Friday, 1. July 2016
25.12.2014
 
 

Ukraine auf dem Weg in die Katastrophe

Stephen Lendman

Die Ukraine gerät in einen perfekten Sturm, hier, mitten in Europa: Faschistische Diktatur. Massenarmut. Not und Elend nehmen zu. Bürgerkrieg. Eine Wirtschaft am Rande des Abgrunds. Probleme mit den Atomkraftwerken. Mögliche Kernschmelze.

 

Die Volkswirtschaft der Ukraine ist von reichlich Problemen geplagt. Es droht ein Bankrott, die Hilfsmaßnahmen des IWF haben mehr Schaden angerichtet als genutzt und dienten vor allem dazu, westliche Banker zu bezahlen. Es wird Krieg geführt gegen das Donezbecken. Die ausländischen Devisen schmelzen dahin und nur wenig ausländisches Geld kommt ins Land. Ein Teil geht für russisches Erdgas drauf, für eigenes Wirtschaftswachstum bleibt nichts.

 

Was braucht die Ukraine am dringendsten (abgesehen von einem Ende ihres schmutzigen Krieges gegen das Donezbecken): Wiederannäherung an Russland. Verantwortungsbewusstes Handeln im Sinne des Volkes. Die Regierung in Kiew tut genau das Gegenteil. Sie agiert in jeder Hinsicht rücksichtslos, leichtsinnig, völlig außer Kontrolle geraten.

 

Es droht ein wirtschaftlicher Kollaps, während die Nato unter Führung der USA ihre Kriegsmaschinerie unterstützt. Ein Dolch, der gegen Russland verwendet wird.

 

Die Ukraine benötigt viele Milliarden Euro Finanzhilfe, um einen Bankrott abzuwenden. Das geht nicht, wenn das Geld nur dazu dient, die Schulden zu bedienen. Man führt Krieg gegen das Donezbecken, aber tut nichts, um die Wirtschaft zu stimulieren.

 

Am 9. Dezember schrieb die Financial Times unter der Überschrift »Finanzhilfe für Ukraine, ansonsten droht Kollaps, warnt IWF«:

wurde eine Unterdeckung von 15 Milliarden Dollar festgestellt. Der Westen müsse die Lücke »innerhalb von Wochen schließen, um einen finanziellen Kollaps zu vermeiden«.

Die Schätzungen des IWF »decken die prekäre Lage der ukrainischen Wirtschaft auf und zeigen welch große finanzielle Belastung es ist, Kiew zu unterstützen …«

Und das während eines laufenden Bürgerkriegs. Was da an Ressourcen aufgebraucht wird. Das ist unverantwortliche Regierungsarbeit.

 

Ranghohe Vertreter des Westens gaben sich wenig begeistert von der Aussicht, weitere Milliarden in dieses schwarze Loch zu schaufeln. Zumal die eigenen Volkswirtschaften ebenfalls nicht gut dastehen. Noch einmal die FT:

»Anlass für die Unterdeckung im Haushalt sei ein Sieben-Prozent-Minus im Bruttoinlandsprodukt der Ukraine und ein Zusammenbruch der Exporte nach Russland, dem größten Handelspartner der Ukraine, hieß es aus Kreisen, die mit der IWF-Warnung vertraut sind. Es finde ein massiver Kapitalabzug statt und die Reserven der Zentralbank würden schwinden.«

Das abtrünnige Donezbecken machte fast 16 Prozent der ukrainischen Wirtschaft aus. Ohne milliardenschwere Hilfe hat die Ukraine nur zwei Möglichkeiten: Ausgaben drastisch zurückfahren oder Kredite nicht mehr zurückzahlen. Oder beides. Die IWF-Bestimmungen schreiben vor, dass Schuldnerländer ihren Verpflichtungen innerhalb von zwölf Monaten nachkommen.

 

Davon ist die Ukraine weit entfernt. Erschwert wird die Lage durch massive Korruption. Es droht der wirtschaftliche Kollaps. Obamas neue Freunde sind jetzt mehr Last als Nutzen. Nun könnte es sich rächen, dass er Russland herausgefordert hat.

 

Die Ukraine ist ein schwarzes Loch der Probleme. Das Geld wird knapp. Die Devisenvorräte schwinden, die Wirtschaftskrise verschlimmert sich. Fort Russ meldet, dass 15 ukrainische Reaktoren gefährlich kurz vor Stromausfällen stehen. Das wäre eine Katastrophe.

 

Die Ukraine kann ihre Rechnungen nicht bezahlen. Kohle wird knapp. Der Bürgerkrieg dauert an. Ein wirtschaftlicher Kollaps droht. Rund die Hälfte der Bergwerke des Landes sind nicht in Betrieb. Die Bergarbeiter haben die Arbeit niedergelegt und sind gegangen, um ihre Familien und ihr Zuhause zu schützen – vor »Angriffen des Regimes in Kiew«. Infrastruktur wurde zerstört. Die Lage wird immer instabiler.

 

»Fällt in Reaktoren Strom aus und laufen die Generatoren nicht, kommt es zu unkontrollierbarem Temperaturanstieg, Explosionen, Teil- oder vollständigen Kernschmelzen«, so Fort Russ. So wie in Fukushima, vielleicht noch schlimmer, bedenkt man die Zahl der Reaktoren. Kommt es zu Problemen mit alten Brennstäben, wäre das ein Desaster. Wer Fukushima verfolgt hat, weiß, wie katastrophal die Konsequenzen waren. Jetzt drohen der Ukraine ähnliche Probleme und was machen die westlichen Medien? Nichts.

 

Die atomare Strahlung aus Fukushima »bedroht das Leben auf dem gesamten Planeten«, sagt Michel Chossudovsky. Stark radioaktives Wasser in den Pazifik zu pumpen, »ist ein möglicher Auslöser für eine weltweite radioaktive Kontamination«. Man stelle sich vor, was geschehen würde, wenn mehrere ukrainische Atomkraftwerke eine ähnliche Kernschmelze erleben wie Fukushima: Ganz Eurasien wäre betroffen, vielleicht sogar der gesamte Planet.

 

Die von den USA geführte NATO hat die Grundlagen für eine potenzielle Katastrophe geschaffen. Erste Priorität sollte es haben, diese rechtzeitig abzuwenden. Bislang werden die Probleme jedoch ignoriert. Es droht ein Albtraumszenario.

 

 

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Leser-Kommentare (9) zu diesem Artikel

03.01.2015 | 15:18

Realist

@Thomas Die Ukraine ist halt nicht mit 15mrd gerettet, haben Sie das nicht verstanden? Es ist nur der Nächste Zahltag an die Banken, im März kommt dann der nächste usw usw. Um die Ukraine zu retten muss man 400mrd für den Schuldenabbau aufbringen und nochmals mindestens die gleiche Summe um das Land in der Grundsubstanz zu sanieren. Was glauben Sie eigentlich wer das Zahlen soll?


29.12.2014 | 19:32

Sophie Ostermann

Kann mich noch erinnern als Experten warnten vor der Ukraine weil Griechenland eine Kleinigkeit ist was uns bei der Ukraine erwartet. Diese Herren wurden Mundtot gemacht oder es man hat nie wieder etwas von ihnen gehört. Geschweige gelesen, weil es ja nur Lobeshymnen gibt wenn es um die Putschregierung geht. Bei den 11 Billionen Schulden der EU ist die Ukraine doch nur eine Kleinigkeit. Hauptsache man hat für die NATO wieder ein Betätigungsfeld geschaffen. Unser Nachbar ( von...

Kann mich noch erinnern als Experten warnten vor der Ukraine weil Griechenland eine Kleinigkeit ist was uns bei der Ukraine erwartet. Diese Herren wurden Mundtot gemacht oder es man hat nie wieder etwas von ihnen gehört. Geschweige gelesen, weil es ja nur Lobeshymnen gibt wenn es um die Putschregierung geht. Bei den 11 Billionen Schulden der EU ist die Ukraine doch nur eine Kleinigkeit. Hauptsache man hat für die NATO wieder ein Betätigungsfeld geschaffen. Unser Nachbar ( von Frau Merkel so genannt) Georgien liegt in Vorderasien. Wozu wir den wohl brauchen ? Wir haben keine Politker mehr sondern nur noch Volksverräter


26.12.2014 | 15:29

Margrit Steer

Ich frage mich schon lange, was diesen Blendr Obama antreibt, nach em russ. Kontinent zu greifen. Das aht zuvor noch ie ein amerikan. Päsident getan. Selbst im kalten Krieg hat man mit den russ. Präsidenten gesprochen. Die Ukraine leigt auf dem russ. Kontinent und dr Weten ollte nicht danach reifen. Auch diee kriinelle Gebilde EU Brüssel, nicht und schon gar nicht wir. Diese Merkel wird uns noch in den 3. WK führen. Hätte Kennedey damals bei der Kuba-Krise so gehandelt, hätten...

Ich frage mich schon lange, was diesen Blendr Obama antreibt, nach em russ. Kontinent zu greifen. Das aht zuvor noch ie ein amerikan. Päsident getan. Selbst im kalten Krieg hat man mit den russ. Präsidenten gesprochen. Die Ukraine leigt auf dem russ. Kontinent und dr Weten ollte nicht danach reifen. Auch diee kriinelle Gebilde EU Brüssel, nicht und schon gar nicht wir. Diese Merkel wird uns noch in den 3. WK führen. Hätte Kennedey damals bei der Kuba-Krise so gehandelt, hätten wir den 3. WK gehabt. Aber mit dieer stramemn DDR-Frau Merkel kann Obama offenbar alles machen


26.12.2014 | 10:53

Livia

Als in Südafrika die Apartheit abgeschafft wurde, wurden vorher alle Atomreaktoren sicher abgeschaltet, weil man befürchten mußte, daß eine schwarzafrikanische Führungsschicht diese nicht unfallfrei betreiben kann, möglicherweise die weiße Oberschicht aus dem Land jagt. Als amerikanische NGOs die Ukraine destabilisiert haben, hat niemand an solche Szenarien gedacht: Hauptsache Marionettenregierung an die Macht, Rußland den schwarzen Peter samt Angriffsvorwand zuschieben können...

Als in Südafrika die Apartheit abgeschafft wurde, wurden vorher alle Atomreaktoren sicher abgeschaltet, weil man befürchten mußte, daß eine schwarzafrikanische Führungsschicht diese nicht unfallfrei betreiben kann, möglicherweise die weiße Oberschicht aus dem Land jagt. Als amerikanische NGOs die Ukraine destabilisiert haben, hat niemand an solche Szenarien gedacht: Hauptsache Marionettenregierung an die Macht, Rußland den schwarzen Peter samt Angriffsvorwand zuschieben können und die EU bezahlen lassen! Buchstäblich ohne Rücksicht auf Verluste einen Krieg gegen Rußland anfangen können, weil man selber wirtschaftlich mit dem Hintern auf Grundeis hängt. Wer so mit der Gefahr kernschmelzender Reaktoren umgeht schreckt auch nicht vor dem Einsatz von Atomwaffen zurück - dann ist nämlich alles egal ...


26.12.2014 | 08:24

Elisa

Jede wissenschaftliche Untersuchung hat Denkfehler, jede! Oft stimmen schon die Prämissen nicht. Hinzu kommen der Narzissmus der Wissenschaftler, die berühmt werden wollen; die Auftraggeber aus Industrie und Wirtschaft, die mit bestimmten Resultaten die Öffentlichkeit überzeugen wollen; der Anreiz, viel Geld machen zu können; heute zählen auch noch der Zeitfaktor, die Sponsoren und die Verbreitungsmöglichkeiten usw. eine wesentliche Rolle, kurz Gefälligkeits-Wissenschaft hat sich...

Jede wissenschaftliche Untersuchung hat Denkfehler, jede! Oft stimmen schon die Prämissen nicht. Hinzu kommen der Narzissmus der Wissenschaftler, die berühmt werden wollen; die Auftraggeber aus Industrie und Wirtschaft, die mit bestimmten Resultaten die Öffentlichkeit überzeugen wollen; der Anreiz, viel Geld machen zu können; heute zählen auch noch der Zeitfaktor, die Sponsoren und die Verbreitungsmöglichkeiten usw. eine wesentliche Rolle, kurz Gefälligkeits-Wissenschaft hat sich rund um den Globus ausgebreitet.

Wenn ich höre, eine wissenschaftliche Studie hat dieses oder jenes festgestellt, dann leuchten in meinem Hirnkasten sofort die Warnlampen auf. Und ich denke, ich bin da gar nicht allein. Die Wissenschaft hat sich selbst abgewertet und ist in die "Niederungen der schäbigen Verführung" abgeglitten. Schade, sehr schade!!!


26.12.2014 | 08:00

Elisa

Schon unglaublich! Wenn ein Atomkraftwerk in der Ukraine Explosionen produzieren würde, dann trifft das nicht nur die eurasischen Länder, sondern vor allem auch Westeuropa. Tschernobyl lässt grüssen. Und dann stehen in der Ukraine gleich mehrere AKWs vor der Funktionsuntüchtigkeit. Man darf das gar nicht zu Ende denken, sonst wird einem übel.

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