Monday, 26. September 2016
31.05.2014
 
 

Bilderberg in Kopenhagen: Randnotizen zu einem ungewöhnlichen Freitag

Redaktion

Dieses Wochenende steht vollständig unter dem Motto Bilderberg. Während die Konferenzteilnehmer im Kopenhagener Marriott-Hotel tagen, spielen sich am Rande immer wieder mehr oder minder seltsame Szenarien ab. Auch sie können manchmal wertvolle Einblicke vermitteln. Dieser Freitag legt beredt Zeugnis davon ab.

Die Elite hat sich wieder einmal zum regen Gedankenaustausch versammelt. In trauter Runde wird diskutiert und besprochen, wie die Welt in den nächsten Jahren aussehen soll und welche Probleme sich dabei für die großen Entscheidungsträger stellen. Wer Macht hat, der will sie auch behalten. Und das 60-Jahres-Jubiläum von Bilderberg demonstriert die Bedeutung der Konferenz überdeutlich. Die geheime Tagung ist zum festen Bestandteil der Machtelite geworden, ihre Bedeutung kann gar nicht unterschätzt werden.

 

Das Wetter zeigte sich zum Auftakt der Geheimkonferenz beinahe schon naiv wohlgesonnen, und so trieb es auch die ansonsten meist eher lichtscheuen Bilderberger an die Sonne. Zumindest zwischen diversen Programmpunkten ließen sich etliche von ihnen auf der Veranda des Kopenhagener Marriott-Hotels blicken, setzten sich an die kleineren runden Tische und tauschten sich dort in weitgehend privater Atmosphäre aus.

 

Damit bot sich für die alternativen Journalisten natürlich eine günstige Gelegenheit, einige Mitglieder der Gruppe abzulichten und ihre Anwesenheit auf dem diesjährigen Treffen zu dokumentieren. Den Fotografen war zuvor untersagt worden, ein dem Hotel direkt benachbartes Gelände zu betreten, doch hatten sie die Genehmigung erhalten, die Bilderberger durch einen Metallzaun hindurch ins Visier zu nehmen – unter einer Bedingung: die Teilnehmer nicht zu beschimpfen.

 

So konnten die Journalisten immerhin ihre Aufnahmen machen. Die Situation erscheint allerdings reichlich paradox. Die meisten Bilderberger stehen sowieso in der Öffentlichkeit und sind weithin bekannt. Von ihnen zirkulieren zahlreiche gute Fotos. Doch auf diesen besonderen Tagungen geben sie sich meist sehr kamerascheu. Dieses Verhalten wird angesichts der vorliegenden Teilnehmerlisten noch paradoxer. Die Publikation dieser offiziellen Listen ist eine der wenigen Konzessionen von Bilderberg an die Öffentlichkeit. Seitdem kann sich jedermann darüber informieren, wer dort erscheint. Allerdings gibt es noch die inoffiziellen Gäste, die zu den Treffen reisen, ohne genannt zu werden.

 

Obwohl ihre Teilnahme also publik ist und sogar per Internet nachgeprüft werden kann, wollen die wenigsten Bilderberger als solche erkannt werden. Das dürfte allerdings weniger mit einem schlechten Gewissen als mit blankem Pragmatismus zu erklären sein. Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte, Bilderberger aber bleiben dazu in aller Regel stumm. Man will nicht gesehen werden, um später nicht darauf angesprochen zu werden.

 

Einen Repräsentanten der Machtelite auf seine Teilnahme an Bilderberg anzusprechen, dafür gibt es erfahrungsgemäß nie den richtigen Zeitpunkt. Ganz gleich, wann man diese eine spezielle Frage stellt, sie kommt höchst ungelegen. Soll die Foto-Genehmigung einfach nur Stärke demonstrieren? Wollen die Teilnehmer Flagge zeigen und belegen, dass sie die kritische Öffentlichkeit bestimmt nicht zu fürchten haben oder sich gar vor ihr verstecken müssen? So lange die Abendnachrichten nicht ausführlich über die Treffen berichten, soll es den Teilnehmern wahrscheinlich recht sein.

 

Oder das schöne Wetter war schuld. Auf der sonnigen Terrasse zeigten sich unter anderem auch Google-Chef Eric Schmidt, Étienne Davignon vom Bilderberg-Lenkungsausschuss sowie Ex-Weltbank-Präsident James D. Wolfensohn. Nachdem sich die Teilnehmer allerdings wieder in die Räumlichkeiten des Hotels zurückgezogen hatten und das besondere »Foto-Shooting« vorbei war, tauchten zwei Polizeibeamte auf und drehten den Spieß um – sie hatten Videokameras dabei und filmten die Fotografen. Jeder machte also »Erinnerungsfotos« vom anderen.

 

Zu den skurrileren Vorfällen des Tages zählte auch die Begegnung von Ed Balls mit der Bilderberg-Security. Der britische Minister und Shadow Chancellor of the Exchequer war zu Fuß unterwegs und wollte gerade das Hotelgelände betreten, als er von mehreren Polizisten genau daran gehindert wurde. Er konnte seinen Zugangspass nicht finden. Balls öffnete einen Rollkoffer und wühlte Stöße von Dokumenten durch, während die Beamten telefonierten und die Sachlage zu klären versuchten. Plötzlich war also ein Bilderberger selbst in eine Situation geraten, wie sie normalerweise den Vertretern alternativer Medien vorbehalten ist. Balls übergab den Polizisten seinen Reisepass und setzte noch schnell dazu: »Das ist mein Name, ich stehe auf der Teilnehmerliste«.

 

 

Diese Szene mit Seltenheitswert wurde von InfoWars-Reportern gefilmt und entspricht so gar nicht dem üblichen Ablauf der Geschehnisse. Für gewöhnlich gibt es für Bilderberg-Teilnehmer keine Probleme, die Gäste verschwinden schnell wieder aus den Augen der Öffentlichkeit und mitten hinein in die Anonymität. Aber schließlich dienen die diversen Vorkehrungen lediglich der eigenen Sicherheit. Und so wurde Ed Balls dann auch von Polizeibeamten auf das Gelände des Marriott eskortiert.

 

Ein Journalist konnte gestern eine weitere seltsame Begebenheit filmisch dokumentieren, als an einem Hotelfenster plötzlich eine Gruppe von drei Männern in weißen Bademänteln auftauchte. Die nicht identifizierten Herrschaften stellten sich in einer Reihe mit dem Rücken zum Fenster auf, legten sich die Arme gegenseitig auf die Schultern, und warteten darauf, von einer Person im Hintergrund fotografiert zu werden. Ein vierter Mann, der offenbar den Selbstauslöser der Kamera betätigt hatte, eilte hinzu. Nach einigem Hin und Her schien es mit dem Foto funktioniert zu haben.

 

Insgesamt waren sechs nicht identifizierte Personen hinter dem Fenster zu sehen. Ihnen fiel schließlich auch auf, von der Straße aus gefilmt zu werden. Einer der Männer stellte sich daraufhin direkt vor die Scheibe, setzte ein breites Grinsen auf und winkte mit bewusst übertriebener Gestik, um anschließend gleich den Vorhang vorzuziehen. Schon ist die Rede von einer bizarren homoerotischen Szene, wobei Kommentatoren an entsprechende Tendenzen auf den elitären Treffen im kalifornischen Bohemian Grove erinnern. Allerdings wäre das dann schon eine ganz andere Dimension.

Jede Interpretation einfach einmal außen vor gelassen, bleibt der Vorfall doch einigermaßen seltsam, vor allem in Anbetracht dessen, welchen Wert Bilderberg auf geringe Publizität wirft. Vermutlich handelte es sich um Hotel- oder Sicherheitspersonal, das möglicherweise sogar Konsequenzen für diese Blödelei tragen muss. Welche Konsequenzen aber muss die Welt aus den Entscheidungen ziehen, die in den kommenden Tagen im Marriott-Hotel getroffen werden?

 

Selbst, wenn viele Randbeobachtungen zur Konferenz nicht sonderlich aussagekräftig erscheinen, können auch sie aufschlussreich sein. So auch die Begegnung zwischen Ed Balls und der dänischen Polizei. Der Koffer des britischen Ministers war voller Dokumente. Er verdeutlicht eines ganz klar: Hier trifft man sich wirklich nicht für einen lockeren Austausch, hier wird über mehrere Tage hinweg intensiv gearbeitet und aktiv Geheimpolitik betrieben, von der die Welt nichts erfahren soll!

 

 

 

 

 


 

 

 


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