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Am vergangenen Wochenende berichtete die griechische Wochenzeitung Proto Thema unter Berufung auf Berater des sozialistischen griechischen Ministerpräsidenten Papandreou (Pasok-Partei), der zugleich Vorsitzender der Sozialistischen Internationale ist, dass dieser den Militäreinsatz gegen die eigene Bevölkerung in der Hauptstadt erwäge. Hintergrund sind die zunehmenden Straßenschlachten (vor allem in Athen und Thessaloniki) sowie die grassierende Migranten-Kriminalität.
Viele Griechen haben weder den Bürgerkrieg zwischen der linken Volksfront und konservativen Gruppen noch die erst 1974 beendete Militärdiktatur vergessen. Heute stehen sich in Zusammenhang mit dem Staatsbankrott und sozialen Einschnitten in Griechenland wieder einmal mehrere Gruppen gegenüber, die immer brutaler gegeneinander vorgehen: Gewerkschaften, Autonome, Migranten, einfache Bürger, Polizei und Sicherheitsbehörden. Während deutsche Medien wie der Spiegel die Griechen zunehmend einseitig als »Rassisten« darstellen, die nun in Athen in blinder Wut Jagd auf Ausländer machen, stellt sich die Lage vor Ort wohl etwas anders dar.
Es ist in allen politischen Lagern (mit Ausnahme der regierenden Sozialisten) unbestritten, dass die Polizei von der Regierung die Weisung bekommen hat, möglichst brutal gegen Demonstranten vorzugehen, die gegen die Sparpakete protestieren, und diese mit Gewalt auseinanderzutreiben. Menschenleben spielen dabei keine Rolle mehr. Es gibt viele unabhängige Zeugen aus verschiedenen politischen Richtungen, die das übereinstimmend bestätigen. Ebenfalls gesichert ist, dass der Staatsapparat Provokateure in die Reihen der Demonstrationen schleust, die dann aus der Menge heraus Polizisten angreifen und der Staatsmacht so den Vorwand liefern, brutal zuzuschlagen. Über alle Parteigrenzen hinweg hat das (mit Ausnahme der Sozialisten) für einen Wutstau unter jener wachsenden Zahl von Griechen geführt, die mit der Lage unzufrieden sind. Ministerpräsident Papandreou eifert derzeit offenkundig seinem langjährigen Freund aus den Reihen der Sozialistischen Internationale, dem früheren ägyptischen Diktator Mubarak, nach, der sich zum Ende seiner Amtszeit auch nicht anders zu helfen wusste.
Völlig unkontrollierbar wird die Lage in Griechenland allerdings durch eine zweite Ebene des Wutstaus: Der Sozialist Papandreou hatte mehr als eine Million muslimische Flüchtlinge ins Land gelassen, die in der Vergangenheit als Tagelöhner lebten. Für sie gibt es nun keine Arbeit mehr. Viele solcher jungen männlichen Muslime leben in den Athener Stadtvierteln Kypseli, Patisia, Agios und Panteleimonas, wo ab Einbruch der Dunkelheit inzwischen der Ausnahmezustand herrscht. Die Migranten, die keine Arbeit mehr haben und auch keine Sozialleistungen bekommen, gehen dann auf Raubzug, überfallen Passanten, stechen sofort mit dem Messer zu. Es handelt sich nicht etwa um isolierte Einzelfälle, sondern inzwischen um den Normalfall. Und zwar nicht nur im berüchtigten 6. Athener Stadtbezirk. Auch jene Griechen, die wirtschaftlich (noch) nicht von der Krise betroffen sind, erleben in den Ballungsgebieten heute eine nie zuvor gekannte Welle der Kriminalität. Man findet schwerlich ein Geschäft, das nicht schon häufiger von Zuwanderern überfallen wurde, die ja nun schließlich auch von irgendetwas leben müssen, aber von der EU und dem IWF bei den »Rettungspaketen« bislang schlicht übersehen wurden.
Zur Explosion der Situation kam es vor wenigen Tagen, als ein Grieche in Athen seine schwangere Frau filmte, die auf dem Weg zur Entbindung ins Krankenhaus war. Es waren seine letzten Aufnahmen. Drei Nordafrikaner erstachen den Mann »einfach so«, um ihm seine Kamera rauben zu können. Eine Überwachungskamera filmte die Migranten – die Bilder brachten das explosive Fass in Griechenland zum Überlaufen. Seither lassen sich immer mehr Griechen nicht mehr von den Raubzügen der hungrigen Migranten-Banden einschüchtern, machen jetzt auch gemeinsam brutal Jagd auf diese. Die Migranten haben inzwischen Verbündete unter griechischen Autonomen gefunden, die ihnen Zuflucht bieten und sie schützen. Sie greifen nun zusammen all jene an, die noch erkennbar zum Staat Griechenland stehen (etwa eine griechische Flagge tragen) und prügeln – wie auf der anderen Seiten auch die Polizisten – Menschen »einfach so« halb tot.
In dieser explosiven Lage heißt es nun: Vorsicht Bürgerkrieg!. Europa steht eben vor dem Crash, nicht nur in Athen. Und Papandreou bereitet schon einmal den Armeeeinsatz vor. Das hätte vor vier Wochen noch niemand geglaubt. Falsch: Vor knapp einem Jahr haben wir an dieser Stelle darüber berichtet, dass die Entwicklung genau so und nicht anders kommen wird. Wir bezogen uns dabei auch auf den EU-Kommissionspräsidenten Barroso, der damals vor dem Bürgerkrieg in Griechenland und vor der Rückkehr der Militärdiktatur in Athen warnte. Nicht ein deutschsprachiger Qualitätsjournalist hat das aufgegriffen. Wen wundert es da noch, wenn von der Realität offenkundig völlig überforderte Spiegel-Redakteure die Griechen heute schlagartig zu Rassisten mutiert sehen?
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