Samstag, 19. August 2017
25.10.2012
 
 

Goldene Zeiten: Warum Gold auch bei schwankenden Kursen finanzielle Sicherheit verspricht

Udo Ulfkotte

Vor wenigen Wochen noch haben Fachleute den Bürgern den Kauf von Gold empfohlen und stark steigende Preise prognostiziert. Und dann sind die Kurse in wenigen Tagen um mehr als fünf Prozent gefallen. Erreicht wurde so vor allem eines: Die Menschen sind verunsichert. Was kann man beim Thema Gold noch glauben?

Kennen Sie Kranidi? Das ist eine griechische Steueroase, in der »bankrotte« Griechen etwa 183 Milliarden Euro gebunkert haben. Der Großteil der Werte lagert dort in Gold. Während andere europäische Länder Gelder nach Griechenland überweisen, horten angeblich »bankrotte« Griechen enorme Sachwerte. Der renommierte Informationsdienst Kopp Exklusiv hat als einziges

deutschsprachiges Medium über griechische Steueroasen und die dort versteckten Milliarden berichtet.

 

Weltweit setzen viele Anleger auf physisches Gold. So hat das auch der erfolgreiche Investor André Kostolany gemacht. Wenn er gefragt wurde, ob Gold nicht eine gefährliche Investition sei, dann antwortete er: »Sagen Sie mir, wann sich der Mensch verändern wird und ich werde Ihnen sagen, wann die Bedeutung von Gold aufhören wird. Wer Gold hat, der hat immer auch Geld.«

 

Wer sich mit Gold befasst, der muss wissen, wer auf diesem Gebiet warum welche Äußerungen tätigt. Er muss vor allem einen klaren Kopf bewahren und sich mit Hintergründen befassen. Nur dann kann er sich beruhigt zurücklehnen. Die längste Lebensdauer einer Papiergeldwährung liegt bisher bei etwa 200 Jahren (US-Dollar). In dieser Zeit hat der amerikanische Dollar allerdings rund 95 Prozent seiner Kaufkraft eingebüßt. Ein Gramm Gold hat heute allerdings noch immer jene Kaufkraft, die es auch vor 200 oder vor 2.000 Jahren hatte. Schauen Sie sich die Lage in jenen Teilen der Welt an, wo vor wenigen Jahren noch großer Wohlstand dauerhaft und wie selbstverständlich gesichert schien: Ein US-Haushalt im Schuldendesaster und in Europa immer mehr Streit darüber, wer künftig für die Schulden der anderen aufkommen soll. Wer Ersparnisse hat, der ist verunsichert. Und auch die Börsen sind seit der Pleite der Lehman-Bank im September 2008 nervös wie nie. Und immer mehr Menschen flüchten ins Gold und tauschen ihre Ersparnisse gegen das Edelmetall ein. Die Leute haben ganz einfach Angst, dass das Geld, was sie ihr Leben lang erarbeitet haben, von heute auf morgen weniger oder plötzlich nichts mehr wert ist.

 

Wenn Banken der Zusammenbruch droht, wenn die Rezession vor der Tür steht und die Inflation die Preise treibt, dann kaufen die Menschen in Panik Gold. Dabei sind Panik und Angst ganz sicher keine guten Ratgeber. Wer Gold erwerben will, der sollte einen kühlen Kopf haben.

 

Krisen und Inflationsangst der vergangenen Jahre haben den Goldpreis immer wieder einmal in ungeahnte Höhen steigen lassen, weil Menschen überall auf der Welt Gold in schweren Zeiten für wertbeständiger halten als das Geld. Gold kommt zwar fast überall auf der Erde vor, doch es ist fast nirgendwo leicht zu gewinnen. Schon in den ersten Goldminen im alten Ägypten war die Arbeit so schwer und lebensgefährlich, dass sie komplett den Sklaven überlassen wurde. Der Aufwand zum Goldabbau ist auch Jahrtausende später noch enorm. Und so bleibt Gold auf lange Sicht gesehen stabil im Wert. Das Edelmetall glänzt zudem nach Jahrtausenden noch genauso wie früher. Kupfer setzt Grünspan an, Silber läuft an und muss geputzt werden. Aber Gold hört auch nach Jahren nicht auf zu glänzen. Und man kann es bei einigen Händlern diskret und völlig anonym kaufen.

 

Als der Goldpreis im Oktober 1999 mit 255 Dollar (182 Euro) den tiefsten Stand seit 30 Jahren erreichte, da schrieben viele das Metall ab. Während des Booms der New Economy wollte kaum ein Anleger etwas von Gold wissen. Der Preis fiel über lange Zeit. Minen machten dicht. Die großen Bergbaugesellschaften verkauften den Rohstoff so weit im Voraus wie möglich, um sich vor dem weiteren Preisverfall zu schützen. Und dann platzte die Internetblase. Plötzlich empfahlen Finanzberater ihren Kunden wieder Edelmetalle. Der Goldpreis schnellte in die Höhe. Wenn die Aktienkurse fallen, dann steigt der Goldpreis – und umgekehrt. Das ist fast ein Gesetz. Es gibt viele dieser Gesetze, die man kennen sollte, wenn man Gold als Wertanlage kaufen will. Ein weiteres Beispiel: Wenn Regierungen Schulden aufnehmen, um Banken und Wirtschaft zu stützen, und Zentralbanken Geld drucken, dann steigen die Schulden und die Geldmenge. Das schürt bei Anlegern Inflationsängste. Die Folge: Der Goldpreis steigt. Auch das ist ein ungeschriebenes Gesetz. Nach Angaben einer Studie des World Gold Council gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen der Krisenangst von Menschen und ihrem Interesse an Gold: Steigt die Geldmenge in einem Land innerhalb von sechs Monaten um zehn Prozent, dann steigt auch der Goldpreis um rund zehn Prozent. Im Klartext: Mit der Inflationsgefahr steigt die Nachfrage nach Gold und damit dessen Preis. Das Papiergeld wird zugleich entwertet. Der innere Wert des Goldes verändert sich dabei allerdings nicht: Für einen Dollar bekam man im Jahr 1900 noch 14 Laibe Brot, heute reicht das nicht einmal mehr für einen halben. Für eine Unze Gold dagegen kann man heute ebenso wie vor mehr als hundert Jahren einen guten Maßanzug kaufen.

 

Der Goldpreis mag über einige Jahre betrachtet fallen oder steigen – langfristig aber behält Gold zumindest seinen inneren Wert. Wer einen Teil seiner Ersparnisse in Gold investiert, der wird wohl nie alles verlieren. Wer Gold nicht als spekulative Anlage kauft, also keine großen Gewinne in einer bestimmten Zeit erwartet, der kann gelassen und ruhig in die Zukunft blicken. Ein Totalverlust der investierten Summe ist ausgeschlossen.

 

Vor allem in Krisenzeiten erwägen viele Menschen, Gold zu kaufen. Es sind Menschen, die beispielsweise vor Jahren deutsche Technologiewerte erwarben oder amerikanische Immobilienfonds – und dann viel Geld damit verloren haben. Wer Aktien und Anleihen kauft, der gibt sein Geld anderen Menschen, Unternehmen oder Staaten, damit die es für ihn möglichst vermehren. Er nimmt also Teil am großen Spiel der Finanzmärkte. Er glaubt an die Kraft des Wirtschaftswachstums und den Sieg des Profits über die Pleite. Ganz anders ist es beim Goldkäufer: Wer Gold kauft, der hat diesen Glauben verloren. Goldkäufer sind meist Menschen, die nicht mit Aktien oder Staatsanleihen maroder Staaten wie an einem Roulette-Tisch sitzen und zocken wollen. Goldkäufer behalten einen Teil ihres Geldes lieber für sich und verwandeln es in Münzen und Barren. Aus dieser Perspektive gesehen ist Gold nichts anderes als Metall gewordener Systemverdruss, eine Art von Kapitalismuskritik. Doch im Gegensatz zu den lärmenden Demonstranten auf den Wirtschaftsgipfeln oder Tagungen der Weltbank wollen Goldkäufer nicht die Welt retten, sondern sich selbst und ihren Wohlstand. Und deshalb ist es ihnen egal, ob der Goldpreis einige Tage fällt oder steigt – sie denken langfristig. Und wenn der Goldpreis mal wieder kräftig fällt, dann freuen sich diese Menschen. Sie nutzen dann die günstige Chance und kaufen Gold nach. Sie sehen Gold eben als reinen Wertspeicher.

 

 

 

 


 

 

 

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