Schweden: Wissenschaftler erforscht türkischen Genozid an Armeniern und Assyrern – und wird ermordet…
Udo Ulfkotte
Ein mysteriöser Mord erschüttert Schweden. Hängt er zusammen mit den verdrängten Geheimnissen der türkischen Geschichte ? Die Türkei tut sich schwer damit, ihre Vergangenheit anzuerkennen. Schon die Sultane des türkischen Osmanenreiches machten Nichtmuslimen das Leben schwer. Die „Anerkennung“ als „Christen“ war mit einem Leben in Ghettos und hohen Steuern verbunden. Nun wurde in Schweden ein Wissenschaftler ermordet, der diese türkische Geschichte aufklären wolte.
Mit dem Eintritt des osmanischen Reiches in den Ersten Weltkrieg im Jahre 1915 verschlimmerte sich die Lage der Christen armenischer, griechischer oder assyrischer Abstammung. Die Anhänger der von Mustafa Kemal Pasha (später wurde er Kemal Atatürk – Vater der Türken – genannt) geführten „Jungtürkischen Bewegung“ bezichtigten die Christen der Unterstützung ihrer Kriegsgegner, der Engländer und Franzosen.

Aus minderwertigen „Ungläubigen“ wurden über Nacht Staatsfeinde. Türkische Soldaten ermordeten zwischen 1915 und 1918 bis zu 1,5 Millionen armenische und 750.000 assyrische Christen. Während viele Armenier den Massenmord als ungesühntes Unrecht empfinden und seit Jahrzehnten eine angemessene Erinnerung fordern, bezeichnet die offizielle türkische Sichtweise die Deportationen und Massenmorde als „kriegsbedingte Sicherheitsmaßnahme“.
Zwei Drittel der getöteten Christen wurden enthauptet. Wer den Völkermord an den Armeniern und Assyrern erwähnt, riskiert in der Türkei bis heute eine Freiheitsstrafe. Und auch im Ausland unternimmt die Türkei viel, um Menschen, die über den Völkermord an Christen in der Türkei berichten wollen, mundtot zu machen. In Schweden erforschte der 40 Jahre alte Wissenschaftler Fuat Deniz an der Örebro-Universität die türkischen Gräueltaten. In der vergangenen Woche wurde er ermordet, man erstach ihn. Seine Kollegen berichten, er sei wegen seiner Forschungen zuvor mehrfach bedroht worden… (Quelle: The Local 16. Dezember 2007). Nun vermutet auch die Polizei ein politisches Motov hinter der tödlichen Messer-Attacke in seinem Büro… In der Türkei geht unterdessen die Christenverfolgung im islamischen Kulturkreis weiter, mehrere Priester wurden in den vergangenen Monaten von Muslimen ermordet – zuletzt am Sonntag wurde in Izmir in einer Kirche ein katholischer Prister niedergestochen (Quelle: Spiegel 16. Dezember 2007).
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