Sunday, 28. August 2016
12.08.2011
 
 

Goodbye Toleranz: der Ruf nach dem Führer

Udo Ulfkotte

Im einst so weltoffenen und toleranten Großbritannien hat sich die Windrichtung nach den schweren Unruhen schlagartig gedreht. Plötzlich fordern immer mehr Briten die Todesstrafe. Und aus allen politischen Richtungen kommt der Ruf nach einem starken Führer. Man reibt sich verwundert die Augen, was die kriminellen Randalierer angerichtet haben.

Überall in Europa ist die Todesstrafe abgeschafft. In Großbritannien könnte sie 2012 wieder eingeführt werden. Eine Petition zur Wiedereinführung der Todesstrafe hatte vor den Unruhen zwar je nach Umfrage 53 bis 74 Prozent der Bevölkerung hinter sich, nicht jedoch die Abgeordneten im

Parlament. Das ändert sich nun schlagartig, denn die ersten Abgeordneten fordern jetzt wieder Hinrichtungskommandos. Damit das Londoner Parlament sich mit der Todesstrafe befasst, müssen 100.000 Bürger die Petition unterzeichnen. Vor den Raubzügen der marodierenden Kriminellen unterschreiben gerade einmal 10.000 Briten die Petition zur Wiedereinführung der Todesstrafe, doch seither ist alles anders.

 

Man sieht das auch bei einer weiteren Petition zur Streichung der Sozialhilfe für Randalierer und Diebe. Die Petition war kaum online, da hatten schon 100.000 Briten unterschrieben. Die Webseite der Regierung brach unter dem Andrang jener zusammen, die ebenfalls unterzeichnen wollten. Selbst Premierminister Cameron verkündete öffentlich, er werde dafür sorgen, dass Diebe künftig mitsamt ihrer Familien lebenslang keinen Anspruch mehr auf staatliche Sozialhilfe hätten und aus staatlich subventionierten Wohnungen rausgeschmissen würden, und er werde ihnen gegenüber ein lebenslanges Hausverbot für alle öffentlichen Einrichtungen verfügen.

Es gibt weitere Pläne, Dieben, Plünderern und Randalierern alle staatlichen Rentenansprüche zu entziehen. Und nach dänischem Vorbild sollen die Eltern von minderjährigen Dieben und Plünderern in vollem Umfang für die von ihren Kindern angerichteten Schäden sowohl zivil- als auch strafrechtlich haften. Was in Deutschland rechtsstaatlich völlig unmöglich erscheint, hätte in Großbritannien vor einer Woche ebenfalls noch niemand für möglich gehalten. Doch die kriminellen Brandstifter und Plünderer haben mit der Feuersbrunst auch den Wind des Wandels und das Ende jeglicher Toleranz in Großbritannien eingeläutet. Man reibt sich erstaunt die Augen, wie viele Kommentatoren renommierter britischer Zeitungen jetzt einen starken »Führer« fordern. Und wie selbstverständlich erwähnte Premierminister Cameron bei einer Rede im Parlament, künftig werde auch die Armee in ähnlichen Situationen einsatzbereit sein.

Schockiert sind die Briten vor allem, weil die bislang überführten Randalierer keineswegs – wie von linken Medien zunächst an ihren Schreibtischen aus der Ferne diagnostiziert – die angeblich unterdrückten Armen der Gesellschaft sind. Als eine der ersten Plünderinnen und Gewalttäterinnen wurde die schwarze Olympia-Botschafterin Chelsea Ives identifiziert. Die Briten sind absolut geschockt. Die Schwarze hatte Ziegelsteine auf einen Polizeiwagen geworfen und ein Mobilfunkgeschäft geplündert. Und der erste vor Gericht abgeurteilte Plünderer, Alexis Bailey (31), war ebenfalls schwarz und keinesfalls arm und unterdrückt: Bailey ist Lehrer an einer Schule. Unter den ersten zwanzig Verurteilten war nicht ein Arbeitsloser. Der Aufmacher der Daily Mail befasst sich heute mit dem linken Märchen, die Randalierer seien aus purer sozialer Not auf die Straße gegangen und hätten ja nur geplündert, um ein verzweifeltes Signal an die Gesellschaft zu senden. Die Daily Mail porträtiert dazu die Millionärstochter Laura Johnson (19), die bei den Plünderungen Elektronik im Wert von 5.000 Pfund (ca. 5.700 Euro) aus Geschäften geraubt hat. Sie ist ebenso wie die schon erwähnten Verbrecher weder sozial ausgegrenzt noch arbeitslos, verarmt oder von geringem Bildungsstand. Sie ist wie viele andere schlicht kriminell. Denn die von der Regierung geplanten Kürzungen der Sozialleistungen betreffen sie nicht. Sie interessieren sie auch gar nicht. Denn diese Menschen haben alle Werte über Bord geworfen und sich aus der Gesellschaft verabschiedet. Der berühmte britische Kommentator Max Hastings schreibt in Zusammenhang mit den Londoner Unruhen, seine Hunde seien zivilisierter und kultivierter als die Plünderer und Brandstifter. Kein Wunder, dass immer mehr Briten nach einem starken Führer rufen.

 

 


 

 

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