Sunday, 31. July 2016
20.11.2014
 
 

Schweizer Goldinitiative: Showdown am 30. November

Redaktion

Das Anlegermagazin Smart Investor sprach mit dem Schweizer Nationalrat Luzi Stamm über die u.a. von ihm angestoßene Initiative »Rettet unser Schweizer Gold«, über die die Eidgenossen am 30. November entscheiden werden.

 

Smart Investor: Herr Stamm, gemeinsam mit den zwei Nationalräten Lukas Reimann und Ulrich Schlüer haben Sie die Schweizer Goldinitiative ins Leben gerufen. Was war Ihr Beweggrund dafür?

 

Stamm: Dafür zu sorgen, dass die Schweizer Währung mit einem bestimmten Anteil durch Gold gedeckt wird.

Smart Investor: Und warum braucht es eine solche Golddeckung?

 

 

Stamm: Ohne Golddeckung ist eine Währung dem Tod geweiht, denn alles steht und fällt mit dem Vertrauen der Öffentlichkeit in die Währung; und das Vertrauen hat sehr viel mit dem Gold zu tun.

Smart Investor: Welches sind die wichtigsten Ziele der Initiative?

 

Stamm: Es gibt drei Ziele: 1. Die Nationalbank darf kein Gold mehr verkaufen. 2. Das Gold muss in der Schweiz gelagert sein. 3. Die Nationalbank muss immer mindestens 20 Prozent ihrer Aktiva in Gold halten.

 

Smart Investor: In Deutschland gibt es mit »Holt unser Gold heim!« ebenfalls eine Initiative, welche das Staatsgold betrifft. Wo ist der Unterschied zu Ihrer Initiative?

 

Stamm: Die Bemühungen in Deutschland beziehen sich nur auf den einen Punkt, dass das Gold im Inland gehalten wird.

 

Smart Investor: Am 30. November 2014 werden die Eidgenossen in einer Volksabstimmung über Ihre Initiative entscheiden. Wie sehen Sie aktuell, zwei Wochen vorher, die Chancen für eine Zustimmung zu Ihren Forderungen?

 

Stamm: Noch nie sind Prognosen so schwer gewesen wie bei dem Thema Gold. Nur zwei Bemerkungen: Je höher die Stimmbeteiligung sein wird, desto eher wird das Resultat Richtung JA gehen. Und mit jeder Woche werde ich optimistischer…

 

Smart Investor: Abgesehen davon, dass nur in der Schweiz die gesetzliche Möglichkeit für eine solche Goldinitiative besteht, liegt es denn auch im Naturell der Schweizer begründet, dass gerade hier bei Ihnen eine solche Aktion besonders erfolgversprechend ist?

 

Stamm: Ich glaube, dass in anderen Ländern die Wahrscheinlichkeit genau gleich groß wäre, dass die Bevölkerung zu so einem Anliegen Ja sagt.

 

Smart Investor: In den Medien und in der Politik wird derzeit kräftig Stimmung gegen die Goldinitiative gemacht. Haben Sie denn mit so viel Gegenwind gerechnet?

 

Stamm: Ja, mit diesem Gegenwind haben wir natürlich gerechnet.

 

Smart Investor: Angenommen, Sie erreichen Ihr Ziel tatsächlich, gibt es denn vielleicht noch ein Hintertürchen, durch welches sich die Nationalbank aus der Verantwortung stehlen könnte?

 

Stamm: Ich glaube nicht, dass die Nationalbank eine Hintertür finden würde. Deshalb mischt sie sich auch so stark in den Abstimmungskampf ein.

 

Smart Investor: Wenn die Nationalbank wirklich im großen Stile Gold ankaufen müsste, dann würde der Goldmarkt doch explodieren, oder?

 

Stamm: Wenn der Goldpreis hinaufgedrückt würde, so müsste die Nationalbank entsprechend weniger Gold kaufen. Ich sehe also kein Problem.

 

Smart Investor: Herr Stamm, haben Sie herzlichen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen und Ihren Mitstreitern viel Erfolg mit der Goldinitiative.

 

Stamm: Ebenfalls herzlichen Dank und alles Gute.

 

 

Zu Luzi Stamm

Luzi Stamm ist seit 1991 Mitglied des Schweizer Parlaments (Nationalrat). Von 2003 bis 2007 war er Mitglied des Europarats in Straßburg. Die Schwergewichte bei seiner politischen Arbeit sind die EU- und die Einwanderungspolitik sowie das Strafrecht. Sehr stark beschäftigte er sich auch mit der Frage, ob die Schweiz der EU beitreten soll. Letzteres lehnt Stamm ab, da sich seiner Ansicht nach die schweizerische direkte Demokratie nicht mit einer EU-Mitgliedschaft vereinbaren lässt.

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (21) zu diesem Artikel

29.11.2014 | 18:35

Jorgen

Hinterfragt nichtmal jemand von denen, die überzeugt mit NEIN stimmen, warum es so schlecht sein soll, dass die Schweiz zum Status Quo von vor der Jahrtausendwende zurückkehrt? Damals waren es 40% Golddeckung. Und die SNB hat auch überlebt. Den Schweizern ging es fabelhaft. Die Währung war eine der härtesten der Wert. In den Medien steht jetzt unerträglicher Unsinn, man bläut den Menschen ein, dass es fürchterlich wäre, wenn die Schweizer mit JA stimmen. Wieso? Gleichzeitig -...

Hinterfragt nichtmal jemand von denen, die überzeugt mit NEIN stimmen, warum es so schlecht sein soll, dass die Schweiz zum Status Quo von vor der Jahrtausendwende zurückkehrt? Damals waren es 40% Golddeckung. Und die SNB hat auch überlebt. Den Schweizern ging es fabelhaft. Die Währung war eine der härtesten der Wert. In den Medien steht jetzt unerträglicher Unsinn, man bläut den Menschen ein, dass es fürchterlich wäre, wenn die Schweizer mit JA stimmen. Wieso? Gleichzeitig - wenn es um die Repatriierung des Goldes in anderen Ländern geht - ist das Metall dann aber wieder nur ein barbarisches Relikt. Die Politiker und Banker drehen es sich wie es ihnen passt. Und weiter oben lese ich von einer offenbar jungen Frau, dass sie deshalb mit NEIN stimmt, weil sie ein Problem mit der Formulierung der Initiative hat. Junge Dame! In wenigen Jahren oder vielleicht auch nur noch Monaten wird das gesamte Kartenhaus der aktuellen Geldwirtschaft zusammenbrechen. Weil der Zinseszins mathematisch einfach zum Kollaps führen muss. Dann gibt es nur noch Edelmetall als Währung. Wer etwas davon im eigenen Land hat, hat die Chance eine neue Währung aufzubauen. Wer keins hat, hat ein Problem. Und das heisst, dass die Bürger ein Problem haben. Sie! Sie werden die Schweiz nicht mehr wiedererkennen.


24.11.2014 | 14:29

Brigitte Müller

Ich finde Abstimmungen durch das Volk gut ! In Deutschland hat man dazu keine Gelegenheit weil die Politiker selbst entscheiden (leider immer gegen das Volk ) . Ich wünsche den Schweizern die richtige Entscheidung für ihr Land und dem Rest der Welt ,es aus den Klauen dieser möchte gern Weltregierung zu befreien , zumindest einen richtigen Dämpfer zu verpassen !!!!!!!! Gott sei mit Euch .........


23.11.2014 | 11:32

Tina

Ich hätte mit JA gestimmt wenn das Gold danach nicht blockiert worden wäre.Was nützt das wenn der Keller voller Gold ist und auch im Notfall darf man es nicht benutzen?Hatte man diesen Artikel anders ausgearbeitet dann hätte ich JA gestimmt! ( Zum Beispiel: wenn alle Fäden reissen; Unterstützung der AHV, IV, Abschaffung der Besteuerung der AHV Renten.) So stiimme ich ganz klar NEIN. Die Initiative ist einfach gesagt schlecht ausgearbeitet:


23.11.2014 | 06:14

Eine Schweizerin

@Schweizer & Eidgenosse, sehr gute Kommentare, die wohl nur hier veröffentlicht werden. Keine gekaufte Zeitung unserer schweizerischen Massenmedien würde so einen Artikel veröffentlichen. Ein Beweis mehr, wie alles manipuliert ist. Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass das manipulierte Volk endlich erwacht "ist" aus dem Tiefschlaf und der Apathie. Sollte dem nicht so sein, geht es uns an den Kragen. Schleichend begeben wir uns mehr und mehr in eine...

@Schweizer & Eidgenosse, sehr gute Kommentare, die wohl nur hier veröffentlicht werden. Keine gekaufte Zeitung unserer schweizerischen Massenmedien würde so einen Artikel veröffentlichen. Ein Beweis mehr, wie alles manipuliert ist. Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass das manipulierte Volk endlich erwacht "ist" aus dem Tiefschlaf und der Apathie. Sollte dem nicht so sein, geht es uns an den Kragen. Schleichend begeben wir uns mehr und mehr in eine Diktatur. Zu den eidg. Abstimmungen habe ich für meinen Teil bereits abgestimmt und 3x ein JA in die Urne gelegt. Mögen viele andere diesem Beispiel folgen leisten.


21.11.2014 | 13:40

Ein Patriot

Frau Gnädinger, ich weiss nicht, aus welchem Lager Sie kommen.Es ist auch eigentlich völlig egal. Aber Ihren Beitrag von Gestern, der Goldpreis könnte irgendwann an CHF 0.00 fallen, der hat Sie völlig blossgestellt. FIAT-Money ist das weltweite Werkzeug der Spekulanten. Sie fürchten Bargeld und Edelmetalle in den Händen der Bürger! Die Golddeckung der Währungen wurde durch die Hochfinanz bekämpft und abgeschafft, alles um die Menschen zu versklaven. Es sind nicht die Spekulanten,...

Frau Gnädinger, ich weiss nicht, aus welchem Lager Sie kommen.Es ist auch eigentlich völlig egal. Aber Ihren Beitrag von Gestern, der Goldpreis könnte irgendwann an CHF 0.00 fallen, der hat Sie völlig blossgestellt. FIAT-Money ist das weltweite Werkzeug der Spekulanten. Sie fürchten Bargeld und Edelmetalle in den Händen der Bürger! Die Golddeckung der Währungen wurde durch die Hochfinanz bekämpft und abgeschafft, alles um die Menschen zu versklaven. Es sind nicht die Spekulanten, die hinter der Goldinitative stecken, nein diese bekämpfen dieses Begehren, weil sie um ihre Windblasen-Geschäfte bangen.


21.11.2014 | 13:04

Tomentella

Damals als in den 80-Jahren "das Waldsterben" in war, entstanden diese grünen Parteien. Was haben sie erreicht? Nichts, nur dummes Geschwafel. Und nach dem Tsunami in Japan sprangen sie auf den Mythos der erneuerbaren Energien. Dabei sind diese alles andere als erneuerbar. Wenn die Grünen als Studenten oder Wissenschaftler ihre Studien verbreiten, ist das nur graue Theorie, entwickelt mit Paradigmen, Modellen auf Computern. Von Naturkreisläufen haben sie nicht den...

Damals als in den 80-Jahren "das Waldsterben" in war, entstanden diese grünen Parteien. Was haben sie erreicht? Nichts, nur dummes Geschwafel. Und nach dem Tsunami in Japan sprangen sie auf den Mythos der erneuerbaren Energien. Dabei sind diese alles andere als erneuerbar. Wenn die Grünen als Studenten oder Wissenschaftler ihre Studien verbreiten, ist das nur graue Theorie, entwickelt mit Paradigmen, Modellen auf Computern. Von Naturkreisläufen haben sie nicht den blassesten Schimmer. Die Natur zu verstehen bedeutet die Natur zu kennen. Wie sagte doch einer: "Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten, aber kein Professor macht ihn wieder lebendig!" Dieses grüne Gesindel hat noch nie etwas von Roten Listen gehört. Und diese Listen sind erst vollständig wenn Gattungen ausgestorben sind! Diese Schwätzer sind unbrauchbar und kassieren dazu noch Honorare für ihr nichtssagendes Geschwafel. Diese Welt ist gesegnet von Experten, nur die Welt in der wir leben wird mit jedem Tag verreckter.

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