Wednesday, 23. May 2012
13.11.2010
 

Immer mehr Smartphone-Besitzer Opfer von Betrügern

Udo Schulze

Britische Sicherheitsexperten warnen vor einer Flut von kostenpflichtigen Spam-SMS, hinter denen Betrüger stecken. Betroffen sind Besitzer von Smartphones. Inzwischen erhält einer von hundert Nutzern eine solche Nachricht auf sein Handy.

Die SMS und E-Mails zeigen sich auf den Telefonen als harmlose Nachrichten, die über angebliche Gewinne, Prämien oder Gratissoftware informieren und die Empfänger in Sicherheit wiegen. Zudem werden Nachrichten versendet, die angeblich vom Betriebssystem des Handy-Eigentümers stammen. Tatsächlich aber nutzen die Täter die technische Möglichkeit des Smartphones, auf das Internet zuzugreifen. Diese sogenannten Apps verfügen über versteckte Funktionen, die von den Cyber-Betrügern manipuliert werden. Werden die Mitteilungen beantwortet, gehen die Nutzer beispielsweise einen kostenpflichtigen Vertrag ein. Aber auch bösartige Software wie Trojaner werden auf diese Weise auf die Smartphones übertragen. Inzwischen hat auch die Verbraucherzentrale in Sachsen-Anhalt auf die zunehmenden Betrugsversuche aufmerksam gemacht. Demnach sei es mehrfach vorgekommen, dass Handynutzer mit der Beantwortung einer getarnten SMS eine Sexflatrate für 79 Euro monatlich abgeschlossen hätten. Die Hintermänner saßen in diesem Fall in Polen.

Nach einem Bericht der Rheinischen Post online kommt es inzwischen sogar immer häufiger vor, dass Smartphone-Besitzer sich unbemerkt die schädliche Software selber herunterladen. Versteckt ist diese dann in scheinbar harmlosen Spielen und ähnlichen Programmen. Ein Rheinländer, der bei der Recherche nach einem solchen »Anbieter« von einem Subunternehmen zum anderen geschickt wurde, erstattete schließlich Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Düsseldorf. Doch statt von dort die erwartete Hilfe zu erhalten, stellte der Staatsanwalt neben der Anzeige des Mannes auch weitere 299 ein. Den Betrügern auf der Spur sind auch das Bundeskriminalamt und das Landeskriminalamt München. Bei den Behörden hatten sich Betroffene gemeldet, denen ein angeblicher Bekannter eine neue Handynummer mitgeteilt hatte. In Wirklichkeit aber erhielten die überraschten Opfer wenig später eine auf 79 Euro ausgestellte Rechnung von einer Briefkastenfirma aus London.

Der Trick: Die Betrüger geben sich gegenüber des Handybetreibers als Drittfirma aus. Damit zieht der Betreiber dann die Kosten automatisch über die Telefonrechnung des Kunden ein. Spätere Reklamationen sind kaum von Erfolg gekrönt.

 

 


 

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