Saturday, 1. October 2016
15.08.2014
 
 

USA entsenden »zur Beruhigung bedrohter Verbündeter« 600 Soldaten, Schützenpanzer und Kampfpanzer an NATO-Ostgrenzende Länder

Tyler Durden

Die Spannungen im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine (auch bekannt als Kalter Krieg 2.0) haben sich erneut verstärkt. Denn hier kommt die Kavallerie – und zwar im buchstäblichen Sinne.

 

Während die Weltöffentlichkeit ihre Aufmerksamkeit vor allem auf den ersten Einsatz von US-Marineinfanteristen im Irak seit zehn Jahren richtet, die dort selbstverständlich nur als »humanitäre Berater« eingesetzt werden, damit das Ansehen des Friedensnobelpreisträgers und amtierenden amerikanischen Präsidenten, der als Kriegstreiber seinem Vorgänger immer ebenbürtiger wird, nicht noch mehr beschädigt wird, vollzog sich über Nacht weitgehend unbemerkt eine weitaus gefährlichere Entwicklung.

 

Das Pentagon kündigte nämlich an, etwa 600 Soldaten der Ersten Kampftruppenbrigade (»Iron Horse«) der Ersten Kavalleriedivision nach Polen und in die baltischen Staaten zu entsenden, um die europäischen Verbündeten, die sich durch die militärischen Maßnahmen Russlands bedroht fühlen, zu beruhigen.

 

Und während sich die meisten Amerikaner möglicherweise jetzt erst einmal über die geographische Lage dieser Länder informieren müssen, wissen die Russen genau, dass alle diese Länder unmittelbar an Russland grenzen. Eine solche provokative Ausweitung der Militärpräsenz durch NATO-Mächte mit dem Ziel, eine militärische Aggression durch Russland »vorsorglich einzudämmen«, wird mit Sicherheit die folgende Konsequenz haben: weitere »defensive« Eskalationen von russischer Seite.

 

Hier einige Einzelheiten aus einem Artikel der US-Zeitung Stars and Stripes zu der jüngsten amerikanischen Truppenverlegung in der Region, die nun durch den sich anbahnenden zweiten Kalten Krieg geprägt wird:

»Die Soldaten und ihre Ausrüstung – zu der auch Panzer vom Typ M-1 Abrams, Schützenpanzer sowie gepanzerte Mannschaftstransportwagen gehören – werden im Oktober zu einer drei Monate andauernden Reihe von Übungen nach Europa verlegt.«

Die Soldaten sind derzeit in Fort Hood in Texas stationiert und sollen 600 Fallschirmjäger der 173. Luftlande-Armeebrigade ersetzen. »Diese Bodenmanöver sollen die Fähigkeit zur Zusammenarbeit durch die Schulung kleiner Einheiten und ihrer Kommandeure verbessern«, erklärte Pentagon-Sprecher Oberst Steve Warren. Zusätzlich zu den Bodentruppen schickten die USA bereits F-16-Kampfflugzeuge nach Polen, die dort an Patrouillenflügen über den baltischen Staaten teilnehmen.

 

Warum also verstärken die USA ihre Militärpräsenz an der Westgrenze Russlands zu einer Zeit, in der jede Truppenbewegung weltweit genauestens und misstrauisch beobachtet wird:

»Die Manöver erfolgen auf Bitten der Länder, die ein Wiedererstarken Russlands fürchten, das im Frühjahr die zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim annektiert hat und weiterhin die prorussische Separatistenbewegung im Osten der Ukraine unterstützt.«

Um es einmal so zusammenzufassen: Diejenigen Länder, die am stärksten eine russische militärische Aggression befürchten, d.h. die Länder, die direkt an Russland grenzen, haben beschlossen, Russland zuvorzukommen und zusätzliche amerikanische Militärpräsenz auf ihrem Territorium gefordert, weil sie überzeugt sind, der Kreml werde diesen amerikanischen Militäraufmarsch keinesfalls als Bedrohung Russlands durch eine immer umfassendere NATO-Erweiterung bis unmittelbar an seine Grenzen bewerten.

 

Das ist brillant. Warum? Erinnern wir uns doch nur daran, was im Dezember 2013, also lange vor Ausbruch des Stellvertreterbürgerkrieges in der Ukraine geschah:

»Man hat den Eindruck, [Putin] verfügt über einen Plan B, sollte die Lage außer Kontrolle geraten, einen Plan, der mit dem übereinstimmt, was wir vor ein paar Tagen geschrieben haben, als wir berichteten, Russland habe beiläufig erklärt, es werde im Falle eines Angriffs Atomwaffen einsetzen. Und so stationierte Russland in aller Stille, wie Bloomberg unter Berufung auf die deutsche Bild-Zeitung berichtete, eine zweistellige Anzahl taktischer, mit Atomwaffen bestückbarer Kurzstreckenraketen vom Typ SS 26 Iskander in einer dramatischen Abkehr von bisher rein verbalen Drohungen, die u.a. erst vor einem Jahr geäußert worden waren, in der Nähe der Grenze zu Polen.«

Dieses Zitat stammt aus einem Artikel in englischer Sprache mit der Überschrift »Russland stationiert taktische, nuklearfähige Raketen entlang seiner Grenze zu Polen«, in dem wir berichteten, Russland reagiere mit dieser Stationierung der Kurzstreckenraketen in Kaliningrad an der Grenze zu Polen auf das zunehmende Vordringen der NATO an Russland und etwa den Aufbau eines Raketenabwehrschirms in Polen.

 

Und jetzt scheint die NATO entschlossen zu sein, herausfinden zu wollen, wie Russland wohl auf eine schrittweise Verstärkung der taktischen Militärpräsenz in dieser Region reagiert.

 

Eines ist sicher: Die amerikanische Antwort auf eine Ausweitung der Stationierung von Iskander-Raketen in Kaliningrad, deren Reichweite Teile Litauens, Lettlands, Weißrusslands, der Ukraine und Polen einschließt, könnte man kaum als nette, medienwirksame Stationierung von Interkontinentalraketen im Rahmen »humanitärer Beratungstätigkeit« verkaufen.

 

 

 

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Leser-Kommentare (11) zu diesem Artikel

17.08.2014 | 00:33

Voschi

....für mich ist es unfassbar, wie ein Friedensnobel-Preis-Träger mit einer Kavallerie und Säbel rasselnd agieren mag und sich nicht dabei schämt! Er soll doch den Preis zurück geben, damit er nicht noch mehr beschädigt wird oder ist er es schon? Der Preis natürlich! In meinen Augen hätte Putin solch einen Preis für seine Besonnenheit und sein staatsmännisches Verhalten längst verdient! Wenn ich jetzt sehe, die Deutschen bringen Nahrungsmittel - und Waffen werden nicht mehr...

....für mich ist es unfassbar, wie ein Friedensnobel-Preis-Träger mit einer Kavallerie und Säbel rasselnd agieren mag und sich nicht dabei schämt! Er soll doch den Preis zurück geben, damit er nicht noch mehr beschädigt wird oder ist er es schon? Der Preis natürlich! In meinen Augen hätte Putin solch einen Preis für seine Besonnenheit und sein staatsmännisches Verhalten längst verdient! Wenn ich jetzt sehe, die Deutschen bringen Nahrungsmittel - und Waffen werden nicht mehr ausgeschlossen- in den Irak, aber Putins Verpflegungskolonne wird nicht ins Land gelassen und mit der Versorgung der Hungernden wird unnötig gespielt. Welch eine Ironie und Verdrehung der Tatsachen. Was haben dann eigentlich die US Panzer und Soldaten dort zu suchen? Mit Bomben schafft man keinen Frieden!


16.08.2014 | 20:04

Karl Kofler

Hallo Leo & Jupp auch die Polnische Front bröckelt...


16.08.2014 | 00:06

dvvoid

Das Problem ist nur, dass diese dreckige US-Regierung den Krieg in Europa auslösen will. Das ist zweifelsfrei ein unglücklicher Umstand. Eine Katastrophe wird daraus erst durch die mitnickenden EU-Politiker, vornehmlich der deutschen. es sieht so aus (auch wenn das damals nicht ganz so war), als würde Deutschland nach dem zweiten auch am dritten Weltkrieg MASSGEBLICH mitwirken.


15.08.2014 | 21:35

Jupp

Hallo Leo,kurz,prägnant,besser kann man es nicht schreiben!
Kleiner Zusatz: Ungarn und die Tschechei wollen die Eu Sanktionen auflösen,die Front bröckelt!


15.08.2014 | 18:27

Leo

Ja, es kommt wohl so, wie verschieden es wollen, vor vielen Jahren war es der Plan "China Grippe" damit sollte ein Großteil der chinesischen Bevölkerung dezimiert werden. Auch sollte man mal die Guidstones im Staate Georgia befragen, dort steht ja auch in etlichen Sprachen beschrieben wieviel Wleltbevölkerung zu viel (95%) auf unserem Planeten Erde existiert. Dazu kommt die wirtschaftliche Lage in den USA und alles in einen Topf gegeben wird die Suppe gekocht die...

Ja, es kommt wohl so, wie verschieden es wollen, vor vielen Jahren war es der Plan "China Grippe" damit sollte ein Großteil der chinesischen Bevölkerung dezimiert werden. Auch sollte man mal die Guidstones im Staate Georgia befragen, dort steht ja auch in etlichen Sprachen beschrieben wieviel Wleltbevölkerung zu viel (95%) auf unserem Planeten Erde existiert. Dazu kommt die wirtschaftliche Lage in den USA und alles in einen Topf gegeben wird die Suppe gekocht die die Menschen dieser Erde auslöffeln werden. Ja der Plan ist diabolisch und alle nach Vogel Strauß-Manier, es kann nicht sein, es wird nicht sein, uns geht es doch so gut, sind alles nur Verschwörungstheorien. Unsere Politiker mit Steigbügelhalter Mainstream-presse, sind so kurzsichtig wie eine Eintagsfliege mit einem Regenwurm gepaart und schießen sich ins eigene Knie. Ja, es kommt wohl so , denn Dummheit wird bestraft.


15.08.2014 | 14:56

R. Haller

Genau: Amis bleibt zu Hause! Diese Nation schafft es noch, den ganzen Planeten zu ruinieren und alle mit sich in den Abgrund zu reissen.

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