Saturday, 30. July 2016
16.07.2013
 
 

Syrische Armee entdeckt in einem Vorort von Damaskus geheimes Chemielager der Rebellen

Redaktion

In Dschobar, einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus, hat die syrische Armee ein geheimes Lagerhaus der Rebellen entdeckt, in dem giftige chemische Substanzen wie Chlor hergestellt und aufbewahrt wurden, berichtet das syrische Staatsfernsehen. Aus Militärkreisen hieß es, die aufständischen Kämpfer hätten »beabsichtigt, Granaten auf die Vororte der Hauptstadt abzufeuern und waren dabei, mit chemischen Kampfstoffen bestückte Raketen vorzubereiten«.

In einem Video, das vom russischen arabischsprachigen Fernsehsender Russia Al Youm ausgestrahlt wurde, ist ein älteres, teilweise zerstörtes Gebäude zu erkennen, das als Laboratorium benutzt wurde. Nach dem Betreten des Gebäudes fanden die syrischen Offiziere

zahlreiche Kanister und Säcke, die über den ganzen Boden und die Tische verstreut waren. Auf einigen der Säcke war der Warnhinweis »ätzend« zu lesen. Die Säcke trugen zudem die Aufschrift »Made in Saudi-Arabia«.

 

Bereits am 7. Juli hatte die Armee in einem Geheimlager der Rebellen in der Nähe der Stadt Banias »281 Fässer mit gefährlichen und gesundheitsschädlichen chemischen Substanzen« beschlagnahmt. Dort fanden sich auch Chemikalien wie Monoethylenglycol und Polyethylenglycol (PEG). Nach den Worten des syrischen UN-Botschafters Baschar Ja’afari reicht die Menge dieser Chemikalien aus, »eine ganze Stadt, wenn nicht sogar das ganze Land auszulöschen«.

 

Am Montag, den 15. Juli, werden der Chemiewaffen-Chefermittler, der Schwede Åke Sellström, und die Deutsche Angela Kane, seit März 2012 High Representative for Disarmament Affairs der Vereinten Nationen, zu Gesprächen in Damaskus erwartet, zu denen die syrische Regierung eingeladen hatte.

 

Jetzt komme es darauf an, herauszufinden, woher die Rebellen die Chemikalien beziehen, sagte der Sicherheitsexperte Moeen Raouff gegenüber RussiaToday. »Das syrische Militär hat bisher zum Schutz des Landes Hervorragendes geleistet«, sagte er. »Und nachdem sie jetzt diese angeblichen Herstellungsräume entdeckt haben, müssen wir nun noch die Herkunft dieser chemischen Substanzen ermitteln und feststellen, ob sie über die türkische, jordanische, irakische oder die libanesische Grenze ins Land gebracht wurden.«

 

Er halte es aber für unwahrscheinlich, dass diese Entdeckung die Haltung des Westens gegenüber den syrischen Rebellen beeinflussen werde. »Die westlichen Verbündeten wollen Assad stürzen«, betonte er. »Sie versuchen das Gleiche wie im Irak und in Libyen. Sie wollen einen Machthaber verjagen und zerstören dabei das ganze Land. Ich habe daher meine Zweifel, dass der Westen auf diese Entdeckung reagieren wird. Und der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) hat schon bei früheren Anlässen keine Reaktion gezeigt.«

 

In der vergangenen Woche hatte Russland der UN Proben und unabhängige Analysen übergeben, die in Aleppo entnommen worden waren, wo im März angeblich Chemiewaffen eingesetzt worden sein sollen. Nach den russischen Analysen deutet alles darauf hin, dass die Rebellen und nicht die reguläre syrische Armee für den Chemiewaffenangriff auf die Ortschaft Khan al-Assal verantwortlich sind, bei dem mehr als 30 Menschen starben. »Es zeigte sich, dass die Rebellen am 19. März eine ungelenkte Rakete vom Typ Baschair-3 auf die Ortschaft Khan al-Assal, die von der Regierung kontrolliert wurde, abfeuerten. Die Ergebnisse der Analyse zeigen eindeutig, dass die gegen Khan al-Assal eingesetzte Granate nicht fabrikmäßig hergestellt worden war und Sarin enthielt«, erklärte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin. Die Rebellen wiesen die Vorwürfe zurück und warfen ihrerseits Regierungseinheiten vor, den Angriff durchgeführt zu haben.

 

Die USA äußerten Zweifel an den russischen Untersuchungen. Daraufhin unterstrich der russische Außenminister Sergei Lawrow, die zugrunde liegenden Proben seien direkt vor Ort von russischen Experten ohne Beteiligung Dritter entnommen und untersucht worden. »Wir haben den UN eine vollständige Dokumentation vorgelegt. Sie umfasst mehr als 80 Seiten und enthält Fotos und genaue Angaben über die geografischen Koordinaten der Entnahmeorte der Proben, die Vorgehensweise der Untersuchungen und die entsprechenden Ergebnisse. Wir können garantieren, dass die Proben von Experten entnommen wurden, die sie nicht aus den Augen ließen, bis sie im Labor angekommen waren.«

 

Die UN-Ermittlungen gerieten dann erst einmal ins Stocken, nachdem eine Gruppe westlicher Staaten darauf beharrte, vorrangig einen weiteren angeblichen Giftgasangriff in Homs vom Dezember 2012 zu untersuchen. Im Rahmen der Untersuchung wurde auch der Zugang zu militärischen Einrichtungen gefordert, was Syrien verweigerte. Die UN entschieden zudem, russische und chinesische Experten von der Untersuchungsgruppe auszuschließen. Syrien protestierte gegen diese Entscheidung.

 

Bisher konnte die UN-Untersuchungskommission keine belastbaren Beweise dafür vorlegen, dass eine der beiden syrischen Konfliktparteien Chemiewaffen eingesetzt hat. Demgegenüber legten die USA, Großbritannien und Frankreich verschiedene Berichte vor, die behaupteten, die syrischen Streitkräfte Präsident Baschar al-Assads hätten Chemiewaffen eingesetzt.

 

 

 


 

 

 

 

 

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