Monday, 27. June 2016
13.06.2014
 
 

Amerikanische Spezialeinheiten sollen permanent in Osteuropa stationiert werden

Redaktion

Amerikanische Sondereinsatzkräfte permanent in Osteuropa stationieren zu können – dieser langgehegte Wunsch des Pentagons scheint jetzt in Erfüllung zu gehen. An die 100 Ausbilder sollen Sondereinheiten für Spezialoperationen in den früheren Staaten des Sowjetblocks trainieren, um auf diese Weise im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine eine »Botschaft« an Moskau zu senden.

 

Die jüngsten Stellungnahmen des amerikanischen European Command (EUCOM) belegen erneut, dass Washington die Krise in der Ukraine dazu benutzt, das NATO-Bündnis zu reaktivieren und die Präsenz amerikanischer Truppen in Europa zu verstärken, um das Bündnis enger an die USA zu binden. In einer EUCOM-Erklärung hieß es, das ihm unterstellte Special Operations Command Europe (SOCEUR), dessen Hauptquartier sich in Stuttgart befindet, »wird den Umfang seiner geplanten Manöver« aufgrund der blutigen Entwicklungen in der Ukraine »ausweiten«.

 

Amerikanische Spezialkommandos hätten bereits regelmäßig an militärischen Übungen in Osteuropa teilgenommen, nun aber sei geplant, sie dort ständig zu stationieren, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. SOCEUR-Sprecher Oberstleutnant Nick Sternberg erklärte: »Wir haben schon immer mit unseren Partnern in ihren Ländern gemeinsame Übungen veranstaltet. Aber anders als in der Vergangenheit werden wir im Rahmen dieser Ausbildungsmission jetzt eine ständige Präsenz der Sondereinsatzkräfte in dem Operationsgebiet entlang der Ostfront der NATO beibehalten.«

 

Die amerikanischen Ausbilder der Sondereinsatzkräfte werden auf dem Territorium der neuen NATO-Mitgliedsländer stationiert sein, um den dortigen Spezialeinheiten das taktische Vorgehen im Orts- und Häuserkampf zu vermitteln und Übungen mit offenen Booten bei Schein-Sturmangriffen und Fallschirmsprungoperationen durchzuführen und den Einsatz visueller Feuerleitsysteme zu trainieren.

 

Die Krise im Zusammenhang mit der Föderalisierung der Ukraine dauert nun schon mehr als zwei Monate an, und bisher waren die regulären Truppen und die Nationalgarde des Landes nicht in der Lage, die Verteidigungslinien der proföderalen Aufständischen in den russischsprachigen Regionen im Osten der Ukraine zu durchbrechen.

 

Die Kämpfe in der Ukraine haben gezeigt, dass sich die Selbstverteidigungskräfte erfolgreich den regulären Truppen widersetzen können. Es gelang ihnen sogar, Kampfhubschrauber und Kampfflugzeuge abzuschießen sowie gepanzerte Mannschaftstransportwagen mit so genannten reaktiven Panzerbüchsen (RPG) sowjetischer Bauart in Brand zu schießen. Die tatsächliche Zahl der bereits gefallenen ukrainischen Soldaten wurde bisher nicht bekanntgegeben.

 

Um ähnliche Entwicklungen an der NATO-Außengrenze – und in den neuen NATO-Mitgliedsländern – zu verhindern, wollen die USA, dass ihre Ausbilder für Sondereinsatzkräfte in bestimmten osteuropäischen Ländern wie den baltischen Staaten und Polen Spezialisten für Aufstandsbekämpfung ausbilden, um diese in die Lage zu versetzen, mit einem ähnlichen Szenario wie jetzt in der Ukraine fertigzuwerden. Darüber hinaus sollen amerikanische Sondereinsatzkommandos so nahe wie möglich an der russischen Grenze stationiert werden.

 

Die Amerikaner haben seit vielen Jahren Soldaten in Estland, Lettland, Litauen und Polen trainiert und ausgebildet. Alljährlich findet eine ganze Reihe internationaler Manöver in Europa statt, an denen ausnahmslos Soldaten aus den erwähnten Ländern teilnehmen.

 

Im Mai und Juni fanden bzw. finden fünf gemeinsame internationale Manöver in Europa statt. Exercise Flaming Sword in Litauen, Exercise Combined Resolve in Deutschland und das Bodentruppenmanöver Saber Strike, das zeitgleich zu den Marinemanövern Baltic Host 2014 und Baltops 2014 in den baltischen Staaten veranstaltet wird. An derartigen Übungen nehmen immer auch Sondereinheiten aus den teilnehmenden NATO-Ländern teil.

 

Bisher reichen die Fähigkeiten der Sondereinsatzkräfte der baltischen Staaten noch nicht an die Fähigkeiten der amerikanischen Marinespezialeinheit SEALS, der ebenfalls amerikanischen Spezialeinheit Delta Force oder des britischen Special Air Service (SAS) heran. »Sie haben, was ihre Fähigkeiten angeht, noch nicht das Niveau der amerikanischen, britischen oder französischen Spezialkräfte erreicht, aber einige der jüngeren NATO-Sondereinsatzkräfte holen rasch auf«, erklärte Linda Robinson, eine Expertin für Spezialeinheiten der Denkfabrik RAND Corporation, gegenüber Reuters. Einige Spezialeinheiten der neuen NATO-Mitgliedsländer, wie etwa die polnische Spezialeinheit GROM, nahmen bereits am Kriegseinsatz in Afghanistan teil.

 

Während seines jüngsten Besuchs in Europa versprach der amerikanische Präsident Barack Obama, die »territoriale Integrität« Estlands, Lettlands, Litauens, Polens und Rumäniens zu verteidigen, ohne allerdings näher darauf einzugehen, von welchem »Feind« eine Bedrohung dieser Integrität ausgehen könnte. Dem neuen ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko sicherte Obama zu, Washington werde Möglichkeiten finden, das ukrainische Militär zu unterstützen. So könne man etwa Ausbilder in das Land entsenden.

 

Man kann sich kaum vorstellen, dass die USA selbst Spezialeinheiten in die Ukraine entsenden würden, um die dortige Regierung gegen die proföderalistischen Aufständischen im Osten des Landes zu unterstützen. Aber amerikanische Ausbilder könnten sehr wohl ukrainische Sondereinsatzkräfte trainieren und ausbilden, die sich dann dieser Aufgabe widmen könnten.

 

Bisher hat EUCOM immer versichert, es seien keine amerikanischen Soldaten in der Ukraine im Einsatz. Zudem würden auch keine ukrainischen Soldaten in die geplante Ausbildung der Sondereinsatzkräfte der osteuropäischen NATO-Länder miteinbezogen.

 

Amerikanische Spezialeinheiten waren massiv an den Kriegseinsätzen im Irak und in Afghanistan beteiligt. Dabei operierten sie in der Regel hinter den feindlichen Linien, um dort Aufklärungseinsätze und verdeckte Operationen gegen Al-Qaida- und Taliban-Kämpfer durchzuführen.

 

Seit den Terroranschlägen vom 11. September wurde die Zahl der amerikanischen Sondereinsatzkräfte verdoppelt, die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel wurden verdreifacht und die Zahl der Operationen sogar vervierfacht.

 

 

 


 

 


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