Monday, 30. May 2016
01.05.2014
 
 

Vorsitzender der britischen Partei Liberty GB verhaftet, weil er Äußerungen Churchills zum Islam zitiert

Redaktion

Winston Churchill zu zitieren, ist nicht ungefährlich, wie ein britischer Kandidat bei den anstehenden Wahlen zum Europaparlament herausfinden musste. Er wurde verhaftet, als er sich auf Äußerungen des berühmten britischen Ministerpräsidenten zur Zeit des Zweiten Weltkriegs zum Islam aus dessen Buch The River War bezog, das 1899 erschienen war.

Das Buch beschreibt die Dienstzeit des jungen Churchill im Sudan zur Zeit der Besetzung des Landes durch Großbritannien und Ägypten, und in der betreffenden Passage geht es um Churchills Einschätzung des Islam. Aber dieses Zitat könnte dazu führen, dass der Vorsitzende der britischen Partei Liberty GB, Paul Weston, für zwei Jahre ins Gefängnis muss.

 

 

Weston kandidiert bei den Europawahlen am 22. Mai in Südostengland und hielt am Samstag in Hampshire per Megafon eine Ansprache, in der er gegen Muslime wegen ihrer »leichtsinnigen Gewohnheiten, schlampigen Ackerbaumethoden, schwerfälligen Wirtschaftsgebräuche und Unsicherheit des Eigentums« vom Leder zog, die »überall da herrschen, wo die Nachfolger des Propheten regieren oder leben… Tausende werden zu tapferen und loyalen Soldaten ihres Glaubens: Sie alle wissen zu sterben, aber der Einfluss der Religion lähmt die gesellschaftliche Entwicklung derjenigen, die diesem Glauben folgen… Es gibt keine rückschrittlichere Kraft in der Welt. Weit entfernt davon, dem Untergang geweiht zu sein, ist der Mohammedanismus eine kämpferische und missionierende Religion«. Einer seiner Zuhörer zeigte sich durch diese Äußerungen verärgert und rief die Polizei.

 

Die eintreffenden Beamten warteten nicht einmal ab, bis Weston seine Rede beendet hatte, sondern verhafteten ihn noch auf den Stufen vor der Winchester Guildhall. Als Begründung wurde zuerst angegeben, er sei einer polizeilichen Anordnung, sich zu entfernen, nicht nachgekommen.

 

Als zweiter Haftgrund wurde dann der Vorwurf des »Verdachts auf religiös oder rassistisch motivierte Belästigung« erhoben, erklärte die Polizei gegenüber der Presse. »Er wurde auf Kaution freigelassen, aber die Ermittlungen laufen weiter. Am 14. Mai soll dann ein offizieller Bericht vorliegen«, hieß es weiter.

 

Insgesamt waren an der Aktion etwa »sechs bis sieben Beamte« beteiligt, die den Zuhörern einige Fragen stellten, bevor sie Weston mitten in seiner Rede unterbrachen. Zudem stellte sich heraus, dass er keine Genehmigung für eine öffentliche Kundgebung besaß. Die Polizisten sprachen etwa 40 Minuten mit Weston und brachten ihn dann etwa gegen 15:00 Uhr in einem geschlossenen Wagen in ein Polizeirevier in die Innenstadt, wo er einige Stunden in einer Zelle verbringen musste.

 

Später wurde der Vorwurf, der Anordnung zur Zerstreuung nicht nachgekommen zu sein, fallengelassen. Aber dann wurde er wegen des Vorwurfs eines rassistisch motivierten Verbrechens erneut verhaftet. Dieser Vorwurf kann ihm nach dem verschärften Ordnungsrecht eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren einbringen.

 

Die Partei Liberty GB, die ihre politischen Ideen auf ihrer Internetseite präsentiert, sieht ihre Hauptaufgabe darin, in der Bevölkerung Einstellungen gegen Einwanderung zu fördern. Einwanderung ist für die Partei »das wichtigste Problem unserer Zeit«, über das zu diskutieren sich die Liberaldemokraten, die Labour-Partei und die Konservativen »offenkundig weigern«.

 

Ebenso wehrt sie sich gegen die Ausbreitung eines fundamentalistischen Islam in der britischen Kultur, deren traditionellen Werte ihrer Ansicht nach dadurch »verunreinigt« wurden. Liberty GB ist der Ansicht, »Großbritannien könnte wieder zu einem wundervollen Land werden, aber um diese Vision zu verwirklichen, ist eine Politik notwendig, die fast schon revolutionär sein muss«.

 

 

 

 


 

 

 

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