Freitag, 9. Dezember 2016
03.02.2014
 
 

Zehntausende demonstrieren in Frankreich für die Verteidigung traditioneller Familienwerte

Redaktion

Am Sonntag gingen Zehntausende in der französischen Hauptstadt Paris und in Lyon auf die Straße, um gegen die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und für ihre Auffassung traditioneller Familienwerte zu demonstrieren. An den Protesten nahmen Konservative aus ganz Frankreich teil.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, wurden in Paris schon vor der Veranstaltung 1500 Polizisten und in Lyon 600 Polizisten auf den Straßen eingesetzt. Innenminister Manuel Valls erklärte, jede Gewalt gegenüber der Polizei würde angemessen beantwortet.

 

Peter Oliver von RussiaToday berichtete aus Paris, diese Demonstrationen seien nur der jüngste Ausdruck einer ganzen Welle von Protesten, die sich praktisch über das ganze Land verbreiteten. »Die Veranstalter sagen, sie demonstrierten für die Verteidigung traditioneller Familienwerte. Sie sprechen sich gegen die Gesetzesänderung aus, die gleichgeschlechtliche Partnerschaften der Ehe gleichstellt, und lehnen auch alternative Regelungen ab, die es gleichgeschlechtlichen Partnern ermöglichten, per Adoption oder künstlicher Befruchtung Kinder zu bekommen«, meinte er.

 

Die Proteste werden von der Organisation La Manif Pour Tous (»Die Demonstration für alle«) organisiert. Sie steht an der Spitze der Bemühungen, die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehen und das Recht auf Adoption für gleichgeschlechtliche Partnerschaften, die in Frankreich im vergangenen Jahr beschlossen wurden, rückgängig zu machen. Manif Pour Tous hat auch zwei andere Themen aufgegriffen, deren Legalisierung sie verhindern will: die medizinisch begleitete künstliche Befruchtung (Insemination) und die In-vitro-Fertilisation (IVF, die so genannte »Reagenzglasbefruchtung«) für homosexuelle und lesbische Paare.

 

Der Vorsitzende der Gruppe, Ludovine de la Rochère, erklärte, die Demonstrationen sollten »der Regierung gegenüber so früh wie möglich deutlich machen, dass wir es ablehnen, lesbischen Paaren künstliche Befruchtung oder IVF zu ermöglichen, da Kinder einen Vater und eine Mutter brauchen«. Die französische Regierung hat Gerüchte zurückgewiesen, nach denen sie den Zugang zu künstlicher Befruchtung und Leihmutterschaft für gleichgeschlechtliche Paare erleichtern wolle.

 

Unter Konservativen in Frankreich ist man auch über das so genannte »Gleichstellungs-ABC« in Grundschulen verärgert, wo Gerüchten zufolge den kleinen Kindern so genannte Gender-Theorien nahegebracht werden sollen. Die Gerüchte gerieten außer Kontrolle, als einige französische Zeitungen berichtet hatten, den Kindern solle beigebracht werden, wie man masturbiere, und dass sie ihre eigene sexuelle Identität ablehnen sollten. Die Gerüchte, so berichtete die französische Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP), zeigten das wahnhafte Niveau, auf das sich rechte katholische Gruppierungen herabließen, um öffentliche Unterstützung zu finden.

 

Der Innenminister verglich demgegenüber in einem Interview mit der Zeitung Le Journal du Dimanche die moderaten Teile der Proteste mit der republikanischen Tea-Party-Bewegung in den USA: »Wir erleben hier die Entstehung einer Tea Party à la Française.« Er forderte die französische moderate Rechte auf, sich »von Bewegungen zu distanzieren, die sich weigern, die demokratischen Entscheidungen des Parlaments zu akzeptieren«.

 

Geoffroy Didier, stellvertretender Generalsekretär der oppositionellen Mitte-rechts-Partei UMP warf der Regierung vor, für die Krise verantwortlich zu sein und »diesen sozialen Sprengstoff zur Explosion gebracht zu haben«.

 

»Immer mehr unserer Landsleute wollen ihre wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Vorstellungen bewahren. Ich möchte mich nicht an der Seite einer Minderheit wiederfinden, deren Auffassungen zweifelhaft oder sogar hochgradig problematisch sind«, erklärte er gegenüber dem Radiosender RJC.


Der französische Staatspräsident François Hollande hatte das umstrittene Gesetz im Mai letzten Jahres in Kraft gesetzt. Frankreich ist damit das 14. Land weltweit, dass die so genannte »Homo-Ehe« erlaubt. Dieses Gesetz wird von vielen Franzosen abgelehnt, obwohl Meinungsumfragen immer wieder zeigten, dass 55 bis 60 Prozent der Franzosen die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Ehen unterstützen. Die häufigen Demonstrationen gegen das Gesetz werden auch von anderer Kritik an der Regierung inspiriert und getragen, die meist aus dem rechten Lager stammt.

 

Der Journalist und Kenner der französischen Gesellschaft Robert Harris erklärte gegenüber RussiaToday, obwohl Frankreich als Land mit liberalen Werten gelte, halte etwa ein Drittel der Bevölkerung an den traditionellen Vorstellungen von Familie fest und werde in dieser Frage auch nicht nachgeben. Dieser Teil der Gesellschaft sei die treibende Kraft hinter den Demonstrationen.

 

»Etwa ein Drittel der Bevölkerung hat in dieser Hinsicht sehr starke Überzeugungen. Diese Menschen werden bei diesem Thema nicht nachgeben. Und je stärker der Druck der Regierung wird, desto stärker werden sie sich wehren. Im Hintergrund wirkt auch der neue Papst, der sie beflügelt, nicht aufzugeben«, sagte er.

Darüber hinaus wächst die allgemeine Unzufriedenheit mit Staatspräsident François Hollande. In der vergangenen Woche gingen in Paris etwa 17 000 Menschen am »Tag der Wut« auf die Straße und demonstrierten gegen die sozialistische Regierung. Es kam auch zu Gewalttätigkeiten. 19 Polizisten wurden bei den Ausschreitungen verletzt und 226 Demonstranten verhaftet.

 

Hollande wurde 2012 in sein Amt gewählt und ist der bisher unbeliebteste französische Staatspräsident der Gegenwart. Im Vorfeld der Wahlen zum Europaparlament im Frühjahr gewinnt die rechtsradikale Front Nationale immer mehr an Zulauf. Man rechnet damit, dass sie ebenso viele Stimmen wie die Sozialisten erhalten könnte.

 

 

 

 

 


 

 

 

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