Sunday, 29. May 2016
14.12.2015
 
 

Klimawandel, Lord Monckton und »umgekehrte Verschwörungen«

Redaktion

Was die Briten gerne als »exzentrisch« bezeichnen, ist häufig nur ein Verhaltenskodex für Apologetik. Ist jemand verschroben und hat nicht alle Tassen im Schrank? Nicht so schlimm, er ist halt etwas exzentrisch. Wissenschaftliche Fakten sind ihm egal, er hält die Erde für eine Scheibe? Ach, nicht so schlimm. Auf diesem merkwürdigen Planeten ist doch Platz für uns alle, wenn man diesen häufig zweckentfremdeten Begriff einfach nur weit genug fasst, oder?

 

Was uns zu einem schrägen Vogel namens Lord Christopher Monckton führt, auch bekannt als dritter Viscount Monckton of Brenchley. Bekannt wurde er durch ein von ihm erfundenes Brettspiel, das »Eternity-Puzzle«. Er hielt es für dermaßen anspruchsvoll, dass er eine Million Pfund für die erste Person auslobte, die es löste. Das dauerte 16 Monate. Darüber hinaus war er wissenschaftlicher Berater der UK Independence Party (UKIP).

 

Seit Jahren behauptet Monckton, er sei ein würdevoller Peer, ein respektabler Kritiker der »Konsenswissenschaft«, wie er sie nennt.

 

Geschwollenes, hochtrabendes aristokratisches Blabla, bis einem klar wird, dass er sich genau der Dinge schuldig macht, die er selbst doch so lautstark kritisiert. Auch hier gilt: großes Tamtam, aber wenig Substanz.

 

Das geht schon damit los, dass er nicht der Lord ist, der er zu sein behauptet. Im Juli 2011 unternahm das britische Oberhaus, das House of Lords, einen ungewöhnlichen Schritt: Es ging mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit, in der Monckton aufgefordert wurde, sich nicht länger als Mitglied des Oberhauses auszugeben.

 

David Beamish, als Clerk of the Parliaments ranghöchster Verwaltungsbeamter im Parlament, schrieb Monckton: »Sie sind kein Mitglied des House of Lords und waren es auch nie. Ihre Behauptung, Sie seien Mitglied, wenn auch ohne Sitzrecht, ist ein Widerspruch in sich.« Peer ja, aber kein Mitglied des Oberhauses und entsprechend auch ohne Stimmrecht.

 

Moncktons Bedeutung ist minimal, wenn man so will. Er ist der selbsternannte Rufer in der Wüste, die Kassandra der Klimaskeptiker. Das an sich wäre ja noch nicht so schlimm, die Wissenschaft ist selbstgestrickte Ideologien und Missbrauch durchaus gewohnt.

 

In allen Lagern herrschen militante Überzeugungen vor und nur selten traut sich jemand, vermeintlich auf der Hand liegende Wahrheiten einmal zu hinterfragen. Monckton mag eine skeptische Seite haben, aber häufig wächst sich das zu einer eher umnachteten Seite aus.

 

Diese Sinnestäuschung ist nicht selten durchsetzt mit einer ordentlichen Prise politischer Paranoia. Über Greenpeace etwa hatte er Folgendes zu sagen: »Blöde Teenager geben denen Geld und laufen herum und sammeln Spenden für die, ohne zu erkennen, dass das, wofür sie Geld sammeln, keine Umweltschutzorganisation mehr ist, sondern eine Tarnung der Kommunisten.«

 

Das ist sein Leitmotiv: Die Umweltschützer arbeiten an einer erdumspannenden Tyrannei, um jedem ihr Motto »Grün ist gut« aufzwingen zu können. Monckton:

 

»Wir sollten nicht vergessen, dass es Hitler war, der die Umweltschutzbewegung ins Leben gerufen hat und die Umweltschutzbewegung genutzt hat. Nicht weil es ihm ernstlich um die Umwelt ging, sondern weil er die Kontrolle über jeden einzelnen Aspekt im Leben der Menschen übernehmen wollte, damit sie nicht mehr dagegen argumentieren können.«

 

Das Schlimme daran: Wenn Monckton spricht, hören ihm Lobbyisten, die für fossile Brennstoffe kämpfen, ebenso zu wie eine ganze Reihe amerikanischer Republikaner. Sie mögen ihn für einen bezaubernden Narren halten – aber er ist ein ausgesprochen nützlicher Narr.

 

In Moncktons Welt, in der die Umweltschützer kleine Fußsoldaten Hitlerscher Schule sind, können die Bergbaumagnate ungestört damit weiter machen, die Welt auszubeuten und nach Strich und Faden zu plündern.

 

In Paris war Monckton einer von wenigen Gästen im Hotel California, nahe den Champs-Élysées. Verschiedene Gruppen von Klimawandelskeptikern hatten sich dort getroffen, um ihre immer bröckliger werdenden Standpunkte zu vergleichen.

 

Das Umfeld war laut und feindselig gestimmt, nachdem Protestgruppen »Gesucht«-Poster verteilt hatten und Slogans anstimmten. Richard Valdmanis von Reuters schrieb: »Gegen sie [die Skeptiker] angetreten sind Tausende von Umweltschützern, Wissenschaftlern und sogar große Industriekapitäne.« Nur eine Handvoll der 70 Sitze war besetzt.

 

Jim Lakey, Kommunikationsleiter des Heartland Institute aus Chicago, sagte: »Diese Gruppe war im Grunde die einzige, die sich Raum nehmen und Zeit erkämpfen musste, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.« James Taylor, Pressesprecher vom Heartland Institute, erklärte das Thema gar zu einer Menschenrechtsangelegenheit:

 

»Die Umweltbewegung ist nicht an einer Debatte interessiert. Sie will einfach nur eine einzige Botschaft durchdrücken, an die sich alle halten müssen.«

 

Monckton hat eine neue Theorie und die ist wahrhaftig schwindelerregend, denn es ist die ultimative umgekehrte Verschwörung. Diese Ganoven in den Vereinten Nationen, so Monckton, hatten es von Anfang an auf Australiens Ex-Premierminister Tony Abbott abgesehen.

 

Wie sich der geneigte Leser sicher erinnert, war Abbott ein großer Befürworter der Kohle. Seine jugendliche Liebe zum Blut, seine Begeisterung für den Faustkampf, waren von der Art, dass jedem Schüler einer Privatschule das Herz schneller schlägt.

 

Den Problemen, die der Klimawandel mit sich bringt, stand Abbott dermaßen gleichgültig gegenüber, dass er sogar im Lager von Leuten wie dem ehemaligen kanadischen Premier Stephen Harper Anklang fand.

 

Als Rohstoff-Fan war Abbott perfekt für eine Industrie mit von Natur aus begrenzter Haltbarkeit. Diese Branche lebt im Hier und Jetzt und überlässt die Zukunft anderen. Soll doch jemand anderes den Müll wegräumen.

 

Laut Monckton haben sich Behörden wie das australische Amt für Meteorologie und die Forschungsbehörde CSIRO auf betrügerische Weise verschworen, die Klimadaten zu manipulieren. Unser kühner Held Abbott wusste das natürlich und ignorierte deshalb völlig zu Recht die Daten.

 

Bei Malcolm Turnbull dagegen, der sich per Dolchstoß in Abbotts Rücken an die Macht brachte, sei es »naiv, anzunehmen, dass er nicht in Kontakt mit den Vereinten Nationen stand«, so Monckton.

 

Solche Furcht verbreitet doch sonst normalerweise nur Dan Brown, und einen Gefallen tut sich Monckton damit nicht. Dass Abbott die Parteiführung angestrebt habe, sei, so der Viscount, auf das Drängen von Ian Plimer zurückzuführen. Der emeritierte Geologieprofessor zählt ebenfalls zu den Klimaskeptikern. Der andere Hauptkandidat zu dem Zeitpunkt? Na klar, Malcolm Turnbull. Noch einmal Monckton:

 

»Ich bin mir ziemlich sicher: Ohne Turnbull und seine Fraktion wäre es den Vereinten Nationen deutlich schwerer gefallen [Abbott zu stürzen].« Verschwörungen sind schon eine merkwürdige Angelegenheit.

 

 

 

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