Friday, 27. May 2016
23.03.2016
 
 

Brüssel: Ein Insider über die desolate Lage der belgischen Geheimdienste

Udo Ulfkotte

In der europäischen Hauptstadt Brüssel sitzen EU-Parlamentarier und NATO. Sie werden rund um die Uhr bewacht und beschützt. Ganz anders im Falle der Normalbürger. Bislang hat man vor der Öffentlichkeit verschwiegen, dass für Sicherheit der Brüsseler Bürger kein Cent vorhanden ist. Jetzt packt ein Insider mit Fakten aus, über die deutschsprachige Medien einfach hinwegsehen.

 

»Der belgische Inlandsgeheimdienst Sûreté de l’État hat derzeit deutlich weniger als 600 Mitarbeiter, die genaue Zahl ist geheim«. Ein Brüsseler Gewährsmann, den wir seit fast einem Jahrzehnt  kennen, hat uns kontaktiert und sagt: »Diese 600 Leute arbeiten in drei Schichten. Und sie sind mal krank oder haben Urlaub. In der Realität sind pro Schicht weniger als 150 Mitarbeiter einsatzbereit«.

Und die sollen – so die offiziellen Angaben – allein im Raum Brüssel 900 islamische Gefährder beobachten. Das könne gar nicht funktionieren, weil man allein für eine einzige unauffällige Observation rund 20 Einsatzkräfte benötige.

 

Nach seinen Angaben gibt es in Brüssel aber auch noch den militärischen Sicherheitsdienst Adiv, der noch einmal etwa die gleiche Zahl von Mitarbeitern haben soll. Unser Gewährsmann weist uns allerdings darauf hin, dass seit dem islamistischen Attentat auf das Jüdische Museum in Brüssel vor drei Jahren fast alle belgischen Mitarbeiter der Geheimdienste, welche Arabisch sprechen oder mit der Beobachtung von Terrorverdächtigen befasst sind, ausschließlich in enger Abstimmung mit dem israelischen Mossad arbeiten müssten, weil seither in erster Linie jüdische Einrichtungen geschützt werden sollen. Die offizielle Vorgabe der belgischen Regierung lautete: Antisemitische Übergriffe verhindern. Für alles andere sei weder Geld noch Personal vorhanden.

 

Klar ist: Die belgischen Sicherheitskräfte sind für die große Zahl gewaltbereiter Muslime in der europäischen Hauptstadt weder personell noch finanziell gewappnet. Sie können ihnen nichts mehr entgegensetzen. Belgische Geheimdienste, das hat sich auch unter gewaltbereiten Muslimen herumgesprochen, bilden in Europa das Schlusslicht bei der Terrorabwehr. Kein anderer europäischer Geheimdienst ist schlechter aufgestellt als die Belgier.

 

General Eddy Testelmans, der Leiter des belgischen Militärgeheimdienstes, hat erst vor wenigen Tagen im Gespräch mit dem belgischen Magazin Knack gesagt, er wisse, dass es viele Schläferzellen in Belgien gebe. Aber seine Dienste hätten weder Geld noch Personal, diese zu beobachten.

 

Unser Brüsseler Gewährsmann kannte dieses Interview schon, bevor es am heutigen Mittwoch veröffentlicht werden soll. Er sagte uns heute, dass den Geheimdiensten von der Politik schon vor Monaten 100 neue Mitarbeiter versprochen worden seien. Aber nicht einer sei bislang eingestellt worden.

 

Und vor wenigen Tagen erst habe die Regierung das Abhören von Glasfaserkabeln bei Terrorverdächtigen offiziell erlaubt. Nun werde es wieder hektische Betriebsamkeit und viele Ankündigungen geben. In der Praxis aber werde sich schlicht nichts ändern, weil der Islamische Staat mit seinen vielen Kämpfern in Europa längst gesiegt habe und die Regierungen vor sich hertreibe.

 

Das deckt sich mit dem, was gerade auch der frühere stellvertretende Ex-CIA-Chef Michael Morell zu den Brüsseler Anschlägen sagte: Der IS befinde sich in Europa auf dem Siegeszug. Im Mekka Deutschland wollen Politik und Medien so etwas lieber nicht hören. Sie lügen sich stattdessen die verheerende Lage so zurecht, dass man wieder einmal mit Betroffenheitsphrasen und vorgetäuschten Tränen zum Alltag übergehen und die Asylindustrie einfach weitermachen lassen kann.

 

 

 

 

 

 

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