Baby als Lotteriegewinn: ein Neugeborenes ganz legal für 22 Euro
Udo Ulfkotte
Gehören Sie zu jenen Menschen, die noch Reste der Wertvorstellungen unserer Eltern bewahrt haben? Dann werden Sie den nachfolgenden Bericht kaum glauben. Er entspricht allerdings der Realität. Wahr ist, dass viele Regierungen in Europa bankrott sind und ganz dringend viel Geld von den Bürgern brauchen. Und wahr ist auch, dass sich viele Paare in Europa ein Kind wünschen, aber keines bekommen können. Und daraus macht die britische Regierung gerade ein profitables Geschäft.
In Europa kann man erstmals Ende Juli 2011 in der Lotterie ein Kind erspielen. Sie haben richtig gelesen, ein ganz legales Baby im Jackpot einer Lotterie. Und das funktioniert so:
Jedes fünfte Paar in Europa wartet vergeblich auf ein Kind. Die biologischen Gründe dafür liegen mal beim Mann und mal bei der Frau. Aber die Tatsache bleibt.
Der einzige Ausweg zum Wunschkind ist häufig die künstliche Befruchtung. Das aber ist überall in Europa teuer. Und die Krankenkassen übernehmen in der Regel nur 50 Prozent der Kosten bei maximal drei künstlichen Befruchtungsversuchen für die »In-vitro-Fertilisation« (IVF, lateinisch für »Befruchtung im Glas«). Nach einer hormonellen Stimulation der Eierstöcke werden Eizellen aus dem Körper einer Frau entnommen und dann in einem Reagenzglas mit den Spermien eines Mannes zusammengebracht. Die Spermien befruchten die Eizellen. Die so entstandenen Embryonen werden in die Gebärmutter zurückgegeben. Dort kommt es dann mit etwas Glück zu einer Schwangerschaft. Oder der Versuch muss mehrfach wiederholt werden. Mehr als drei Millionen Kinder wurden weltweit seit 1978 schon erfolgreich im Reagenzglas gezeugt. In vielen europäischen Ländern zahlen die überall dem Bankrott entgegensteuernden gesetzlichen Krankenversicherungen immer weniger oder gar nichts mehr für eine künstliche Befruchtung. Das ist die eine Seite.
Auf der anderen Seite stehen Regierungen, die dringend Geld brauchen. Und diese besitzen das Glücksspielmonopol.
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