Sunday, 25. September 2016
17.12.2012
 
 

Iranischer Generalstabschef: NATO-Raketen an der türkisch-syrischen Grenze wecken Befürchtungen vor Ausbruch eines Weltkriegs

Redaktion

Die Stationierung von Patriot-Flugabwehrraketen an der türkisch-syrischen Grenze könnte zum Auftakt eines globalen Konflikts werden, erklärte der iranische Generalstabschef Generalmajor Hassan Firouzabadi am vergangenen Samstag im iranischen Fernsehen. Nicht nur die Zukunft Europas, sondern das Schicksal der ganzen Welt stünde auf dem Spiel, sagte er weiter.

Nach einem Bericht über die Entsendung einiger Patriot-Flugabwehrsysteme der NATO in die Türkei warnte der General, dieser Schritt verschärfe den syrischen Konflikt nur noch weiter. »Leider stimmt ein westliches Land nach dem anderen dem Einsatz der Patriot-Flugabwehrraketen an der türkischen Grenze zu Syrien zu, während sie damit eigentlich auf einen Weltkrieg hinsteuern, der

für die Zukunft der Menschheit und Europas selbst sehr gefährlich wäre«, meinte er.

 

Firouzabadi forderte die Türkei und die anderen Staaten, die bereits zugesagt haben, Patriot-Systeme in die Krisenregion Nahmittelost zu entsenden, auf. Zurückhaltung zu zeigen und die Entscheidung noch einmal zu überdenken, bevor es zu spät sei. »Die Besonnenen und die Elite in Europa, den USA und der Türkei sollten die Patriot-Raketen abbauen und sie aus der Region abziehen, bevor sich dort ein Flächenbrand entwickelt«, sagte der General weiter.

 

In seiner Rede vor einer Militärakademie machte der General klar, aus iranischer Sicht bedrohten die Patriot-Raketen die Sicherheit der Region. »Jede von ihnen bildet eine Markierung auf der Landkarte und bereitet damit den Ausbruch eines Weltkriegs vor«, zitiert ihn die iranische Nachrichtenagentur INSA.

 

Am 21. November hatte die Türkei bei der NATO um Unterstützung nachgesucht und nach einer Reihe von Grenzzwischenfällen und Feuerwechseln entlang der Grenze zu Syrien die Stationierung von Patriot-Raketen in der Region erbeten. Der türkischen Forderung wurde am 4. Dezember entsprochen, und Deutschland und die Niederlande bereiten derzeit die Verlegung jeweils zweier Patriot-Systeme vor. Etwa 400 deutsche und 360 niederländische Soldaten werden die Raketen in die Türkei begleiten, wo Anfang Januar 2013 mit ihrem Eintreffen gerechnet wird.

 

Am vergangenen Freitag hatte der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta ebenfalls den Befehl zur Verlegung zweier Patriot-Luftabwehrraketensysteme in die Türkei unterzeichnet. Etwa 400 amerikanische Soldaten werden als Bedienungsmannschaft für diese Systeme mitreisen.

 

Berichten zufolge gestattete die Türkei ihren NATO-Partnern, in der Westprovinz Izmir Anfang Dezember einen neuen Militärstützpunkt zu errichten. Eine Gruppe von NATO-Spezialisten ist bereits dabei, in der an Syrien grenzenden Provinz Sanliurfa im Südosten der Türkei mögliche Stellungen für die Patriot-Systeme zu erkunden.

 

Russland und der Iran kritisierten dieses Vorgehen der NATO von Anfang an scharf. Nachdem die Türkei ihre Absicht erklärt hatte, Patriot-Systeme in der Region zu stationieren, machte der russische Außenminister Lawrow in einem Telefongespräch mit NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen die Bedenken Russlands deutlich. Bereits im November hatte Lawrow gewarnt: »Jede weitere Provokation könnte einen sehr ernsten Konflikt auslösen. Wir wollen dies verhindern.« Und im Rahmen eines offiziellen Staatsbesuchs in der Türkei gab der russische Präsident Putin zu bedenken, die Anhäufung von Waffen an der Grenze zu einem anderen Land trage wohl kaum zur Stabilität der Region bei, und zitierte dabei einen bekannten russischen Dramatiker mit den Worten: »Wenn zu Beginn des Stücks ein Gewehr an der Wand hängt, wird es mit Sicherheit auch abgefeuert werden, je mehr man sich dem Ende nähert.« Putin wies zudem darauf hin, dass die Patriot-Systeme nicht mehr dem neuesten Stand der Technik entsprächen und daher nur eine zweifelhafte Sicherheitsgarantie böten.

 

Im August hatte General Firouzabadi Ankara gewarnt, mit ihrer Unterstützung der syrischen Opposition riskiere die Türkei, den Konflikt auf ihr eigenes Territorium zu tragen. Die türkische Regierung reagierte auf diese kaum verhüllte Drohung scharf.

 

Am Samstag bekräftigte der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi, sein Land werde nicht zulassen, dass der Westen Präsident Baschar al-Assad stürze. »Die Islamische Republik Iran wird die westlichen Pläne und Szenarien vereiteln, die auf den Sturz der syrischen Regierung hinauslaufen«, meinte er in einem Beitrag, der auf der Internetseite des iranischen Staatsfernsehens veröffentlicht wurde.

 

 

 

 


 

 

 

 

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