Wednesday, 25. May 2016
05.05.2014
 
 

Haben unbekannte Provokateure die Gewalt in Odessa angestachelt?

Redaktion

Videoaufzeichnungen, die während der blutigen Ereignisse in Odessa am vergangenen Wochenende entstanden, bei denen 46 Menschen starben und mindestens 214 weitere Personen verletzt wurden, liefern ein sehr viel komplizierteres Bild und zeigen, wie Provokateure Gewalttätigkeiten ausgelöst haben.

Die ukrainische Regierung macht die Aktivisten, die die Autonomie von Kiew anstreben, für den Ausbruch der Gewalttätigkeiten verantwortlich, die zu dem tragischen Brand in dem Gewerkschaftshaus geführt haben. Das ukrainische Innenministerium erklärte, Kiew-Gegner

hätten die Unterstützer der Regierung in Kiew angegriffen, bevor sie dann Zuflucht in dem Gebäude gesucht und begonnen hätten, Molotowcocktails in die Menge zu werfen, was dann zum Feuer geführt hätte.

 

Der russische Fernsehsender Kanal eins rekonstruierte die chronologische Reihenfolge der Ereignisse, wobei er auf öffentlich verfügbare YouTube-Videos zurückgriff, die ausführlicher zeigen, was in Odessa am Freitag geschah.

 

Es begann mit einem Fußballspiel zwischen zwei Vereinen – Tschernomorez Odessa gegen Metalist Charkiw. Trotz der enormen politischen Spannung genehmigten die Behörden dennoch das Fußballspiel, wobei allen klar war, dies würde bedeuten, dass einige Tausend Pro-Kiew-Fußballfans in die Stadt kämen.

 

Nach dem Spiel machten sich etwa 1500 Unterstützer der Regierung in Kiew und Fußball-Ultras gemeinsam auf einen Protestmarsch zur Unterstützung der Einheit der Ukraine. Die Demonstration war von den lokalen Behörden genehmigt worden. Auch Nationalisten machten sich auf den Weg in die Innenstadt und riefen dabei Slogans wie »Ruhm der Ukraine« und »Tod den Feinden« oder »Stecht die Moskals nieder« (»Moskal« ist eine beleidigende Bezeichnung für Russen). Einige Personen in der Gruppe trugen deutlich sichtbar Abzeichen einer ultranationalistischen Bewegung. Sie waren mit Ketten und Schlagstöcken bewaffnet und führten Schilde mit sich.

 

Die Gewalt brach aus, als die Pro-Kiew-Gruppe auf Regierungsgegner stieß. Diese trugen St.-Georg-Bänder, womit sie sich als Befürworter der Autonomiebestrebungen zu erkennen gaben, sowie rote Armbinden. Einige der Bereitschaftspolizisten, die vor Ort waren, trugen die gleichen roten Armbinden.

 

Dann griff die deutlich kleinere Gruppe vermeintlicher Gegner der Regierung in Kiew die andere Gruppe an und provozierte damit die Demonstranten. Videoaufzeichnungen zeigen dann eine kleinere Gruppe von Männern mit roten Armbinden, die die Pro-Kiew-Menge in eine andere Richtung lenken.

 

 

Zu einem bestimmten Zeitpunkt öffnete dann die Polizei ihre Absperrungslinie und ließ die Männer mit den roten Armbändern durch und schloss sie dann wieder. Ein weiteres Video zeigt einen Mann, der hinter der Polizeiabsperrung steht und in die Pro-Kiew-Menge schießt. Diese Provokationen lösten dann Zusammenstöße aus, und beide Seiten begannen, sich gegenseitig mit Steinen zu bewerfen. Auch Schüsse waren zu hören.

 

 

Die angeblichen Anti-Kiew-Aktivisten waren dann plötzlich verschwunden, und wütende Kiew-Unterstützer machten sich auf den Weg zum Lager der Opposition, das sich vor dem Gewerkschaftshaus befand. Auf dem Platz vor dem Gewerkschaftshaus hielten sich nun seltsamerweise keine der ursprünglichen Angreifer mit ihren roten Armbinden mehr auf. Stattdessen brachten sich nun einige Dutzend Pro-Autonomie-Aktivisten um das Zeltlager herum in Position.

 

 

Als sie die wütende Menge sahen, die sich dem Lager näherte, suchten sie im Gewerkschaftshaus Zuflucht. Überlebende des Feuers berichteten, sie hätten sich im Gewerkschaftshaus verbarrikadieren müssen, um dem aufgebrachten Mob zu entgehen, der ihr Zeltlager anzündete.

 

 

Radikale Kräfte begannen dann Molotowcocktails gegen das Gewerkschaftsgebäude zu werfen und setzten es ebenfalls in Brand. Zeugen erklären, diejenigen, denen es noch gelungen sei, dem Feuer zu entkommen, seien von den Belagerern des brennenden Gebäudes mit Schlägen empfangen worden.

 

 

Das ukrainische Innenministerium stellt die Ereignisse demgegenüber anders dar. Es behauptet, die Opfer der gewalttätigen Ausschreitungen hätten selbst das Feuer gelegt, als sie begannen, Molotowcocktails aus den oberen Etagen des Gewerkschaftsgebäudes zu werfen.

 

Viele Videos der Ereignisse zeigen aber, dass Molotowcocktails von außen in das Gebäude geworfen wurden, und weitere Videos zeigen, dass einige radikale Pro-Kiew-Aktivisten sich ebenfalls innerhalb des Gebäudes aufhielten und eine ukrainische Flagge schwenken.

 

Die Auswertung dieser zahlreichen Videos und anderer Hinweise führt zu der Schlussfolgerung, dass die Fußballfans möglicherweise manipuliert wurden, während unbekannte Kräfte die Gewalttätigkeiten anstachelten.

 

 

 

 


 

 

 

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