Tuesday, 30. August 2016
16.07.2013
 
 

Israelische U-Boote führten Angriff auf syrisches Waffenlager der Armee im Juli durch

Redaktion

Die britische Sunday Times meldete, israelische Unterseeboote seien für den Angriff auf ein Waffenlager der syrischen Armee in der Hafenstadt Latakia am 5. Juli verantwortlich. Amerikanische Medien hatten zuvor behauptet, die israelische Luftwaffe habe den Angriff durchgeführt.

Unter Berufung auf Geheimdienstkreise berichtet die Times weiter, Ziel der israelischen U-Boote sei ein Kontingent von 50 Jachont-P-800-Anti-Schiff-Raketen russischer Bauart gewesen, die vor einiger Zeit zur Unterstützung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in Syrien eingetroffen seien. Der israelische Angriff soll in enger Abstimmung mit den USA erfolgt sein.

 

Bei der Jachont handelt es sich um eine weiterentwickelte Version der russischen P-800 Onyx (NATO-Bezeichnung: SS-N-26 Strobile). Sie erreicht Überschallgeschwindigkeit und kann einen 200 Kilogramm schweren Sprengkopf 300 Kilometer weit befördern. Die Raketen können von Land, der See, der Luft und Unterseebooten aus abgefeuert werden. Da sie in der Lage sind, nur wenige Meter über der Wasseroberfläche zu fliegen, sind sie durch das feindliche Radar nur schwer zu entdecken.

 

 

Wie die Zeitung schreibt, hätten die israelischen U-Boote, die von Deutschland gebaut wurden, einen Marschflugkörper auf das geheime Waffenlager abgeschossen. Später berichteten syrische Rebellen von heftigen Explosionen am Hafen in der Nähe von Marinebarracken im Morgengrauen, die die Feuerkraft der FSA überträfen, aber den Möglichkeiten etwa der israelischen Armee durchaus entsprächen. Syrische Aufständische erklärten, sie seien für die Explosionen nicht verantwortlich.

 

Ein Sprecher des Obersten Militärrates der Freien Syrischen Arme (FSA), Kassem Saadeddine, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, die geheimdienstlichen Netzwerke der Rebellen hätten bestätigt, dass sich in den angegriffenen Depots neu angekommene Jachont-Raketen befunden hätten. »Die FSA hat diese Depots nicht angegriffen. Diese Angriffe wurden nicht von Rebellen ausgeführt. Es handelte sich entweder um einen Luftangriff oder um eine Langstreckenrakete, die von einem Schiff im Mittelmeer aus abgefeuert wurde«, sagte er. Der amerikanische Fernsehsender CNN hatte zuerst über den Angriff berichtet.

 

Drei hochrangige amerikanische Regierungsbeamte hatten unter Zusicherung ihrer Anonymität angeblich gegenüber der New York Times erklärt, die israelische Luftwaffe habe das Lager mit russischen Anti-Schiff-Raketen angegriffen, die eine Bedrohung für die israelische Kriegsmarine darstellten. Israel hat bisher eine Beteiligung an dem Angriff weder bestätigt noch zurückgewiesen. Allerdings äußerte sich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Sonntag zu dem Angriff. In einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CBS sagte er, er würde »die Lieferung gefährlicher Waffen an die Hisbollah im Libanon« niemals zulassen, weigerte sich aber, verbindlich zur Rolle seines Landes bei dem Angriff Stellung zu nehmen. Auch andere israelische Amtsträger äußerten sich ähnlich.

 

Die israelische U-Boot-Flotte besteht aus fünf U-Booten der Dolphin-Klasse. Diese Unterseeboote wurden zwischen 1998 und 2012 von dem deutschen Unternehmen Howaldtswerke – Deutsche Werft nach israelischen Vorgaben für die israelische Marine gebaut. Die Dolphin-Klasse gehört zu den fortschrittlichsten und leistungsstärksten U-Booten mit konventionellem Antrieb. Jedes dieser Boote kann mit bis zu 16 Torpedos oder Marschflugkörpern mit einer Reichweite von 1500 Kilometern ausgerüstet werden. Sie können konventionell oder atomar bestückt sein.

 

»Wir haben Grenzlinien im Hinblick auf unsere eigenen Interessen gezogen, und wir achten darauf, dass sie nicht überschritten werden. Ein Angriff hier, eine Explosion dort, unterschiedliche Darstellungen – wenn etwas im Nahen und Mittleren Osten geschieht, werden fast immer wir dafür verantwortlich gemacht«, erklärte der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon am Dienstag zu den Explosionen in Latakia gegenüber Medienvertretern.

 

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf Geheimdienstkreise, Israel habe in diesem Jahr mindestens schon dreimal in Syrien eingegriffen, um die Lieferung moderner Waffensysteme an die vom Iran unterstützten Hisbollah-Kämpfer durch Assads Armee zu verhindern. Der Militärkolumnist der israelischen Tageszeitung Ha’aretz, Amir Oren, erklärte gegenüber RussiaToday, Israel gehe nicht präventiv gegen syrische Boden-Boden- oder Boden-Luft- oder Land-See-Raketen vor. »Israel greift nur präventiv ein, wenn es den Eindruck hat, Syrien stehe kurz davor, diese Raketen an die Hisbollah zu liefern. In der Hand der Hisbollah, die den Süden und die Mitte des Libanon kontrolliert, könnten sie den Norden Israels – mit seinen dortigen wirtschaftlichen Aktivitäten im Meeresbereich, den Erdgas-Einrichtungen, den Raffinerien und den Bevölkerungszentren – bedrohen. Anstatt so lange zu warten, bis diese Raketen Beirut oder Sidon erreichen, hat sich Israel möglicherweise entschlossen, präventiv zu handeln und gegen die Raketenlager in Latakia vorzugehen«, sagte er weiter.

Wie auch bei früheren vergleichbaren Fällen im Zusammenhang mit Angriffsoperationen der israelischen Streitkräfte, haben sich auch diesmal Amtsträger nicht offiziell geäußert. Aber Israel hat keinen Zweifel daran gelassen, dass es bereit und willens ist, in Syrien einzugreifen, um die Hisbollah oder andere militante Gruppen daran zu hindern, sich zusätzliche Waffen – dazu zählen auch Chemiewaffen – zu verschaffen.

 

Syrien hat bisher zu dem Zwischenfall noch keine Stellungnahme abgegeben. Im staatlichen Fernsehsender war nur von »einer Reihe von Explosinen« in Latakia die Rede.

 

»Israel würde es begrüßen, nicht in den Krieg in Syrien hineingezogen zu werden. Es wäre ihm lieber, wenn die verschiedenen militärischen Fraktionen dort gegeneinander kämpften und Israel nicht angriffen«, meinte Oren weiter. »Die Rebellen könnten dafür sorgen, dass Syrien das Bündnis mit dem Iran, dem erbittertsten Feind Israels, verlässt, aber gleichzeitig besteht die Gefahr, dass sich die Rebellen mit al-Qaida verbünden und dem weltweiten Dschihad anschließen, die auch zu den eingeschworenen Feinden Israels gehören.«

 

 

 


 

 

 

 

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