
In ihrem Artikel »C.I.A. Said to Aid in Steering Arms to Syrian Opposition« vom 21. Juni 2012 bestätigt die New York Times, was viele bereits seit Langem wissen: Der Westen unter Führung der USA und deren Handlanger in den Golfstaaten liefert Waffen an Terroristen, vor allem an die Muslimbrüderschaft, während er gleichzeitig die syrische Regierung massiv dafür angreift, die von
den Vereinten Nationen geforderte Waffenruhe zu »verletzen« und seiner »Schutzverantwortung« gegenüber seiner Bevölkerung nicht nachzukommen.
Die Muslimbruderschaft wird von vielen Staaten der arabischen Welt bekämpft, um sich gegen die Flut ihres religiösen Extremismus, die von ihr ausgehende Gewalt und Untergrabung des säkularen Nationalstaats, die die Bruderschaft auf ihre Fahnen geschrieben hat, zu wehren. Es ist schon eine bittere Ironie, dass die USA, die für sich in Anspruch nehmen, diese Kräfte des religiös motivierten Extremismus und »Terrorismus« zu bekämpfen, sich jetzt als diejenigen erweisen, die an vorderster Front die gewalttätigsten und extremsten Terrororganisationen weltweit unterstützen. Dazu gehören zusätzlich zur Muslimbruderschaft die Libysche Islamische Kampfgruppe (LIFG) in Libyen, belutschische Terrorgruppen aus Pakistan sowie die so genannten »Volksmudschaheddin« (Modschahedin-e Chalgh, MEK) aus dem Irak, die unter anderem auch dazu benutzt werden, einen Stellvertreterkrieg gegen den Iran zu führen.
In dem Artikel in der New York Times (NYT) heißt es: »Die CIA-Beamten hielten sich einige Wochen lang im Süden der Türkei auf. Zu ihren Aufgaben gehörte es auch, zu verhindern, dass Kämpfer, die mit al-Qaida oder anderen Terrorgruppen in Verbindung stehen, nicht mit Waffen versorgt würden, erklärte ein hochrangiger amerikanischer Regierungsvertreter.« Eine ähnlich unbewiesene Behauptung wurde bereits im Zusammenhang mit Libyen vorgebracht, bevor dann überall in Bengasi Al-Qaida-Flaggen von Rebellen gehisst wurden, die von der NATO mit Geld und Waffen ausgestattet worden waren, um die Regierung von Muammar al-Gaddafi zu stürzen. Derzeit gilt als erwiesen, dass libysche LIFG-Kämpfer mit dem Al-Qaida-Anführer Abd al-Hakim Balhadsch [Kampfname: Abu Abdullah as-Sadiq] an der Spitze in großer Zahl in Syrien (und auch hier) angekommen sind.
Nachdem die USA seit Monaten vorgegeben hatten, die »internationale Gemeinschaft« wolle ein Ende der Gewalt und den Schutz der syrischen Bevölkerung, räumt die New York Times jetzt ein, dass die USA ein »militärisches Vorgehen« gegen die syrische Regierung unterstützen, das darauf abzielt, den Druck auf Präsident Baschar al-Assad »zu erhöhen«. Das Drängen, gegenüber Syrien ein Waffenembargo zu verhängen, hat sich jetzt als einseitige Parteinahme herausgestellt und sollte den Rebellen in dem so verlängerten Blutbad einen Vorteil verschaffen, um auf diese Weise das Gleichgewicht zugunsten der Stellvertreter-Kämpfer des Westens zu kippen – und nicht etwa um der Gewalt so schnell wie möglich ein Ende zu bereiten, wie von den Vereinten Nationen und besonders Kofi Annan behauptet wurde.
Die NYT berichtet weiter, die Türkei liefere auf direktem Wege Waffen an die Terroristen, die in Syrien kämpfen – da die Türkei ein NATO-Mitgliedsstaat ist, deutet dieses Vorgehen darauf hin, dass die NATO derzeit direkt daran beteiligt ist, das Blutbad in dieser nahmittelöstlichen Nation fortzuführen. Seit Monaten gestattet es die Türkei terroristischen Gruppen, ihre Grenzregion zu Syrien als Rückzugsgebiet zu benutzen, von dem aus dann immer wieder Angriffe gegen Syrien durchgeführt werden.
Trotz alledem setzt sich die so genannte »Freie Syrische Armee« nach Angaben der NYT lediglich aus etwa 100 kleineren »Kampfgruppen« zusammen, die aus einer Handvoll bis hin zu einigen
Hundert Kämpfern bestehen. Das widerlegt die Darstellung, die syrische Regierung sehe sich einem großangelegten Volksaufstand gegenüber. Tatsächlich handelt es sich bei der »Freien Syrischen Armee« um einen kleineren Verbund von Söldnern, ausländischen Kämpfern und religiösen Extremisten, die von ausländischen Interessen bewaffnet und finanziert werden, um in Syrien für Chaos und Leid zu sorgen. Man sollte noch darauf hinweisen, dass diese terroristischen Stellvertreterkrieger bereits 2007 von den USA und Saudi-Arabien rekrutiert wurden, um insbesondere in Syrien einen Regimewechsel herbeizuführen und das Land in einen westlichen Klientelstaat zu verwandeln.
Derzeit bricht die westliche Propagandakampagne immer mehr in sich zusammen, nachdem sich die Urheber der behaupteten »Massaker« und »Gräueltaten« nicht eindeutig ermitteln ließen. Wie man jetzt weiß, gehen einige dieser Gräueltaten auf das Konto der vom Westen unterstützten religiösen Extremisten. Offenbar verfolgt man derzeit die Taktik, Syrien in den Schlagzeilen kaltzustellen, während man gleichzeitig einen verdeckten Stellvertreterkrieg im Land führt.
Das amerikanische Vorgehen, Syrien vorzuwerfen, es sei nicht in der Lage, die eigene Bevölkerung zu schützen, und gleichzeitig genau diesen bewaffneten Konflikt zu schüren, den beenden zu wollen man vorgibt, ist nicht nur schlimmste und schäbigste Heuchelei, sondern zugleich auch ein Verbrechen gegen den Weltfrieden, das nach den Nürnberger Statuten ein strafwürdiges Verbrechen darstellt.
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