Radioaktive Nuklearabfälle in der Ostsee? Schweden bezichtigt Moskau
Udo Ulfkotte
Deutschland ist Ostsee-Anrainer. Erstaunlicherweise interessiert es derzeit nicht eine deutsche Zeitung, dass Russland in vergangenen Jahren nachts gewaltige Mengen an atomaren Abfällen und Giftmüll in die Ostsee gekippt haben soll. In Schweden sind die Zeitungen voll von Berichten darüber – in Deutschland sind die »Qualitätsjournalisten« offenkundig noch in jeckischer Karnevalsstimmung. Oder gelten für russische Nuklearabfälle in der Ostsee etwa andere mediale Grundsätze als für amerikanische? Wird da von deutschen Medien mit zweierlei Maß gemessen?
Die schwedische Regierung hat nach im Lande kursierenden Medienberichten seit Jahren schon gewusst, dass Russland heimlich radioaktive Nuklearabfälle in der Ostsee versenkt. Auch die Londoner BBC berichtete in den vergangenen Wochen groß darüber. Die schwedischen Zeitungen sind voll von solchen Berichten. Die schwedische Regierung fordert Aufklärung über die ungeheuren Vorwürfe, nach denen auch giftige Chemikalien von den Russen in der Ostsee versenkt wurden. Moskau dementiert die Vorwürfe inzwischen. Das alles betrifft ein Gewässer, in dem deutsche Urlauber im Sommer wieder baden werden. Die ganze Geschichte ist aus einem einfachen Grund höchst interessant: Stellen Sie sich doch einmal vor, ein amerikanischer Frachter würde bezichtigt, möglicherweise Giftmüll und radioaktive Atomabfälle in der Ostsee versenkt zu haben. Die selbsternannten Volkserzieher in den deutschen Medien würden gewiss sofort zur Höchstform auflaufen, aber im Falle Russlands … erfahren Sie als Bürger kein Wort darüber … Interessant, nicht wahr …?
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