Wednesday, 27. July 2016
14.03.2015
 
 

EU zieht in den Medienkrieg: »Russlands Führung als Monster darstellen«

Redaktion

Europas Staats- und Regierungschefs werfen Russland vor, »Desinformationskampagnen« zu betreiben. Nun soll die oberste Außenpolitikerin der EU innerhalb von drei Monaten Ideen für Gegenmaßnahmen vorlegen. Das geht aus einem Dokument hervor, das durchgesickert ist.

 

Der Nachrichtenagentur Reuters ist ein Entwurf für den EU-Gipfel am 19. und 20. März in die Hände gefallen. Darin heißt es, man werde die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Federica Mogherini, bitten, innerhalb von drei Monaten einen »Aktionsplan« zur Stützung der »Pressefreiheit« vorzulegen.

»Der Europa-Rat betont, wie wichtig es ist, gegen Russlands fortwährende Desinformationskampagnen vorzugehen, und bittet die Außenbeauftragte, […] dem Europa-Rat bis Juni einen Aktionsplan zur strategischen Kommunikation in Sachen Pressefreiheit und Werte der EU vorzubereiten«, so der Entwurf. Als erster Schritt in dieser Richtung begrüße man die Einrichtung eines Kommunikationsteams.

 

In dem Reuters-Artikel zu dem Thema wird RT namentlich erwähnt als eine vom russischen Staat finanzierte Nachrichtenagentur, die »beständig ihre Aktivitäten ausweitet«.


Weiter zitiert Reuters einen anonymen EU-Diplomaten mit den Worten: »Russlands Propaganda führt zu wachsender Besorgnis. Jetzt spitzt es sich zu.« Der Westen mache sich für Meinungsfreiheit und Redefreiheit stark, doch seine Handlungen laufen dem zuwider, sagte der Londoner Politik-Analyst Alexander Mercouris RT.

 

»Der Westen hat immer behauptet, keine Propaganda zu betreiben und an die Meinungsfreiheit und den freien Austausch von Meinungen zu glauben. Und dennoch klingt es jetzt im Grunde so, als würde der Westen einen Propagandasender aufbauen, der die westliche Meinung nach Russland ausstrahlt. Sie sagen also das eine und tun das genaue Gegenteil«, so Mercouris.

 

Die westlichen Medien sprechen »mit einer Stimme und sagen Dinge, die viele Menschen im Westen nur schwer akzeptieren können«, deshalb suchten die Menschen nach alternativen Nachrichtenquellen, die sie »als zuverlässig und objektiv erachten und zu denen, die sie gefunden haben, zählt RT«, sagte Mercouris.

 

Mit ihren Bemühungen, zu verhindern, dass Russlands Stimme in der internationalen Medienlandschaft mehr Gewicht bekommt, folgt die EU augenscheinlich dem Vorbild der USA.

 

Dort regte im August 2014 das Broadcasting Board of Governors (BBG) die Gründung eines russischsprachigen Fernsehsenders an, damit »die USA mit Russia Today (RT) konkurrieren können«. Als Rundfunkdirektorium beaufsichtigt das BBG die staatlich geförderten Medien der USA.

 

Im Januar 2015 bezeichnete der neu ernannte BBG-Vorsitzende Andrew Lack RT als eine der wichtigsten Herausforderungen der Behörde.

 

Mit seiner Aussage zog er sich rasch den Zorn der Presse und der Menschenrechtler zu, denn die beiden anderen Herausforderungen, die Lack nannte, waren ISIS und Boko Haram. Und Amerikas Außenminister John Kerry hat kürzlich den Kongress um mehr Geld für Propagandamittel und Programme »zur Förderung der Demokratie im Ausland« gebeten.

 

»Russia Today kann auf Englisch gehört werden – haben wir etwas Vergleichbares auf Russisch?«, fragte Kerry. »Das ist ein ziemlich kostspieliges Unterfangen. Die (Russen) geben enorme Geldbeträge aus.«


Westliche Politiker sprechen gerne davon, dass sich RT sein Auslandsprogramm »gewaltige Geldmengen« kosten lässt. Der amerikanische Abgeordnete Ed Royce von den Republikanern sagte kürzlich, er schätze, dass RT 500 Millionen Dollar kostet.

 

Tatsächlich liegt der Etat von RT für 2015 bei nicht einmal der Hälfte – 13,85 Milliarden Rubel, was nach aktuellem Wechselkurs 225 Millionen Dollar entspricht.

 

Zum Vergleich: Amerikanische Staatsmedien erhalten 721 Millionen Dollar und der BBC World Service, der im Januar darüber klagte, dass RT »den Informationskrieg gewinnt«, streicht rund 375 Millionen Dollar jährlich ein.

 

 

Nicht jeder ist der Meinung, dass die Beliebtheit von Medien davon abhängt, wie viel Geld ihnen zur Verfügung steht. »Das Problem mit den USA ist meiner Meinung nach, dass sie ein unbegrenztes Werbebudget haben, das von ihnen verkaufte Produkt im Ausland allerdings nicht besonders gefragt ist«, sagte Daniel McAdams RT.

 

McAdams leitet das Ron Paul Institute. »Die Leute sind den Interventionismus der USA leid. Sie sind die Sonderrolle der USA leid. Sie sind es leid, dass die USA ihr Land bombardieren. Einem Somalier ist es vermutlich nicht wichtig, sich eine Radiosendung aus den USA anhören zu können. Er wünscht sich einfach nur, dass die USA aufhören, ihn zu bombardieren.«


Dass RT so beliebt sei, liege daran, dass sich die Menschen einen Standpunkt wünschen, der sich von dem der westlichen Medien abhebt, räumte sogar Edward Lucas ein. Der Redakteur vom Economist gehört zu den schärfsten Kritikern RTs:

»Warum sehen sich so viele Menschen gerne RT an? Weil sie glauben, dass die Mainstreammedien ihnen nicht die Wahrheit sagen und weil sie die politische Elite in unseren Ländern über haben.«

 

 

 

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Leser-Kommentare (53) zu diesem Artikel

14.05.2015 | 22:06

E.Müller

Eine Gegenkampagne ist schwer machbar . Dazu bräuchte man integere Politiker und Journalisten, denen eine objektive Berichterstattung am Herzen liegt. Selbst wenn man damit jetzt ehrlich anfangen würde, wäre es doch aussichtslos . Das Vertrauen derer , die man erreichen will , ist bereits zerstört und man will deshalb nicht einmal mehr zuhören,,, egal was man zu sagen hat. Daneben gibt es für Meinungs-und Pressefreiheit ein Problem, welches sich nicht aus der Welt schaffen läßt....

Eine Gegenkampagne ist schwer machbar . Dazu bräuchte man integere Politiker und Journalisten, denen eine objektive Berichterstattung am Herzen liegt. Selbst wenn man damit jetzt ehrlich anfangen würde, wäre es doch aussichtslos . Das Vertrauen derer , die man erreichen will , ist bereits zerstört und man will deshalb nicht einmal mehr zuhören,,, egal was man zu sagen hat. Daneben gibt es für Meinungs-und Pressefreiheit ein Problem, welches sich nicht aus der Welt schaffen läßt. Die Konzentration der Medienmacht in wenigen Händen ist in der westlichen Welt ein Faktum . Damit kann man sagen , dass die Struktur für eine demokratische Berichterstattung schon lange nicht mehr besteht . An erster Stelle stünde die Zerschlagung der Medienkonzerne und die Schaffung einer dezentralen demokratischen Medienlandschaft. Erst dann lohnt es sich über Inhalte zu reden. Der staatliche Mainstream unterscheidet sich hierzulande strukturell kaum von Ländern wie China oder Rußland. Jene , die direkt im System arbeiten merken das aber naturgemäß nicht


25.03.2015 | 16:35

GLADIO

Kerry >>> »Russia Today kann auf Englisch gehört werden haben wir etwas Vergleichbares auf Russisch? Nein, habt ihr Kriegstreiber nicht !!! >>> aber wir haben noch etwas besseres wovon ,du Kerry, und deine kriminellen Illuminati wohl noch nichts gehört haben >>> RT auf Deutsch >>> http://www.rtdeutsch.com/ >>> weiter so RT !!! >>> viele Grüße ...


16.03.2015 | 11:01

Alex

Gestern lief bei russ.Fern. ein Doku. "Krim der Heimweg" Heute früh DLF- TOTAL VERDREHTE ÜBERSETZUNG! !!! Hab aus gemacht-konnte nicht mehr hören! !!!! Und dis reden über russische Propaganda! !!! Lügnern!!!! Heuchlern!!!! Korrupte Schweine!!!!


15.03.2015 | 22:40

Alexander Leibitz

@SYNTAX: Nicht schlecht parriert, aber um sich Konfuzius VOLLUMFÄNGLICH anschließen zu können, müßten Sie schon Ihren "Bericht" loslassen können, denn "nur Worte" sind vor allem der.


15.03.2015 | 15:03

S.Y.N.T.A.X

@15.03.2015 | 09:44 Alexander Leibitz ---XXXX--- Vielen Dank für die Darlegung ihrer Sichtweise... und, was zeigt mir ihre Sicht auf das geisteskranke Verbrechen in Deutschland? – Sie werden nie an einer Lösung beteiligt sein, weil sie mit zum Problem gehören! Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. Konfuzius ---XXXX--- Also, ich schließe mich Konfuzius voll umfänglich an!


15.03.2015 | 10:21

Nationalliberaler

Wenn dgenerierte Völkerfeinde, evangelikale, islamophile Hochfinanzzionisten und poststalinistische Putschisten im inneren Zirkel des Bösens ein "Monster" kreieren, sollte man sich zunächst nicht vor dem Monster fürchten.

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