manöver begannen unter Beteiligung von Einheiten aus der Region, die auf den Kurilen stationiert waren‹, erklärte Oberst Alexander Gordejew, ein Sprecher des Östlichen Militärdistrikts Russlands, gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax.« (Moscow Times, 12. August 2014)

 

Die Gefahren eines Dritten Weltkrieges

 

Diese sich erneut entwickelnde Konfrontation zwischen Ost und West wird fälschlicherweise als ein »neuer Kalter Krieg« bezeichnet, obwohl keine der Schutzmaßnahmen der Ära des Kalten Krieges mehr existieren. Die internationale Diplomatie ist zusammengebrochen und praktisch ohne Einfluss. Russland wurde von der G-8 ausgeschlossen, die damit wieder zur G-7 geworden ist. Zwischen den sich gegenüberstehenden Supermächten gibt es keinen »Ost-West-Dialog« wie zur Zeit des Kalten Krieges, der dazu beitrug, eine militärische Konfrontation zu vermeiden. Hinzu kommt, dass der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen praktisch zu einem Sprachrohr des amerikanischen Außenministeriums geworden ist.

 

Auch der zeitliche Horizont für einen Krieg gegen Russland tritt immer deutlicher hervor. Das NATO-Gipfeltreffen in Wales vom 4. - 5. September ist dabei von entscheidender Bedeutung.

 

Da die USA und die NATO trotz allem nicht in der Lage sind, einen konventionellen Krieg gegen Russland zu gewinnen, besteht die Gefahr, dass eine militärische Konfrontation zu einem Atomkrieg eskaliert.

 

In der Zeit nach dem Kalten Krieg werden Atomwaffen nicht länger als »ultimative Waffen«, also als allerletztes Mittel, auf das man nur bei größter Gefahr zurückgreift, betrachtet. Die grundlegende Doktrin des Kalten Krieges, die Doktrin des »Gleichgewichts des Schreckens« (Mutual Assured Destruction«, MAD), besagte, dass jeder Angreifer damit rechnen müsse, auch nach einem nuklearen Erstschlag noch selbst vernichtet zu werden − das Prinzip der »nuklearen Abschreckung«. Jetzt gilt das Gegenteil: Das amerikanische Verteidigungsministerium lobt heute bestimmte Atomwaffen als »harmlos für die Zivilbevölkerung, da die Explosion unter der Erde stattfindet«. 2002 genehmigte der amerikanische Senat den Einsatz von Atomwaffen auf konventionellen Kriegsschauplätzen. Atomwaffen sind nur Teil der »militärischen Werkzeugkasten«, aus dem man sich zusätzlich zu konventionellen Waffen bedienen kann.

Wenn Krieg zu Frieden wird, stellt man die Welt auf den Kopf. Auf äußerst zynische Art und Weise bezeichnet Washington Atomwaffen heute als »Instrumente des Friedens«. Zusätzlich zu Atomwaffen ist auch der Einsatz von Chemiewaffen angedacht.

 

Darüber hinaus erwägen die USA und die NATO auch andere Methoden nichtkonventioneller Kriegsführung wie Finanzkrieg, Handelssanktionen, verdeckte Operationen, Cyberkriegsführung, Geoengineering [also vorsätzliche und großräumige Eingriffe mit technologischen Mitteln in geochemische oder biogeochemische Kreisläufe der Erde] und Umweltkrieg (ENMOD). Aber auch Russland verfügt über herausragende Fähigkeiten auf diesen Gebieten.

 

Führende westliche Politiker und andere Vertreter in hohen Ämtern sind an einem verbrecherischen Vorhaben beteiligt, das die Zukunft der Menschheit gefährdet.

 

Wir haben es hier mit einem Szenario für einen Dritten Weltkrieg zu tun, das auf dem NATO-Gipfel in Wales, den der britische Premierminister David Cameron als Gastgeber ausrichtet, erörtert werden wird. Die Tagesordnung dieses Treffens wurde bereits von Washington, der NATO und der britischen Regierung festgelegt. Cameron schrieb dazu laut der Nachrichtenagentur Reuters im Vorfeld des Treffens in einem Brief, der an die Staats- und Regierungschefs der NATO-Mitgliedsländer gerichtet war:

»Die führenden Vertreter [der NATO-Mitgliedsländer] sind aufgerufen, auf dem Gipfel aufgrund des illegalen russischen Vorgehens in der Ukraine die langfristigen Beziehungen zu Russland neu zu bewerten. Der Premierminister will das Gipfeltreffen dazu nutzen, darüber Einvernehmen zu erreichen, wie die NATO in den kommenden Monaten eine robuste Präsenz in Osteuropa beibehalten kann, um die dortigen Verbündeten der Unterstützung [der NATO] zu versichern, wobei man auf den Maßnahmen aufbauen kann, die bereits in der NATO in Angriff genommen wurden.«

Um diese »militärische Zeitplanung« umzustürzen, müssen u.a. folgende Ziele erreicht werden:

  1. Der kommende NATO-Gipfel im Celtic Manor Resort im walisischen Newport muss durch politischen Druck und Massenproteste verhindert werden. Auf diesem Treffen soll ein »politischer Konsens« für einen Krieg gegen die Russische Föderation herbeigeführt werden, der leicht in einen Dritten Weltkrieg eskalieren könnte. Ein solcher »politischer Konsens« muss daher verhindert werden.

  2. Zusätzlich zu den 28 NATO-Mitgliedsländern, die durch ihre Staats und/oder Regierungschefs vertreten sind, nehmen an dem Treffen auch sogenannte »Partnerländer« der NATO teil. Insgesamt werden Regierungen aus mehr als 60 Staaten anwesend sein. Es ist daher entscheidend, in all diesen 60 Ländern eine umfassende, weltweite Antikriegs-Kampagne zu initiieren, um den NATO-Gipfel in Wales zu verhindern.

  3. In den USA muss auf die Ablehnung des »Gesetzes zur Verhinderung russischer Aggression« (RAPA) hingewirkt werden, indem der öffentliche Druck auf die Senatoren und Kongressmitglieder erhöht wird. Es muss herausgestellt werden, dass das NATO-Kommuniqué, das bereits im Entwurf vorliegt, weitgehend diesem Gesetz entspricht.

  4. In den USA und allen NATO-Mitgliedsländern muss eine intensive und weitgefächerte Antikriegs-Diskussion entfacht und müssen Protestbewegungen initiiert werden.

  5. Jeder Anschein von Legitimität der militärischen Agenda der USA, der NATO und Israels muss durch Gegenpropaganda, die sich vor allem gegen die Berichterstattung in den Mainstream-Medien richten muss, untergraben werden.

Die Weltöffentlichkeit muss über diese bedrohlichen Kriegspläne informiert werden.

 

 

 

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Leser-Kommentare (21) zu diesem Artikel

06.09.2014 | 09:29

Elisa

"USA und NATO wollen weitere Bodentruppen stationieren und führen großangelegte Marinemanöver gegen einen »ungenannten Gegner« durch"Ganz nach dem Motto "Spiel mir das Lied vom Tod", eine moderne Wild-West-Story, die rücksichtslos um Sein oder Nicht-Sein kämpft. - Es geht für die FED jetzt um Sein oder Nichtsein,deshalb Abschuss der MH17-Maschine zur Rettung des Welt-Finanzsystems?http://globalfire.tv/nj/14de/politik/08nja_usrael_sein_oder_nichtsein.htm...

"USA und NATO wollen weitere Bodentruppen stationieren und führen großangelegte Marinemanöver gegen einen »ungenannten Gegner« durch"
Ganz nach dem Motto "Spiel mir das Lied vom Tod", eine moderne Wild-West-Story, die rücksichtslos um Sein oder Nicht-Sein kämpft.

- Es geht für die FED jetzt um Sein oder Nichtsein,
deshalb Abschuss der MH17-Maschine zur Rettung des Welt-Finanzsystems?
http://globalfire.tv/nj/14de/politik/08nja_usrael_sein_oder_nichtsein.htm


03.09.2014 | 14:41

Elisa

Der Artikel macht es mal wieder klar, die Nato ist der verlängerte Arm der US-Regierung. Diese plant eine Provokation nach der anderen gegen Russland, macht verbal verdeckt Anspielungen eines möglichen US-Angriffs mit Atomwaffen und heckt alle möglichen vordergründig politischen Machenschaften, die verdeckte Ziele anstreben sollen. Bei allen Tricks, die Russen kennen diese verkehrten US-Welten. Und das russische Regierungsteam ist nicht nur taktisch und strategisch sehr...

Der Artikel macht es mal wieder klar, die Nato ist der verlängerte Arm der US-Regierung. Diese plant eine Provokation nach der anderen gegen Russland, macht verbal verdeckt Anspielungen eines möglichen US-Angriffs mit Atomwaffen und heckt alle möglichen vordergründig politischen Machenschaften, die verdeckte Ziele anstreben sollen.

Bei allen Tricks, die Russen kennen diese verkehrten US-Welten. Und das russische Regierungsteam ist nicht nur taktisch und strategisch sehr kompetent, sondern auch schlagkräftig und gut untereinander abgesprochen. Ein Eindruck, den man von den Yankees gar nicht bekommt, denen wachsen die Probleme schon lange über den Kopf, gelöst haben sie die letzten Jahrzehnte gar nichts, sondern immer nur ihre schweren Finanz- und Wirtschaftskonflikte vor sich hergeschoben und mit faulen Tricks und noch mehr Lügenpropaganda versucht, diese zu verbergen. Das kann nicht gut zu Ende gehen.


01.09.2014 | 07:18

Umlandt Gerhard

@ Ulrich Folgende zwei Webseiten waren mir bei der Wahrheitssuche sehr behilflich 1) radioislam.org 2) http://globalfire.tv/nj/deutsch.htm


01.09.2014 | 06:38

Umlandt Gerhard

@ Ulrich ALLES BESTENS. Sie können sich auch gerne per E-Mail melden: navigador@inbox.com LG!


01.09.2014 | 01:06

Ulrich

Umlandt-Gerhard, vielen Dank für die Menge an Informationen. Ich habe mich z.B. mal über Merkel und Kohl informiert, und bin erstaunt und verwirrt über die Ergebnisse der Recherche, aber wie Sie wahrscheinlich schon beim Lesen meines letzten Kommentars gemerkt haben, brauche ich mal eine kleine Nachdenkpause. ich muß das alles erst mal verarbeiten, bevor ich wieder "in den Ring" steige. Bis dahin, alles Gute!


31.08.2014 | 16:36

Ulrich

UMLANDT Gerhard@; Ich habe schon einige Videos von B. Fulford gesehen, u.a. auch das von Ihnen genannte. Ich mag es aber noch nicht so ganz glauben, denn manche Nachrichten von Fulford erscheinen mir doch etwas verwirrend, manchmal hatte ich schon den Eindruck, dass er gerade wieder mal "ne Nase" oder irgendwelche Pilze genommen hat. Vielleicht tue ich ihm ja Unrecht, oder vielleicht sollte ich in Anbetracht der Lage weltweit selber mal was nehmen, wer weiß?

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