Monday, 29. August 2016
05.01.2015
 
 

Tschechischer Präsident Miloš Zeman: »In der Ukraine läuft etwas schief«

Redaktion

Die abstoßenden Parolen und die empörende Zurschaustellung nationalistischer Symbole während des Aufmarsches der Neonazis in Kiew erinnern den tschechischen Präsidenten Miloš Zeman an Hitler-Deutschland. In der Ukraine, aber auch in der Europäischen Union müsse etwas grundsätzlich »schieflaufen«, sagte er und kritisierte, dass gegen diesen Aufmarsch von offizieller Seite weder protestiert, noch dieser verurteilt worden sei.

 

Zeman bezog sich mit seinen Äußerungen auf die beunruhigenden Szenen, als Tausende ukrainischer Nationalisten am Neujahrstag den 106. Geburtstag von Stepan Bandera (1909-1959) mit einem Fackelzug in Kiew feierten.

Bandera stand an der Spitze der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und war ein ukrainischer Nationalistenführer, der mit den Nazis während des Zweiten Weltkriegs zusammenarbeitete und an ethnischen Säuberungen gegen Polen, Juden und Russen beteiligt war. An dem Aufmarsch nahmen auch der Vorsitzende der rechtsextremen Partei Swoboda, Oleh Tjahnybok, und zahlreiche Mitglieder des berüchtigten Rechten Sektors teil.

 

»In der Ukraine stimmt etwas nicht«, erklärte der Präsident Tschechiens am Sonntag im Radiosender F1. »Gestern Abend surfte ich im Internet und stieß auf ein Video, in dem die Demonstration am 1. Januar auf dem Maidan zu sehen war. Die Demonstranten trugen Bilder Stepan Banderas, die mich an Reinhard Heydrich erinnerten.«

 

Heydrich war als Leiter des Reichssicherheitshauptamts und stellv. Reichsprotektor in Böhmen und Mähren einer der maßgeblichen Organisatoren des Holocaust. »Der Aufmarsch selbst war wie ein typischer Nazi-Fackelzug organisiert. Damals riefen die Teilnehmer Parolen wie ›Tod ohne Gnade den Polen, Juden und Kommunisten‹«, erläuterte Zeman.

 

Bei dem diesjährigen Fackelzug lauteten die Parolen: »Ehre und Ruhm der Nation! Tod ihren Feinden!«, »Die Ukraine gehört den Ukrainern« und »Bandera wird zurückkehren und wieder Ruhe und Ordnung herstellen«. Einige Teilnehmer trugen Uniformen der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) Banderas, andere marschierten mit nationalistischen Fahnen in den Farben Rot und Schwarz.

 

»Wir dürfen nicht vergessen, dass Bandera in der Ukraine als Nationalheld betrachtet wird. Sein Bild hängt auf dem Maidan, und in Lwiw steht eine Statue von ihm. Tatsächlich war er aber ein Massenmörder«, sagte Zeman im vergangenen Sommer im tschechischen Fernsehen.

 

Russland hat immer wieder das Wiedererstarken neonazistischer Traditionen in der Ukraine verurteilt und betrachtet derartige Anzeichen eines militanten Nationalismus als Versuch der Geschichtsklitterung. »Die Fackelzüge in der Ukraine belegen, dass sich das Land weiterhin auf den Spuren der Nazis bewegt«, erklärte Konstantin Dolgow, Menschenrechtsbeauftragter des russischen Außenministeriums, in der vergangenen Woche. »Und dies [geschieht] in der Mitte des zivilisierten Europas.«

 

 

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Leser-Kommentare (25) zu diesem Artikel

06.04.2015 | 19:58

Daria Marta Sofie

Es stimmt. Stalin hat die Hungersnot in der Sovietunion der 30-er Jahre ausgelöst. Aber Fakt ist auch, dass die Amis durch ihre Sanktionen die UdSSR keine andere Wahl gelassen haben als der Export der Weizenernten nach, jetzt aufpassen, Amerika. Die Hungersnot der Ukrainern und Russen, der Wolgadeutsche und Belarussen haben feine und ehrwürdige Amerikaner in Kauf genommen, mindestens genauso wie der Stalin, der durch Verkauf der Ernten in den Westen seine schnelle...

Es stimmt. Stalin hat die Hungersnot in der Sovietunion der 30-er Jahre ausgelöst. Aber Fakt ist auch, dass die Amis durch ihre Sanktionen die UdSSR keine andere Wahl gelassen haben als der Export der Weizenernten nach, jetzt aufpassen, Amerika. Die Hungersnot der Ukrainern und Russen, der Wolgadeutsche und Belarussen haben feine und ehrwürdige Amerikaner in Kauf genommen, mindestens genauso wie der Stalin, der durch Verkauf der Ernten in den Westen seine schnelle Industrieallisierung weiter antreiben kоnnte. Ich bin eine Russlandsdeutsche und meine Familie hat etliche Familienmitglieder verloren in der Ukraine. Ich will Stalin nicht entschuldigen und seine Untaten rechtfertigen. Ich will Gerechtigkeit .


10.01.2015 | 17:27

Margrit Steer

Es wird höchste Zeit, dass mal hinterfragt wird, was Merkel plant, weil sie sich mit solchen Typen einläßt und diese Regierung in der Ukraine hätschelt. Merkel zeigt immer mehr, dass sie eine Volks- und Landesverräterin ist


06.01.2015 | 23:34

abrahamsilberschmied

Es wird zeit den deutschen EU - Beitrag von 27% auf 15% des EU-Budgets zu reduzieren.Damit würden 20 000 Millionen Euro jährlich frei.Einen Schlappen 1 000 Euro pro Jahr für ALLE 20 Millionen Rentner als Weihnachtsgeld geben.Das stärkte die Binnenwirtschaft mit Arbeitsplätzen oder mit besserer Bezahlung.10 Millionen Untermenschen gibt es bereits: Arbeitslose, Hartz IV (HIV), Lohnzuschüsse, ... desweiteren 800 000 Akademiker die unter Tariflohn arbeiten und ca. 200 000 Akademiker...

Es wird zeit den deutschen EU - Beitrag von 27% auf 15% des EU-Budgets zu reduzieren.
Damit würden 20 000 Millionen Euro jährlich frei.
Einen Schlappen 1 000 Euro pro Jahr für ALLE 20 Millionen Rentner als Weihnachtsgeld geben.
Das stärkte die Binnenwirtschaft mit Arbeitsplätzen oder mit besserer Bezahlung.
10 Millionen Untermenschen gibt es bereits: Arbeitslose, Hartz IV (HIV), Lohnzuschüsse, ... desweiteren 800 000 Akademiker die unter Tariflohn arbeiten und ca. 200 000 Akademiker mit einem Lohn um die 9,50 Euro pro Stunden ausgebeutet werden.
Die Pension sind gesichert ... für die Berufspolitike ... pro Jahr 3,5% Pensionsanspruch ... 18 Jahre Bürgermeister, 60% seines Letzetne Nettolohnes ... dafür 7000 Euro Pension zu erhalten ist doch großartig. 18 Jahre im Leben arbeiten !!!


06.01.2015 | 16:45

Hans-Joachim Kamradt

Ja und wie fiele Russen und Ukrainer haben für die Befreiung vom Faschismus ihr Leben lassen müssen! Ach ja Napoleon war auch in Moskau ! Ja ja!!!


06.01.2015 | 15:33

B Strehlen

Wie wär´s, wenn Herr Zeman die Benesch-Dekrete in seinem Herrschaftsgebiet aufheben würde. Dann wäre er glaubwürdig. Zur Ukraine: In der ganzen Diskusssion fehlt die Erwähnung der durch Stalins Politik verursachten Hungersnot im Winter 1932/33. Mindestens drei Millionen (unterste Schätzung) starben. In den entvölkerten Gebieten wurden gezielt russische Bauern angesiedelt. Dieser Geschichtsvorgang sollte sich in Erinnerung rufen, wer Urteile über heutige Vorgänge fällt....

Wie wär´s, wenn Herr Zeman die Benesch-Dekrete in seinem Herrschaftsgebiet aufheben würde. Dann wäre er glaubwürdig. Zur Ukraine: In der ganzen Diskusssion fehlt die Erwähnung der durch Stalins Politik verursachten Hungersnot im Winter 1932/33. Mindestens drei Millionen (unterste Schätzung) starben. In den entvölkerten Gebieten wurden gezielt russische Bauern angesiedelt. Dieser Geschichtsvorgang sollte sich in Erinnerung rufen, wer Urteile über heutige Vorgänge fällt. (siehe: http://www.tagesspiegel.de/meinung/russland-und-die-ukraine-stalins-verdraengter-hungermord-in-der-ukraine/9842604.html). Leider tut dies der Kopp-Verlag nicht. Vielleicht könnte er auch über die Sowjet-Kommissare berichten, die damals aktiv waren.


06.01.2015 | 15:22

Hans-Joachim Kamradt

Ja ich habe es meinen Kollegen schon von beginn an gesagt. Der Konflikt zwischen der Ukraine,Russland den USA so wie Deutschland und der EU ist nur Tarnung. Es soll Land zurück geholt werden welches man durch Krieg verloren hat.Das hatten wir schon ein mal! Der eine sagte damals er habe ja nur den Vorgarten heim geholt. Will das heute ewentuell Europa?

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