Treffpunkt London: Wie sich der Mob per Twitter und Facebook zusammenrottet
Udo Ulfkotte
Aufmerksame Bürger haben in den vergangenen Tagen deutschen Nachrichten eine seltsame Meldung entnehmen können: Bei Unruhen in London haben angebliche Studenten ein Fahrzeug angegriffen, in dem Thronfolger Prinz Charles und seine Gattin Camilla gesessen haben. In Wahrheit war der Angriff ganz sicher keine »Studentendemonstration«. Vielmehr hat der Mob zugeschlagen: Aus Südamerika, Spanien, Lettland, Italien und Deutschland waren Kriminelle angereist, die sich per Twitter und Facebook zum Prügeln von Menschen in London verabredet hatten.

Wer Geld für die Berichterstattung von »Qualitätsmedien« bezahlt, der muss sich nicht wundern, wenn sein Wissen immer öfter mit der Realität nicht einmal ansatzweise mehr übereinstimmt. Da berichten deutsche Zeitungen in diesen Tagen, der britische Thronfolger Prinz Charles sei bei Studentenprotesten von »Demonstranten« angegriffen worden. Das Wort Demonstranten klingt schrecklich friedlich – nach Menschen, die in Sprechchören Parolen rufen. Da behauptet eine deutsche Zeitung: »Ein paar wütende Studenten haben Prinz Charles angegriffen, um gegen die Erhöhung der Studiengebühren zu protestieren.«
Wer parallel dazu die britischen Zeitungen liest, der kann sich über diese Worte in deutschen »Qualitätsmedien« wohl nur noch wundern. Von wegen »Studentenproteste« – nach Angaben britischer Zeitungen nutzen mindestens dreißig militante Gruppen die Unzufriedenheit britischer Studenten mit der Erhöhung der Studiengebühren für ihre ganz persönlichen Ziele aus. Darunter
sind brutale Londoner Straßen-Gangs, selbsternannte Gruppen von gewalttätigen Klimaschützern, Trotzkisten und Anarchisten – um nur einige zu nennen. Angereist waren vor allem aber auch Gewalttäter, die sich per Facebook und Twitter verabredet hatten. Sie wollten in London die ihnen verhassten »Reichen« jagen, ja Leistungsträger gern auch mal einfach so totschlagen. Diese Gewalttäter kamen aus Südamerika, Spanien, Lettland, Italien und Deutschland und nutzten ihre bei »Antifa-Demonstrationen« erprobten Taktiken, griffen eben auch das Fahrzeug des britischen Thronfolgers an. Britische Zeitungen veröffentlichten nun Fotos von aus dem Ausland angereisten Anarchisten. Der Mob marschierte auf und die Sicherheitskräfte waren kurz davor, scharf auf die Gewalttäter zu schießen. Der Mob schrie beim Anblick der Limousine von Prinz Charles und Camilla: »Köpft Sie!«
Zu den im Bild festgehaltenen Gewalttätern gehörte übrigens auch Charlie Gilmour (21), der Sohn des Pink-Floyd-Gitarristen David Gilmour. Er hat ganz nebenbei auch noch das Eingangsportal des Obersten Gerichtshofes in Brand zu setzen versucht, die britische Flagge von einem Podest gerissen, mit einem Pflasterstein auf Polizisten geworfen und auf seinem »Demonstrationszug« in einem Laden Schuhe gestohlen. Charlie Gilmour wurde inzwischen verhaftet. Er ist wohl einer der reichsten »Studenten« die gegen die Studiengebühren »protestieren« – sein Vater hat ein geschätztes Vermögen von 78 Millionen Pfund (92,5 Millionen Euro). Charlie Gilmour, der so gern als gewalttätiger Anarchist auftritt, zahlt am Lancing College in West Sussex seine 9.000 Pfund (10.600 Euro) Studiengebühren aus der Portokasse.
Aber es geht dem Autor dieses Beitrages nicht nur um den Edel-Anarchisten Charlie Gilmour. Alle großen britischen Zeitungen berichten inzwischen übereinstimmend darüber, dass die Studentendemonstrationen von in Gruppen auftretenden organisierten Gewalttätern unterwandert sind. Nur die Deutschen erfahren aus den »Qualitätsmedien« nichts darüber. Sie werden deshalb die Tragweite einer Entscheidung der britischen Regierung nicht verstehen können: zum ersten Mal in der Geschichte des Landes hat die Regierung nun den Einsatz von Wasserwerfern gegen Demonstranten freigegeben. Das kannten die Briten bislang nur aus dem Fernsehen – aus Deutschland und aus Nordirland. Die organisierte Gewalt, die London derzeit immer wieder neu erlebt, haben sich die Briten bislang nie vorstellen können. Es wird unruhiger im Mutterland der Demokratie.
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