Dienstag, 6. Dezember 2016
08.12.2012
 
 

Vereinte Nationen streben Kontrolle über das weltweite Internet an

Redaktion

Die Mitglieder der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN) mit Sitz in Genf, haben sich darauf geeinigt, einen Standard für das Internet einzuführen, der praktisch Abhöraktionen auf weltweiter Ebene erlaubt.

Auf einer Konferenz in Dubai entschieden die ITU-Mitglieder in dieser Woche, den Y.2770-Standard zu übernehmen, der eine detaillierte Untersuchung des Datenverkehrs, die so genannte »Deep Packet Inspection«, ermöglicht. Dieser hochgeheime Vorschlag stammte interessanterweise von China und würde Telekommunikationsunternehmen auf der ganzen Welt

das Untersuchen derDaten, die über das Internet verbreitet werden, erheblich erleichtern.

 

 

Nach UN-Angaben würde die allgemeine Einführung der »Deep Packet Inspection« oder DPI auf praktisch weltweiter Ebene es den Behörden leichter machen, der Übertragung und der Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials und anderer geschützter Inhalte auf die Spur zu kommen, indem den jeweiligen Netzadministratoren ein Werkzeug an die Hand gegeben wird, mit dessen Hilfe diese den Inhalt der Internet-Übertragungen und nicht nur den so genannten »Header« analysieren können. Der Header ist ein Art Vorspann der einzelnen Datenpakete, der Zusatzinformationen über Absender, Empfänger, Typ, Betreff, Datum, den Weg der Nachricht  u.a. des Datenpakets enthält und in der Regel kenntlich gemacht und ausgewertet wird.

 

»Standardmäßig werden die Daten-Pakete auf der Grundlage ihrer Header befördert, denn schließlich enthält dieser Teil des Datenpakets die Informationen über den Bestimmungsort des Datenpakets«, schrieb Lawrence Lati von der Zeitung The Inquirer, »aber durch die Untersuchung des Inhalts jedes Datenpakets können Internetprovider, Regierungen und jeder andere Zugriff auf sensitive Daten erhalten. Zwar können die Nutzer dieses Risiko durch den Einsatz von Verschlüsselungsprogrammen verringern, aber wenn man über ausreichende Ressourcen und Kapazitäten verfügt, kann eine Verschlüsselung auch geknackt werden.«

 

Der britische Computerwissenschaftler Tim Berners-Lee, der allgemein als »Vater des Internets« gilt, hat sich zu einem früheren Zeitpunkt dieses Jahres in einer Rede vor dem World Wide Web Consortium (W3C) gegen eine DPI-Einführung in diesem völlig überzogenen Ausmaß ausgesprochen. »Irgendjemand schaltet dann ein solches DPI-Programm vor den Computerausgang  eines anderen, und dieses Programm liest jedes Datenpaket aus, merkt sich jede Internetseite und erfasst sie dann zusammen mit dem Namen, der Adresse und Telefonnummer der betreffenden Person, um diese Informationen dann entweder an die Regierung weiterzugeben, wenn sie danach fragt, oder um sie an den Höchstbietenden zu verkaufen – ein massiver Verstoß gegen den Datenschutz und eine schwere Missachtung der Privatsphäre«, sagte er.

 

Der Blogger Arthur Herman schrieb in dieser Woche für Fox News Online, den Delegierten der ITU gehe es schlicht darum, »den USA die Kontrolle über das Internet zu entreißen und sie einer Gruppe von UN-Bürokraten zu überlassen… Dies wäre die schwerwiegendste Machtanmaßung in der Geschichte der Vereinten Nationen und zugleich ein Machtmissbrauch«, meinte er.

 

ITU-Generalsekretär Dr. Hamadoun I. Touré wies Kritik zurück, nach der das vorgeschlagene  DPI-Modell in die Privatsphäre eingreife. In einem Kommentar erklärte er in dieser Woche, das Treffen seiner Organisation in Dubai stelle keine »Bedrohung der Rede- und Meinungsfreiheit« dar. Auf der Konferenz selbst sagte er: »Wir sollten die Chance nutzen, einen Fahrplan, auf den man sich dann weltweit einigt, zu entwerfen, um auch die, die bisher noch abseits stehen,in die weltweiten Kommunikationsnetze einzubinden, während wir gleichzeitig dafür sorgen, dass ausreichende Investitionsmittel bereitstehen, um die Infrastruktur aufzubauen, die für das exponentielle Wachstum der Sprachtelefondienste sowie des Video- und Datenverkehrs erforderlich ist.« Die Vereinten Nationen stünden vor der einmaligen Chance, »allen Menschen die Chance auf bezahlbare Kommunikationsmöglichkeiten zu bieten. Dies gilt insbesondere für die Milliarden von Menschen weltweit, denen der Zugang zum Internet derzeit noch verwehrt ist.«

 

Aber trotz dieser wohlklingenden Worte stehen einige Länder und auch große Konzerne der Branche diesem Vorschlag ablehnend gegenüber. Die ITU-Konferenz tagte hinter verschlossenen Türen, und Vertretern von Internetprovidern oder von sozialen Netzwerken wie Google, Facebook oder Twitter wurde die Teilnahme verwehrt.

 

In einem Artikel für das Internetportal CNet zitiert der Technikjournalist Declan McCullagh ein koreanisches Dokument, in dem es heißt, der bisher geheime Y.2770-Standard ermögliche die Erkennung »verborgener digitaler Wasserzeichen in MP3-Dateien«, mache »urheberrechtlich geschützte Audio-Inhalte« ausfindig, spüre »mithilfe des Instant-Messenger-Protokolls XMPP (auch als ›Jabber‹ bekannt) verbreitete Mitteilungen« auf, die »spanische Texte« enthielten, und könne »Nutzer des Filesharing-Protokolls BitTorrent identifizieren«.

 

Am Mittwoch stimmte das amerikanische Repräsentantenhaus einstimmig einer Resolution des Senats zu, in der die amerikanische Regierung aufgefordert wurde, sich allen Versuchen der Vereinten Nationen, das Internet zu kontrollieren, zu widersetzen.

 

 

 

 


 

 

 

 

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