Samstag, 10. Dezember 2016
09.02.2015
 
 

Moskau fordert Kopien der angeblichen russischen Pässe

Redaktion

Das russische Außenministerium beklagt, die ukrainische Regierung sei nur widerstrebend bereit, Kopien der angeblichen Passdokumente zur Verfügung zu stellen, die angeblich eine russische militärische Präsenz in der Ukraine beweisen. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte auf der Münchener Sicherheitskonferenz seiner Zuhörerschaft verschiedene Pässe gezeigt, die mutmaßlich russischen Soldaten gehören sollen, die in der Ukraine kämpfen.

 

»Wir fordern die ukrainische Seite auf, uns Kopien der Dokumente zukommen zu lassen, die den Nachnamen erkennen lassen, denn solche Pässe, wie sie gestern gezeigt wurden, können leicht auf dem Schwarzmarkt gekauft werden«, erklärte Viktor Sorokin, Direktor der 2. Abteilung GUS innerhalb des russischen Außenministeriums, berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti, »Bis heute wurden keine wirklichen Beweise vorgelegt. Die ukrainische Seite sah sich nicht dazu in der Lage, Kopien der betreffenden Dokumente zu übergeben.«

 

Die Krise in der Ukraine und die Gefahr der Bewaffnung der ukrainischen Streitkräfte standen auch am gestrigen Sonntag, dem letzten Konferenztag, ganz oben auf der Tagesordnung der 51. Münchener Sicherheitskonferenz. Deutschland lehnt weiterhin eine militärische Eskalation strikt ab. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte, Waffenlieferungen an die Ukraine würden die Krise nur weiter verschärfen. Er fügte hinzu, dauerhafte europäische Sicherheit sei nur in Kooperation mit und nicht gegen Russland möglich.

 

Zugleich kritisierte er seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow, der die USA und die Europäische Union für die Eskalation der Krise in der Ukraine verantwortlich gemacht hatte. »Es ist auch Moskaus Aufgabe, gemeinsame Interessen zu definieren«, sagte er. Leider sei dies bisher zu wenig geschehen. Auch die Rede seines russischen Kollegen Lawrow gestern habe dazu keinen Beitrag geleistet.

 

Der amerikanische Außenminister John Kerry bestritt, dass die USA und Europa im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise gespalten seien. »Was die grundlegenden Ziele im Hinblick auf die Ukraine angeht, sind wir absolut einig … wir wollen eine diplomatische Lösung«, sagte er.

 

Dennoch hatte Kerry noch am Donnerstag mit der politischen Führung in Kiew über die Möglichkeiten amerikanischer Waffenlieferungen diskutiert, während parallel Bundeskanzlerin Merkel und der französische Staatspräsident François Hollande zu überraschenden Gesprächen mit Poroschenko und Putin nach Kiew und später Moskau gereist waren, um einen neuen Friedensplan zu erörtern.

 

»Präsident Hollande und Bundeskanzlerin Merkel scheinen sich der Bedeutung eines raschen Waffenstillstands und eines neuen Verhandlungsrahmens oder die Wiederanknüpfung an den Minsker Prozess sehr eindringlich bewusst zu sein. In Washington ist von dieser Dringlichkeit nichts zu spüren«, erklärte Martin Sieff, Kolumnist der Zeitung Post-Examiner gegenüber RT.

 

Der amerikanische Senator John McCain brachte am Sonntag noch einmal den Vorschlag von Waffenlieferungen an die ukrainische Armee zur Sprache: »Russland fühlt sich im Herzen Europas wieder einmal zu einer massiven Modernisierung seiner Streitkräfte, einem Wiedererstarken imperialer Ambitionen und zu beabsichtigten Eroberungen ermutigt.«. Er befürworte die Lieferung »defensiver Waffen« an die Ukraine, sagte er weiter.

 

Dieser Begriff wirft allerdings einige Fragen auf. »Ich würde gerne wissen, was man sich unter ›defensiven Waffen‹ vorstellen soll«, erklärte der Politikanalyst Chris Bambery gegenüber RT, »Wie soll der Unterschied zwischen offensiven und defensiven Waffen aussehen? Wir sind hier mit einer sehr verwirrenden Situation konfrontiert … denn einerseits würde man hier einen Waffenstillstand begrüßen, ebenso wie man die Reisen von François Hollande und Angela Merkel nach Kiew und Moskau begrüßt, aber andererseits kündigt die NATO überraschend die Errichtung von acht neuen Stützpunkten in NATO-Ländern an, die direkt an Russland grenzen.«


Der russische Außenminister Sergej Lawrow stellt ebenfalls fest, der Vorschlag von Waffenlieferungen an Kiew stoße in Europa nicht auf große Zustimmung. »Die Mehrheit, wenn nicht sogar alle europäischen Politiker lehnen Waffenlieferungen an die Ukraine ab, weil sie befürchten, dass dies die Krise in der Ukraine noch weiter verschärfen würde«, sagte er am Sonntag.

 

Sein französischer Amtskollege Laurent Fabius schlug noch einmal vor, ein Sonderstatus für die abtrünnigen Gebiete im Osten der Ukraine könne vielleicht zur Beilegung der Krise führen. Im September hatte allerdings Präsident Poroschenko einen Sonderstatus für Donezk und Lugansk kategorisch abgelehnt.

 

Berichten zufolge soll der neue Friedensvorschlag zur Ukraine, der von Merkel und Hollande vorgelegt wurde, den von den Separatisten kontrollierten Regionen größere Autonomie zusagen.

 

Die jüngste Eskalation der Gewalt begann Mitte Januar, nachdem Kiew in Verletzung eines früheren Waffenstillstandsabkommens einen Großangriff auf den Flughafen in Donezk angekündigt hatte. Seitdem kommt es täglich zu neuen zivilen Opfern im Konfliktgebiet. Am Mittwoch starben fünf Menschen, als ein Krankenhaus in Donezk mit Granaten beschossen wurde. Die Vereinten Nationen warnen vor einer drohenden humanitären Katastrophe in der Region.

 

 

 

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Leser-Kommentare (31) zu diesem Artikel

10.02.2015 | 09:52

Loewe

Die USA hat Deutschland den Krieg erklärt!!!! Der Grund? In den USA wurden 6 Reisepässe von Deutschen gefunden. Ein eindeutiger Beweis, dass die Deutschen die USA überfallen haben!!!!!!


Feuerfrei für die Drohnen, die Atomwaffen scharf machen, Dresden, Hamburg und Berlin müssen sofort zerbombt werden.....



Boah, was für Deppen sind in der Politik unterwegs?????!!!!!


10.02.2015 | 09:36

Bernhard

@ Klartexter, 09.02.2015 | 10:55 -> Sie sollten doch wissen, dass jeder russische Soldat folgende Minimalausrüstung bei sich trägt: 1. die von Ihnen erwähnte Hundemarke, 2. der Impfpass, 3. der Dienstausweis und die militärischen Beurteilungen, 4. die Beglaubigung der Behörden, dass Ehrenabzeichen echt sind, 5. die Dienstgrad- Bescheinigung seitens der Militärkommandatur und seitens des Verteidigungsministers (beide müssen unterschreiben), 6. die Bestätigung seitens des...

@ Klartexter, 09.02.2015 | 10:55 -> Sie sollten doch wissen, dass jeder russische Soldat folgende Minimalausrüstung bei sich trägt: 1. die von Ihnen erwähnte Hundemarke, 2. der Impfpass, 3. der Dienstausweis und die militärischen Beurteilungen, 4. die Beglaubigung der Behörden, dass Ehrenabzeichen echt sind, 5. die Dienstgrad- Bescheinigung seitens der Militärkommandatur und seitens des Verteidigungsministers (beide müssen unterschreiben), 6. die Bestätigung seitens des Einwohner- Registrieramtes, dass Name, Vorname, Geburtsort und Geburtsjahr auch richtig sind, 7. ein Landkartenbuch, das den Weg vom Einsatzort bis zum Heimatdorf darstellt, 8. eine lückenlose Aufzeichnung bis 3 Generationen zurück mit all den zuvor genannten Dokumenten. Das Verteidigungsministerium hat dazu jedem Soldaten der russischen Volksarmee einen Dokumentewagen mit zwei Laufrädern zur Verfügung gestellt, so dass alle Aufzeichnungen problemlos hinter sich hergezogen werden können. Herr Poroschenko: wo sind die zugehörigen Dokumentewagen? Solange Sie die nicht zeigen, muss davon ausgegangen werden, dass Fälscher in Ihrer Regierung diese vorgeblichen Pässe Ihnen aufbereitet haben!


10.02.2015 | 00:04

DEgenHeART

Der Pass muss mit!^^ Ist doch heute so, damit man später die Schuldigen besser ausfindig machen kann. *ironie aus*


09.02.2015 | 18:27

Ruud

Ich hatte früher als Nato Wehrdienstpflichtiger (wurg) schon einen Militair Ausweis ??? Gibt es den nicht mehr? Berufssoldaten haben wohl kaum Ihre private Reisepässe dabei..... Der Typ ist nicht ganz dicht. Groetjes


09.02.2015 | 16:51

Dödel

Haben doch die pöösen, pöösen Russen tatsächlich ihre Reisepässe mitgenommen. .... Klar , wie hätten sie auch sonst die Russisch / Ukrainische Grenze passieren können ??? ( Ordnung muß schließlich sein !!! ) Diesen Schwachsinn glaubt nicht mal meine Oma.


09.02.2015 | 15:50

Alexander Leibitz

Aber schön, dass uns die "NWO-Elite" darüber in Kenntnis setzt, dass Sie nicht mal nur dazu in der Lage ist, die Identitäten einer riesigen Horde freischaffender / freillaufender Terroristen oder einer Armee festzustellen, denn andernfalls müßte man ja die Angst haben, die könnten einen "überwachen", ausspionieren oder eben identifizieren. Sind die ansonsten "omnipotenten" Geheimdienste nun plötzlich wieder impotent, oder waren sie das vielleicht...

Aber schön, dass uns die "NWO-Elite" darüber in Kenntnis setzt, dass Sie nicht mal nur dazu in der Lage ist, die Identitäten einer riesigen Horde freischaffender / freillaufender Terroristen oder einer Armee festzustellen, denn andernfalls müßte man ja die Angst haben, die könnten einen "überwachen", ausspionieren oder eben identifizieren. Sind die ansonsten "omnipotenten" Geheimdienste nun plötzlich wieder impotent, oder waren sie das vielleicht schon immer?

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