Wednesday, 28. September 2016
12.06.2013
 
 

Manöver in Jordanien: Patriot-Luftabwehrbatterien, F-16-Kampfflugzeuge und etwa 4.500 amerikanische Soldaten üben nahe der Grenze zu Syrien

Redaktion

Trotz der Proteste und Verurteilungen aus dem benachbarten Syrien und dessen Verbündetem Russland begann in Jordanien unter Beteiligung zahlreicher Nationen das Militärmanöver Eager Lion. Die USA verlegen Patriot-Luftabwehrsysteme an die syrische Grenze, die dann zu einem späteren Zeitpunkt auch in anderer Mission eingesetzt werden könnten.

Die Manöver dauern insgesamt zwölf Tage, und es nehmen 8.000 Soldaten aus 19 Ländern an ihnen teil. Neben den USA und Europa sind zahlreiche arabische Länder vertreten. Aus Jordanien selbst nehmen an die 3.000 Soldaten teil, Großbritannien schickt 500 Soldaten.

Eagle Lion findet nur knapp 120 Kilometer von der jordanisch-syrischen Grenze entfernt statt und soll die Truppen darauf vorbereiten, dass der syrische Bürgerkrieg auf die Nachbarländer übergreifen könnte. Russland äußerte sich besorgt über die Entsendung amerikanischer Patriot-Flugabwehrbatterien und F-16-Kampfflugzeuge nach Jordanien.

 

»Wir haben mehr als einmal dargelegt, wie unsere Meinung dazu aussieht, dass ausländische Waffensysteme in eine explosive Region verlegt werden«, erklärte der Sprecher des russischen Außenministeriums Alexander Lukaschewitsch in der vergangenen Woche. »Dieses Manöver vollzieht sich in unmittelbarer Nähe zu Syrien, wo seit mehr als zwei Jahren ein verheerender Konflikt wütet, den Russland und seine amerikanischen Partner mit ihrem Vorschlag, sobald wie möglich eine internationale Friedenskonferenz abzuhalten, zu beenden versuchen«, sagte er weiter.

 

Die Organisatoren des Manövers Eager Lion erklären, die beteiligten Soldaten würden im Manöver auch die Möglichkeit eines Angriffs mit chemischen Waffen durchspielen. Syriens Nachbarn befürchten, Damaskus könne die Kontrolle über sein Chemiewaffenarsenal verlieren, das dann in falsche Hände geraten könnte. »Wir alle sind unabhängig von unseren unterschiedlichen Arbeitsgebieten im Umgang mit solchen Situationen ausgebildet, und wir bemühen uns, diese Zielvorgaben in alle unsere Manöver einzubauen«, sagte der amerikanische Generalmajor Robert Catalanotti, Direktor der Abteilung für Übungen und Ausbildung J7 (Exercises and Training Directorate J-7) des amerikanischen Zentralkommandos (USCENTCOM).

 

Kürzlich ließ das amerikanische Militär durchblicken, die Patriot-Luftabwehrraketen und die F-16-Kampfflugzeuge könnten aufgrund der Gefahr, dass die Gewalttätigkeiten von Syrien auf Jordanien übergreifen könnten, nach dem Manöver möglicherweise für unbestimmte Zeit in Jordanien verbleiben. Demgegenüber erklärte der jordanische Generalmajor Awni al-Adwan, Stabschef Operation, am Sonntag gegenüber Journalisten, weder die Patriot-Systeme noch die F-16-Kampfflugzeuge blieben nach Abschluss des Manövers in Jordanien. »Die Übungen haben nichts mit irgendwelchen Zielplanungen im Zusammenhang mit den Ereignissen in Syrien zu tun«, meinte er. »Nach dem Manöver bleiben keine ausländischen Soldaten im Land, es sei denn, die jordanische Regierung ersucht darum, die Patriot-Systeme und die F-16 hier zu belassen. Aber das ist eine politische Entscheidung«, fuhr er fort und bekräftigte, Amman beabsichtige nicht, »irgendjemanden anzugreifen«.

 

US-Generalmajor Robert Catalanotti bestätigte die Äußerungen al-Adwans: »Wenn die jordanische Regierung beschließt, eine entsprechende Bitte zu äußern, müsste eine solche Entscheidung in Washington getroffen werden, und dort müssten auch die Dimensionen der Unterstützung festgelegt werden. Aber zum jetzigen Zeitpunkt – mitten im Manöver – bin ich mit diesen Fragen nicht befasst. Ich setze diese [militärischen] Geräte hier einfach nur im Sinne unserer Manöverziele ein.« Generalmajor al-Adwan betonte darüber hinaus, die syrische Opposition sei nicht am Manöver beteiligt: »Wir haben es hier mit Ländern zu tun, wir sind ein neutrales Land.«

 

Die syrische Armee ist unterdessen weiter dabei, die Kontrolle über die bisher von Rebellen gehaltenen Regionen zurückzugewinnen. Assad gegenüber loyale Einheiten haben die aufständischen Kämpfer zum Abzug aus der strategisch wichtigen Grenzstadt Kusair gezwungen.

 

 

 


 

 

 

 

 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

 

  • Wie James Bond Kroatien in die EU führte
  • Lebensversicherungen: Die Kunden müssen bluten
  • Krankheit und Schmerzen durch Mikrowellen?
  • Warum werden Europäer immer dümmer?

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Türkische Polizei beschlagnahmt Chemiewaffen bei Al-Nusra-Terroristen auf dem Weg nach Syrien

Geraóid Ó Colmáin

Die türkische Zeitung Zaman berichtete, Beamte der türkischen Polizei Emniyet Genel Müdürlüğü (EGM, »Generaldirektion für Sicherheit«) hätten am frühen Mittwochmorgen in der südtürkischen Stadt Adana zwei Kilogramm des Nervengases Sarin beschlagnahmt. Die Chemiewaffen befanden sich in der Hand der Terrorgruppe Dschabhat al-Nusra  mehr …

Wird Syrien für die USA zum neuen Vietnam?

F. William Engdahl

Unmittelbar nach dem schnellen Sieg der NATO vor gut zwei Jahren in Libyen, bei dem das Land in Schutt und Asche gelegt und Gaddafi gestürzt wurde, richtete sich das Augenmerk auf das nächste Ziel für einen demokratischen Regimewechsel des »Arabischen Frühlings«, wie er in den Mainstreammedien beschönigend bezeichnet wurde.  mehr …

Amerika verliert seinen verdeckten Krieg in Syrien: Von den USA unterstützte An-Nusra-Rebellen unterliegen den syrischen Streitkräften

Prof. Michel Chossudovsky

Neueste Berichte aus Syrien lassen vermuten, dass Amerika und seine Verbündeten dabei sind, ihren geheimen Krieg zur Unterstützung der Schabhat an-Nusra (»Unterstützungsfront für das syrische Volk«) zu verlieren.  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Monsanto heuert die berüchtigte Söldnerfirma Blackwater für die Beobachtung von Aktivisten an

Carolanne Wright

Erinnern Sie sich noch an die private Söldnerarmee Blackwater, die 2007 durch einen nicht provozierten Angriff im Irak für großen Aufruhr sorgte? Jetzt machen Monsanto und die umstrittene Sicherheitsfirma offenbar gemeinsame Sache; der Blogger Randy Ananda schreibt: »Todes-Tech-Firma heiratet Mordkommando.«  mehr …

Verschwörung: Brachten Rotarier Mollath in die Klapsmühle?

Gerhard Wisnewski

2013 erreichten die Enthüllungen im Fall Gustl Mollath neue Höhepunkte. All jenen, die nichts von »Verschwörungstheorien« halten, sei gesagt: Verschwörungen existieren wirklich. Denn wie inzwischen überdeutlich wurde, wurde Mollath Opfer einer solchen Intrige. Es stellte sich heraus, dass in Deutschland unliebsame Personen genauso in der  mehr …

Wie die Bilderberger die Welt regieren

Oliver Janich

Wir erleben gerade einen Paradigmenwechsel innerhalb der Machtelite. Der unermüdlichen Arbeit von Aktivisten und echten Journalisten wie Alex Jones, Alexander Benesch, Jürgen Elsässer oder zahlreicher Kopp-Autoren sei Dank, können sich die Bilderberger nicht mehr verstecken. Jetzt ist »Damage Control«, Schadensbegrenzung, angesagt.  mehr …

Amerika verliert seinen verdeckten Krieg in Syrien: Von den USA unterstützte An-Nusra-Rebellen unterliegen den syrischen Streitkräften

Prof. Michel Chossudovsky

Neueste Berichte aus Syrien lassen vermuten, dass Amerika und seine Verbündeten dabei sind, ihren geheimen Krieg zur Unterstützung der Schabhat an-Nusra (»Unterstützungsfront für das syrische Volk«) zu verlieren.  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.