Wednesday, 27. July 2016
12.02.2015
 
 

US-Militär wird ab März ukrainische Kampftruppen für die Kämpfe im Osten der Ukraine ausbilden

Redaktion

Nur wenige Stunden vor Beginn der gestrigen Gespräche in der weißrussischen Hauptstadt Minsk, die von vielen als »letzte Chance« zumindest für einen Waffenstillstand gesehen werden, erklärte der Kommandeur der NATO-Bodentruppen in Europa (LANDCOM), Generalleutnant Ben Hodges, die amerikanischen Streitkräfte würden ab März ukrainische Kampftruppen für die Kämpfe gegen die Separatisten in der Ostukraine ausbilden. Dazu soll ein amerikanisches Bataillon drei ukrainische Bataillone unterstützen.

 

»Wir werden sie in Sicherungsaufgaben und medizinischer Versorgung ausbilden, und darin, wie man in einer Umgebung operiert, in der die Russen die [Kommunikation] stören und wie sie sich selbst vor russischem und separatistischem Artilleriefeuer schützen können«, wird Hodges von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert.

Bereits im Januar hatte Hodges in Kiew eine ähnliche Ankündigung geäußert. Damals vermied er aber konkrete Angaben zur Zahl der beteiligten amerikanischen Soldaten. Aus dem Pentagon hieß es, an dem amerikanischen Ausbildungsprogramm würden von ukrainischer Seite etwa 600 Mitglieder der Nationalgarde teilnehmen, berichtete die Washington Post.

 

Pentagon-Sprecherin Oberstleutnant (w) Vanessa Hillman erklärte, die gegenwärtig im Nordosten Italiens stationierte 173. US-Luftlandebrigade werde im Rahmen dieser Unterstützung in die Ukraine verlegt.

 

Ziel der Ausbildung sei es, den Aufbau und die Kampfkraft der Nationalgarde, die die Regierung in Kiew erst kurz nach ihrer Machtergreifung im Februar 2014 aufgebaut hatte, zu verstärken.

 

Die Ausbildung soll ab März auf dem etwa 380 Quadratkilometer großen Truppenübungsplatz Jaworiw in der Nähe der ukrainisch-polnischen Grenze beginnen. Jaworiw ist der größte militärische Schießplatz in Europa und befindet sich in der Nähe der ukrainischen Stadt Lwiw.

 

Eine Delegation amerikanischer Militärausbilder ist bereits in Kiew eingetroffen, um Einzelheiten des Programms mit ukrainischen Militärvertretern zu erörtern und den Truppenübungsplatz zu besichtigen, berichtet LifeNews.

 

Das Freiwilligen-Bataillon Donbass soll nach den Worten seines Kommandeurs Semjon Sementschenko, zu den Ersten gehören, die eine amerikanische Ausbildung erhalten.

 

Die Truppen der Nationalgarde würden »entlang der Richtlinien und Vorgaben des regulären amerikanischen Ausbildungssystems der [Spezialeinheiten] Navy SEALS und der Delta Force« üben, verkündete Sementschenko über soziale Medien weiter.

 

Seit Beginn der Kampfhandlungen im Südosten der Ukraine werden der Nationalgarde wiederholt Kriegsverbrechen, wie etwa der absichtliche Beschuss von Wohngebieten in den Regionen Donezk und Lugansk sowie die Blockade humanitärer Hilfe für die Region, zur Last gelegt.

 

Im vergangenen September bestätigte ein Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, das Freiwilligenbataillon Aidar habe schwere Verbrechen wie Entführungen, Hinrichtungen und Erpressung begangen.

 

Anfang dieser Woche hatte der amerikanische Präsident Barack Obama erklärt, die USA schlössen die Möglichkeit der Lieferung defensiver Waffensysteme an die Regierung in Kiew nicht aus. Russland und die EU lehnen einen solchen Schritt vehement ab, weil sie überzeugt sind, dass es keine militärische Lösung der Krise in der Ukraine geben kann.

 

Die Regierungschefs und Präsidenten des Verhandlungsformats »Normandie Vier« (Russland, Deutschland, Frankreich, Ukraine) befinden sich seit Mittwochabend in Minsk in einem Verhandlungsmarathon, um den Friedensprozess neu zu beleben und den Konflikt in der Südost-Ukraine zu beenden.

 

Nach mehr als zwölfstündigen Verhandlungen soll nach Angaben aus diplomatischen Kreisen eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet werden. Die Verhandlungen konzentrieren sich vor allem auf die Bildung einer entmilitarisierten Zone, den Abzug schwerer Waffen und den Beginn von Gesprächen zwischen Kiew und den Separatisten.

 

Der Konflikt in der Ukraine brach im vergangenen April aus, als Kiew Streitkräfte und freiwilligen Bataillone in die südöstlichen Regionen Donezk und Lugansk entsandte, nachdem sich große Teile der Bevölkerung dort geweigert hatten, die neue Regierung, die im Rahmen eines Putsches an die Macht gekommen war, anzuerkennen. Bisher hat der Bürgerkrieg nach Schätzung der Vereinten Nationen mindestens 5300 Menschenleben gefordert.

 

 

 

.

Leser-Kommentare (54) zu diesem Artikel

17.02.2015 | 10:20

Leo

Wie schön läßt sich doch mit der Dummheit der Menschen Geld verdienen. Da werden ukainische Batallione trainiert zum Sterben, mit Waffen ausgerüstet, die die EU-Mitgliedsstaaten anteilmäßig bezahlen. Die amerikanische Rüstungsindustrie freut sich über die geistig minderbemittelnden Europäer, die nichts verstehen. Eigentlich ist es richtig, solche Dummheit muß bestraft werden, nur bedauersam, daß viele Unschuldige dabei mit ins Chaos gezogen werden, denn Bomben machen keinen...

Wie schön läßt sich doch mit der Dummheit der Menschen Geld verdienen. Da werden ukainische Batallione trainiert zum Sterben, mit Waffen ausgerüstet, die die EU-Mitgliedsstaaten anteilmäßig bezahlen. Die amerikanische Rüstungsindustrie freut sich über die geistig minderbemittelnden Europäer, die nichts verstehen. Eigentlich ist es richtig, solche Dummheit muß bestraft werden, nur bedauersam, daß viele Unschuldige dabei mit ins Chaos gezogen werden, denn Bomben machen keinen Unterschied.


15.02.2015 | 22:01

Jurgen Pagel

Ich freue mich schon wenn es los geht . Dann bekommt der Westen so eins auf die Muetze da werden nicht einmal die Ohren mehr schlackern . Die Amis bilden aus , WOHL EIN WITZ , oder ??? Wenn das die gleichen Ausbilder sind wo im Irak zu tun haben dann aber gute Nacht . Die Ami Ferkel sollen lieber erstmal einen (1) Krieg gewinnen und nicht ueberall ihr grosses arogantes Luegenmaul so aufreissen denn ich habe eine sehr sehr schlechte Aussicht das dieses grosse Luegenmaul sehr sehr...

Ich freue mich schon wenn es los geht . Dann bekommt der Westen so eins auf die Muetze da werden nicht einmal die Ohren mehr schlackern . Die Amis bilden aus , WOHL EIN WITZ , oder ??? Wenn das die gleichen Ausbilder sind wo im Irak zu tun haben dann aber gute Nacht . Die Ami Ferkel sollen lieber erstmal einen (1) Krieg gewinnen und nicht ueberall ihr grosses arogantes Luegenmaul so aufreissen denn ich habe eine sehr sehr schlechte Aussicht das dieses grosse Luegenmaul sehr sehr bald von Onkel Putin gestoppft wird und ausserdem WETTE ich €100 als start das der Westen mit der Nato Onkel Putin sehr sehr bald sehen wird . Wie hies es doch vom Fipps ueber die Bundeswehr : Sie trugen seltsame Gewaender und irrten sinnlos umher . Bis die Bundeswehr abhebt ist der TU - 160 schon 3x ueber Deutschland Richtung England unterwegs . Oh Vaterland , magst ruhig sein .


13.02.2015 | 13:21

Bert

In Minsk war doch alles gelogen.(wegen Debalzewo) Der Westen kann es doch nicht lassen,die Russen wurden wieder verarscht.Die Aufständischen sollten kein Quadratmeter abgeben,und bis zu ihrem vollen Souväränität durchhalten.Mit dem Westen braucht keine Verhandlungen führen.-der versteht ausschließlich die Sprache der Gewalt. Es nützt nichts.


13.02.2015 | 12:49

Margrit Steer

Das Minsker Abkommen war somit nur eine Farce und Merkel, stramm USA-hörig, hat mal wieder mitgespielt. Wer begreift eigentlich endlich mal, das diese Frau der Untergang Deutschlands ist?


13.02.2015 | 11:08

Furumaru

Damit ist wohl der ausgehandelte Waffenstillstand hinfällig


13.02.2015 | 09:35

Hansi Mault

US - Ausbilder für die Ukrainische Armee ?! So ähnlich hatte doch damals auch das militärische "Engagement" der USA in Süd - Vietnam angefangen. Und gegen sowjetisches Militär in Afghanistan hatten die USA seinerzeit die Taliban - Kämpfer ausgebildet und ausgerüstet. Später waren das dann die bösen Terroristen.Und gegen die syrische Assad - Regierung wurden auch mit US - Hilfe Widerstandstruppen ausgebildet. Die dann später das erworbene Kriegs - Knowhow in die IS -...

US - Ausbilder für die Ukrainische Armee ?! So ähnlich hatte doch damals auch das militärische "Engagement" der USA in Süd - Vietnam angefangen.
Und gegen sowjetisches Militär in Afghanistan hatten die USA seinerzeit die Taliban - Kämpfer ausgebildet und ausgerüstet. Später waren das dann die bösen Terroristen.
Und gegen die syrische Assad - Regierung wurden auch mit US - Hilfe Widerstandstruppen ausgebildet. Die dann später das erworbene Kriegs - Knowhow in die IS - Terrortruppen einbrachten.
Allen Beispielen gemeinsam ist : Die USA hat mit ihren " Militärberatern" letztendlich immer nur großes Unheil angerichtet.
Und was ist eigentlich aus den ca. 400 US - Söldnern der Kriegsfirma "Academi", vormals "Blackwater" in der Ukraine geworden ? Deren dortiger Einsatz ging Mai 2014 durch die Presse und war wohl sogar vom BND bestätigt worden. Danach hörte man allerdings nix mehr zu dem Thema. Vermutlich hat unser oberster Lehnsherr
USA mal kurz und heftig dazwischen gehauen und jede weitere Berichterstattung verboten.
ich vermute mal : Die US - Söldner sind immer noch in der Ukraine aktiv. Und die Russen halten zu dem Thema die Füße still, weil sie ja wohl auf der Gegenseite ähnlich agieren.

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Der Dritte Weltkrieg – Schlachtfeld Europa

Peter Orzechowski

Noch vor wenigen Monaten haben mich viele für verrückt erklärt: Krieg in der Ukraine ja, aber Krieg in Europa oder sogar in Deutschland – das war so weit weg wie der Neoliberalismus vom Sozialstaat. Aber nun haben es sogar die Schönbeter kapiert: Der militärisch-industrielle Komplex des Westens will unbedingt Putin stürzen und sich Russland  mehr …

Pentagon verlegt inmitten der Ukraine-Krise Erdkampfflugzeuge vom Typ A-10 und 300 Piloten nach Deutschland

Redaktion

Die amerikanische Luftwaffe schickt inmitten zunehmender Spannungen im Zusammenhang mit der Ukraine etwa ein Dutzend Erdkampfflugzeuge vom Typ A-10 Thunderbolt II im Rahmen eines umfangreichen Manövers, an dem NATO-Verbündete in Osteuropa teilnehmen sollen, nach Deutschland.  mehr …

Ukraine-Krise: »Deutsche an die (NATO-)Front!«

Peter Harth

Der Krieg in der Ukraine eskaliert erneut – genau wie die einseitige und antirussische Berichterstattung darüber. Kritik daran nehmen die Mainstream-Medien in Kauf. Schließlich haben sie in einem Kodex der NATO die Treue geschworen. Wie jetzt auch Verteidigungsministerin von der Leyen: Milliarden Euro und deutsche Soldaten im Konflikt mit  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Geheime Absprachen in Washington: In weniger als sechs Wochen Krieg in Europa?

Udo Ulfkotte

Ganz aktuell werden in den USA Kriegsvorbereitungen getroffen. Und zwar für einen Krieg der NATO gegen Russland. Angela Merkel soll Deutschland und die anderen Europäer in den Krieg führen. Die Hintergründe.  mehr …

Der Dritte Weltkrieg – Schlachtfeld Europa

Peter Orzechowski

Noch vor wenigen Monaten haben mich viele für verrückt erklärt: Krieg in der Ukraine ja, aber Krieg in Europa oder sogar in Deutschland – das war so weit weg wie der Neoliberalismus vom Sozialstaat. Aber nun haben es sogar die Schönbeter kapiert: Der militärisch-industrielle Komplex des Westens will unbedingt Putin stürzen und sich Russland  mehr …

Gespräche in Minsk sollen zu einem Abkommen geführt haben

Redaktion

In der Nacht hieß es noch, die Gespräche in Minsk zwischen Putin, Poroschenko, Hollande und Merkel über einen Frieden für die Ostukraine seien dramatisch und sehr schwierig. Jetzt sickert aus diplomatischen Kreisen laut der Deutsche-Presse-Agentur und der russischen ITAR-TASS durch, dass ein erstes Ergebnis erzielt wurde und ein Dokument für ein  mehr …

Pentagon verlegt inmitten der Ukraine-Krise Erdkampfflugzeuge vom Typ A-10 und 300 Piloten nach Deutschland

Redaktion

Die amerikanische Luftwaffe schickt inmitten zunehmender Spannungen im Zusammenhang mit der Ukraine etwa ein Dutzend Erdkampfflugzeuge vom Typ A-10 Thunderbolt II im Rahmen eines umfangreichen Manövers, an dem NATO-Verbündete in Osteuropa teilnehmen sollen, nach Deutschland.  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.