Monday, 26. September 2016
23.06.2014
 
 

Polen: Wir sind die »Negersklaven« der USA

Tyler Durden

Es ist schon wirklich unangenehm. Eine Woche, nachdem das polnische Wochenmagazin Wprost den geheimen Mitschnitt eines Gesprächs von vor knapp einem Jahr veröffentlichte, in dem Zentralbankchef Marek Belka (die Unabhängigkeit der Zentralbank unter Beweis stellend) im Gegenzug für einen politischen Gefallen im Vorfeld der für 2015 geplanten Parlamentswahlen die Entlassung des damaligen Finanzministers Jacek Rostowski forderte, wurde dem Magazin nun ein weiterer Gesprächsmitschnitt zugespielt.

 

Diesmal erklärte Außenminister Radosław Sikorski in einem privaten Gespräch mit Finanzminister Jacek Rostowski, die Beziehungen Polens zu den USA hätten »keinen Wert«. »Sie wissen ja, das polnisch-amerikanische Bündnis ist keinen Pfifferling wert«, sagte er und beschrieb den Charakter der polnischen Beziehungen zu den USA mit dem polnischen Wort »murzyńskość«, was so viel wie »Negersklave« bedeutet.

 

»Sie schaden sogar regelrecht, weil sie ein falsches Gefühl von Sicherheit hervorrufen. Wir werden mit den Deutschen, den Russen in Streit geraten, aber wir glauben, alles sei in bester Ordnung, weil wir den Amerikanern ›einen geblasen‹ haben. Wir haben uns völlig lächerlich gemacht und sind die Dummen«, meinte er weiter. So sind die USA eben – wo immer sie auch auftauchen, gewinnen sie schnell Freunde.

 

Die britische Tageszeitung The Guardian berichtet dazu:

 

»Ein polnisches Nachrichtenmagazin erklärte am Sonntag, es sei im Besitz eines geheimen Gesprächsmitschnitts mit Außenminister Radosław Sikorski, der für ein hochrangiges europäisches Amt im Gespräch ist und dort erklärte, die polnischen Beziehungen zu den USA seien wertlos.

Das Wochenmagazin Wprost schrieb, es handele sich um die Aufzeichnung eines privaten Gesprächs zu einem früheren Zeitpunkt dieses Jahres zwischen Sikorski und Jacek Rostowski, einem Abgeordneten der regierenden Bürgerplattform, der bis zum letzten Jahr Finanzminister war…

Berater sowohl von Sikorski als auch von Rostowski waren zu keiner Stellungnahme bereit. Eine Sprecherin der Regierung erklärte, man könne sich allein aufgrund einiger weniger Ausschnitte aus einem Gespräch keine Meinung bilden, man werde die Angelegenheit aber zu einem späteren Zeitpunkt kommentieren.

Entsprechend den Mitschriften einiger Auszüge des Gesprächs, die von Wprost auf seiner Internetseite veröffentlicht wurden, sagte Sikorski zu Rostowski: ›Sie wissen ja, dass das polnisch-amerikanische Bündnis keinen Pfifferling wert ist. Es schadet sogar regelrecht, weil es ein falsches Gefühl von Sicherheit hervorruft. Wir werden mit den Deutschen, den Russen in Streit geraten, aber wir glauben, alles sei in bester Ordnung, weil wir den Amerikanern ›einen geblasen‹ haben. Wir haben uns völlig lächerlich gemacht und sind die Dummen.‹

Laut Mitschrift benutzte Sikorski zur Charakterisierung der Haltung Warschaus gegenüber den USA das polnische Wort ›murzyńskość‹, was eine dunkelhäutige Person und jemanden bezeichnet, der die Arbeit eines anderen erledigen muss, wie aus dem polnischen Wörterbuch PNW hervorgeht.«

Natürlich gibt es von offizieller Seite keine Stellungnahme, weder eine Bestätigung noch ein Dementi...

»Auf die Bitte zu einer Stellungnahme zu dem Gespräch zwischen Sikorski und Rostowski seitens der Nachrichtenagentur Reuters antwortete die Sprecherin des Außenministeriums, Małgorzata Kidawa-Błońska: ›Wir äußern uns nicht zu Medienspekulationen… Möglicherweise geben wir eine Stellungnahme ab, wenn das ganze Magazin veröffentlicht wurde.‹«

Wir gehen davon aus, dass es heißen wird, die Äußerungen seien aus ihrem Zusammenhang gerissen worden, oder dass uns eine andere ähnliche Erklärung aufgetischt wird, aber es fällt uns schwer, uns überhaupt einen Zusammenhang vorzustellen, in dem sie »akzeptabel« wären.

 

Es scheint, wohin man auch blickt und unabhängig davon, wie eng das »Bündnis« eines Landes zu den USA auch ist, irgendwann wendet es sich von Amerika ab…

 

Das Wochenmagazin äußerte sich nicht dazu, wer die Gespräche abgehört hat oder wie es in den Besitz der Mitschnitte gelangte. Vielleicht, so fragt man sich, steckt ja der KGB dahinter, der zwei NATO-Mitglieder entzweien will…

 

 

 

 


 

 


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