Friday, 27. May 2016
10.01.2009
 
 

Russland: Rassenwahn und Sehnsucht nach dem Massenmörder

Udo Ulfkotte

In welchem Land des westlichen Kulturkreises gibt es derzeit die schlimmsten rassistischen Übergriffe gegen Ausländer? Und in welchem Staat wünscht ein Drittel der Einwohner die Rückkehr eines der schlimmsten Massenmörder der Weltgeschichte? Gemeint ist Russland. Ein Berater des Kreml fördert diese Ausländerfeindlichkeit. Und er propagiert den baldigen Zerfall der Vereinigten Staaten. Lesen Sie nachfolgend über Russland, was Sie in deutschen Medien garantiert noch nicht gelesen haben.

Der 5. Dezember 2008 wurde ein schwarzer Freitag für Stanley Robinson. Der 18 Jahre alte schwarze Amerikaner hatte den ganzen Tag über die russische Sprache gelernt. In Wolgograd/Russland (früher Stalingrad, Bild links) nahm er an einem vom American Field Service finanzierten studentischen Austauschprogramm teil. Niemand hatte Stanley Robinson gesagt, dass es viele Russen gibt, die Menschen schwarzer Hautfarbe als minderwertig betrachten und angreifen. Stanley Robinso war schwarz. Und er war zur falschen Zeit am falschen Ort. Als er in Wolgograd auf den Bus wartete, da fielen ohne Vorwarnung drei Russen über ihn her. Der Afro-Amerikaner aus Providence/Rhode Island war wehrlos gegen die drei Russen. Die stachen ihm mit Messern immer wieder in die Lunge. Stanley Robinson wurde mithilfe einer amerikanischen Organisation von Russland nach Finnland zur medizinischen Notfallbetreuung ausgeflogen. Niemand protestierte gegen den rassistischen Übergriff. Niemand regte sich auf. Denn für russische Verhältnisse war der brutale Angriff auf Stanley Robinson ja auch »eher harmloser« Natur. Ein Einzelfall? Nein – keineswegs.

Wenige Tage später traf es in Moskau den 20 Jahre alten Studenten Salekh Azizvov. Drei Russen hielten ihn fest und schnitten ihm den Kopf ab. Den packten sie dann in eine Plastiktüte und warfen ihn in eine Mülltonne. Als nächstes traf es den 18 Jahre alten Studenten Yerlan Atymov aus Kasachstan. Er wurde aus rassistischen Gründen an einer Bushaltestelle in Moskau erstochen. Allein in Moskau gab es 2008 mindestens 58 Morde aus rein rassistischen Gründen. Das ist ein Drittel mehr als im Jahre 2007.

In Russland explodieren Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit. Sie richten sich vor allem gegen Farbige und Juden. Mit dem Abgleiten Russlands in die wirtschaftliche Rezession, der Abwertung des Rubels, den steigenden Arbeitslosenzahlen und dem wachsenden Alkoholkonsum steigt eben auch der Fremdenhass. Ein Ende ist nicht in Sicht – im Gegenteil: Am 28. Dezember 2008 hat der Fernsehsender Rossiya eine Umfrage veröffentlicht. Gesucht wurden die beliebtesten Männer Russlands. Das Ergebnis war peinlich und wurde dann vor der Veröffentlichung mit einigen kosmetischen Tricks manipuliert – denn die Russen wählten den Massenmörder Josef Stalin zu einem der beliebtesten Russen aller Zeiten (Platz drei). Weil Stalin während der Umfrage fast auf den ersten Platz gekommen wäre, hatte man die Stimmfunktion für ihn zum Ende einfach abgeschaltet.

Die Russen sehnen sich also immer mehr nach einem starken Führer. Niemand schreit gegen den wachsenden Rassismus auf. Und es gibt noch eine andere beunruhigende Entwicklung: Man hört einem Mann zu, der bislang als untragbar galt – die Rede ist von dem 50 Jahre alten Professor Igor Panarin. Seit einem Jahrzehnt schon verkündet Panarin seine Theorie, wonach die Vereinigten Staaten bald im Bürgerkrieg versinken und binnen weniger Jahre wegen der Aufgabe christlicher Werte zu einem verfallenden und unbedeutenden Staat werden. Auf einmal ist Professor Igor Panarin einer der beliebtesten Talk-Show-Gäste. Man saugt ihm jedes Wort von den Lippen. Igor Panarin ist nun zum gefragten Fachmann und Berater des Kreml für russisch-amerikanische Beziehungen geworden.

Professor Panarin ist jener Mann, der den Kreml und die Russen trotz der sich abschwächenden Wirtschaftslage darin bestärkt, Russland werde wieder die erste und wichtigste Weltmacht werden. Er weiß sehr wohl, dass man ihn in westlichen Staaten belächelt. Er schluckt das herunter, so wie einst der französische Politikwissenschaftler Emmanuel Todd. Todd hatte den Zerfall der Sowjetunion 15 Jahre bevor dieser sich tatsächlich ereignete, vorausgesagt – und war dafür immer nur ausgelacht worden. Panarin sagt heute den Zerfall der Vereinigten Staaten voraus. Und er präsentiert auch gleich eine Karte (siehe Bild), wie die Zukunft der Vereinigten Staaten angeblich aussehen werde. Danach wird Russland sich Alaska einverleiben – wenn die Vereinigten Staaten in einigen Jahren vom Bürgerkrieg zerfressen sind und ohnehin verfallen. Kalifornien werde den Chinesen zufallen, der Zentral- und Nordteil der Vereinigten Staaten an Kanada, Hawaii an Japan oder China, Texas an Mexiko und die nördliche amerikanische Ostküste an die Europäische Union.

Der irrationale russische Nationalismus und die wachsende Ausländerfeindlichkeit (vor allem gegen Farbige und Juden) werden vom Kreml seit geraumer Zeit schon gezielt geschürt. Und in den neuen Schulbüchern wird Josef Stalin nun den Kindern wieder als »größter Held aller Zeiten« dargestellt. Professor Panarin war lange Zeit beim Geheimdienst KGB. Er freut sich schon auf die – nach eigenen Angaben – »Aufspaltung der Vereinigten Staaten entlang der rassischen Grenzen«. Die von ihm verkündeten »rassischen Grenzen« in den Vereinigten Staaten kann zwar bislang außerhalb Russlands so klar niemand sehen. Aber all die Geschichten stärken den russischen Nationalismus – und die Ausländerfeindlichkeit. Vor allem Farbigen gegenüber. Der Verfall der Vereinigten Staaten habe schon begonnen, sagt Professor Panarin. Und spätestens im Jahre 2010 werde es jeder Russe sehen können.

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