Geheimsache Karyes: Wie europäische Milliardäre der Steuer entfliehen
Udo Ulfkotte
Reiche Familien horten ihr Geld angeblich in der Schweiz, in Liechtenstein oder in den anderen bekannten ehemaligen Steueroasen. Allerdings gibt es inmitten Europas ein Land, das kaum jemand kennt. Es zieht in finanziell unsicheren Zeiten sehr diskret unvorstellbar große Vermögen magisch an – denn dort sind sie dem Zugriff der EU-Finanzminister garantiert entzogen. Und das mitten in der EU.
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Welches europäische Land ist 336 Quadratkilometer groß (also fast 170 Mal größer als Monaco), hat aber nur 2.262 Einwohner, keine Polizei und als einziges Land der Welt kein Rechtssystem? Ein weißer Fleck auf der Staaten- und Rechtskarte. Wenn einmal Unruhen in dem der EU assoziierten Land ausbrechen, dann hätte niemand (selbst nicht die UNO) ein Mandat, um dort einzumarschieren und die Sicherheit wiederherzustellen. Der Tag beginnt in der kaum einem Europäer namentlich bekannten kleinen Hauptstadt mit dem Sonnenuntergang (Null Uhr). Und wer mit den Einwohnern einen Termin vereinbart, der muss wissen, dass der Kalender der Bürger inzwischen 13 Tage hinter unserem zurückgeblieben ist.
Wahrscheinlich haben Sie noch nie von diesem mitten in der EU gelegenen Land gehört und halten
das alles für einen verfrühten Aprilscherz. Das hat möglicherweise einen einleuchtenden Grund: Denn es ist auch weiterhin das einzige EU-Land, in dem es weder Personenfreizügigkeit noch Pressefreiheit gibt. Daran hat seit 1981 auch die EU-Mitgliedschaft bislang nichts geändert. Ohne gültige Einreiseerlaubnis darf selbst der EU-Kommissionspräsident das in der EU gelegene Land nicht betreten. Es gibt keine Visa für Journalisten in dem Land. Niemals werden Sie im Fernsehen einen Bericht darüber finden, dass Milliardäre heute durchschnittlich 1,5 Millionen Euro zahlen, um dort eine der diskreten Banken auch nur betreten zu dürfen.
Ist das alles nur ein Scherz? Nein, keineswegs. Denn die EU hat 1981 vertraglich vereinbart, in dem Land alles so zu belassen, wie es seit mehr als 1.000 Jahren dort ist. Das freut in diesen Tagen eine kleine elitäre Gruppe von Milliardären – und internationale Geldwäscher. Während die EU jede bekannte Steueroase austrocknet und Jagd auf Steuerflüchtige macht, bleiben sie in diesem kleinen europäischen Land garantiert unbehelligt. Für den ersten Besuch des früheren amerikanischen Staatspräsidenten Bush hat man dort in einem Kloster diskret einen Hubschrauberlandeplatz gebaut, später kam der russische Präsident Putin, nach ihm russische Oligarchen und dann europäische Milliardäre. Kein anderes zentraleuropäisches Land inmitten der EU ist derart abgeschottet, über kein anderes Land, das den Euro als Währung hat, ist weniger bekannt. Gerade einmal zehn Menschen dürfen das Land pro Tag (unter strenger Aufsicht) besuchen. Und die bekommen nur das zu sehen, was sie sehen sollen. Wir zeigen Ihnen die andere Seite eines EU-Landes, von dem selbst die Fachleute im Team von Günter Jauch wohl nicht einmal den Namen der Hauptstadt kennen werden.
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