Samstag, 10. Dezember 2016
17.06.2014
 
 

»Die schwarze Flagge des Dschihad wird über London wehen!« In England wächst die Sorge vor Anschlägen im Land geborener Kämpfer

Redaktion

Terroralarme, Anschläge ähnlich wie die vom 11. September 2001 und die Ermordung britischer Bürger könnte bald die Straßen Englands heimsuchen – so und ähnlich lauten die Drohungen britischer Staatsbürger, die gegenwärtig Seite an Seite mit der gewalttätigsten Terrorgruppe kämpfen, die in Syrien und dem Irak aktiv ist.

 

Die Drohungen stammen von britischen Staatsbürgern, die sich der sunnitischen Kampfgruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIS) angeschlossen haben. Laut Sunday Times drohen sie, wenn sie erst einmal im Irak fertig seien, käme England als nächstes dran. Diese Botschaft äußerten explizit drei dieser Kämpfer im Alter zwischen 19 und 29 Jahren.

 

Wie die Times berichtet, handelt es sich bei diesen jungen Erwachsenen nicht um frustrierte Jugendliche, im Gegenteil: Bei einem von ihnen handelt es sich um den 20-jährigen Hacker Junaid Hussain aus Birmingham, der schon einmal über das E-Mail-Konto einer Beraterin des früheren Premierministers Tony Blair an dessen private Daten und Kontakte gelangt war und sie ins Internet gestellt hatte. Später wurde er wegen damit nicht zusammenhängender Gewalttätigkeit zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

 

Die »schwarze Flagge des Dschihad« werde über London wehen, warnte Junaid Hussain am 4. Juni und kündigte kommende Schreckenstaten an. Er kämpft derzeit seit mehr als einem Jahr in Syrien.

 

Der zweite Dschihadist, der 19-jährige Muhammad Hassan aus Portsmouth, ging auf eine renommierte Schule. Er warnte auf Twitter, sollten die USA ihre Bedrohung von ISIS-Stützpunkten mit Drohnen nicht einstellen, würden ähnliche Anschläge wie die vom 11. September 2001 gegen die USA erfolgen.

 

Der dritte Kämpfer stammt ebenfalls aus Portsmouth und prophezeite einen »Amoklauf« gegen britische Staatsbürger, sollte er jemals nach England zurückkehren. »Stellen Sie sich vor, jemand ließe Bomben in der Nähe von Wahllokalen hochgehen oder würde die Fahrzeuge überfallen, die die Stimmzettel transportieren. Dies würde das ganze System durcheinanderwirbeln«, hieß es in einer weiteren Twitter-Meldung von Junaid Hussain, bevor er dann eine Warnung eines ähnlich fanatisierten Landmanns an die britische Bevölkerung verbreitete, in der es hieß, die Leute »sollten aufpassen«, denn »wir werden nach England zurückkommen und dann verheerenden Schaden anrichten«.

 

Als Teil seiner weiteren Angriffe setzte Hussain auch Anleitungen zum Bombenbau sowie Tipps, wie man Sprengkörper durch die Sicherheitskontrollen an Flughäfen schmuggeln könnte, ins Internet.

 

Von Syrien wieder zurück nach England zu reisen, ist nicht so schwierig, wie man das wohl annehmen könnte: Die Jugendlichen könnten zum Beispiel einfach in die Türkei reisen und dort die Grenzen überschreiten. Einer von ihnen wurde von einer Überwachungskamera erfasst, als er mit einem Ferienflug vom Londoner Flughafen Gatwick in das Tourismuszentrum Antalya in der Türkei reiste. Zu Hassans Gruppe (die oben erwähnten Twitterer gehören nicht dazu) zählten drei weitere Personen, die alle etwa Mitte 20 alt waren. Nachdem sie die Türkei erreicht hatten, reisten sie per Fahrzeug nach Syrien weiter.

 

Es ist keineswegs das erste Mal, dass darüber öffentlich berichtet wurde, dass britische Staatsbürger Seite an Seite mit nahmittelöstlichen Extremisten kämpfen. Es gab schon zahlreiche Drohungen dieser Art, und die Regierung versucht, die potenziellen Rückkehrer sehr genau im Auge zu behalten. Hinzu kamen Berichte über britische sunnitische Dschihadisten, die Syrien sozusagen als Training und Vorbereitung nutzen, um dann den Krieg in ihre Heimat zu tragen.

 

An diesen jüngsten Meldungen erschreckt daher nicht die Tatsache allein, sondern wie verbreitet die besondere Brutalität und Grausamkeit der Dschihadisten in Syrien sind. Britische Staatsbürger stellen die überwältigende Mehrheit der ausländischen ISIS-Kämpfer und gehören damit einer Organisation an, die aufgrund ihrer blutigen Vorgehensweise mit willkürlichen Hinrichtungen und körperlichen Verstümmelungen selbst von anderen syrischen Rebellen oder Oppositionellen als »Terroristen« bezeichnet werden.

 

Ein General der Freien Syrischen Armee sprach von den Schrecken, die die etwa 400 britischen extremistischen Kämpfer in Syrien anrichteten. Er wies darauf hin, dass die Gräuelgeschichten, die bereits über ISIS kursieren, nicht allein auf die Taten heimischer Kämpfer zurückgingen.

 

Mike Rogers, der amerikanische Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses, berichtete über das Ausmaß der Beteiligung ausländischer Kämpfer an den Operationen von ISIS. Gegenüber der Nachrichtensendung Fox News sagte er, es gebe dort »Tausende« amerikanischer und europäischer Freiwilliger und Söldner, die für ISIS kämpften. Die Terrorgruppe verfüge über die Möglichkeit, »Leute mit westlichen Pässen auszustatten und sie dann nach Europa und die USA zurückzuschicken, damit sie dort Terroranschlägen verüben«. Die Situation sei extrem gefährlich, meinte der republikanische Politiker, der Präsident Barack Obama drängte, seinen Einfluss auf die sunnitischen arabischen Staaten wie etwa Saudi-Arabien und Ägypten zu nutzen, damit diese gegen ISIS, die vermutlich teilweise von einflussreichen Sympathisanten in diesen Ländern finanziert wird, vorgingen.

 

Die neuen Drohungen erfolgen inmitten einer gefährlichen Eskalation der Gewalt im Irak, die immer mehr außer Kontrolle gerät, je näher ISIS an Bagdad heranrückt. Die Desertationen nehmen zu, je stärker die Militanten im Land vordrängen und amerikanische Waffen und militärische Ausrüstung im Wert von einigen Hundert Millionen Dollar erbeuten und stolz in Videos präsentieren.

 

Die Rebellen sind gegenwärtig dabei, die Großstädte Mosul und Tikrit einzunehmen, wobei sie auf ihrem weiteren Weg in Richtung Hauptstadt immer wieder Videos mit ihren brutalen und erschreckenden Hinrichtungs- und Enthauptungsszenen ins Internet stellen.

 

Großbritannien hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Verbreitung dieses Extremismus auf eigenem Boden möglichst zu verhindern. Im Verlauf des Wochenendes blockierte Twitter alle Konten, die mit ISIS in Zusammenhang standen, sowie die Konten der Unterstützer der Terrororganisation in England. Dies ist ein nachvollziehbarer Schritt, da der Großteil der Kommunikation zwischen den weltweiten Unterstützern des Dschihad über soziale Netzwerke verläuft, in denen die oben genannten, in England geborenen Terroristen alle neue islamische Namen benutzen.

 

Auch Premierminister David Cameron schloss sich den Warnungen an und hob hervor, Großbritannien sei zu seinem eigenen Schaden zu tolerant geworden und habe damit einem Anstieg des Extremismus Tür und Tor geöffnet. Der Premierminister hat schon verschiedentlich den Schutz und das Eintreten für »britische Werte« gefordert, um so der als bösartig empfundenen, unterschwelligen Islamisierung Großbritanniens entgegenzuwirken. Er habe eingesehen, sagte er vor Kurzem in einer Rede, die Regierung sei in einigen Bereichen zu nachgiebig gewesen. Es reiche nicht aus, »diese Werte in den Schulen nur zu respektieren. Sie sind keine einzelne Möglichkeit unter vielen, sondern stehen im Zentrum dessen, was es ausmacht, in England zu leben«, sagte Cameron weiter.

 

»In den vergangenen Jahren standen wir in der Gefahr, eine beunruhigende Botschaft auszusenden: Wenn sich jemand nicht an demokratische Werte gebunden fühlt, macht das nichts; wenn jemandem Werte wie Gleichheit und Gleichwertigkeit nicht zusagen, braucht man sich deswegen keine Sorgen zu machen; wenn sich jemand völlig intolerant verhält, werden wir dies hinnehmen. Dies hat nicht nur zur Spaltung der Gesellschaft geführt, sondern auch Extremismus – sowohl gewalttätiger als auch gewaltfreier Art – zugelassen und gefördert. Wir müssen für unsere britischen Werte und die Institutionen, die sie hochhalten und schützen, vehementer eintreten«, sagte er, nachdem die Öffentlichkeit angesichts angeblicher Versuche, bestimmte britische Schulen durch systematische Unterwanderung zu islamisieren, aufgeschreckt worden war. Es war daraufhin eine Untersuchung erfolgt, und auch in der Regierung war im Zusammenhang mit dem Problem Streit ausgebrochen.

 

 

 

 


 

 

 


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