Was wirklich hinter der »politischen« Hilfe für Griechenland steckt
Michael Grandt
Warum sind ausgerechnet Deutschland und Frankreich die treibende Kraft, damit die Griechen ihren Haushalt schnell sanieren? Die Antwort: Berlin und Paris treiben ein perfides Doppelspiel.
Frankreich Präsident Sarkozy erklärte beim Besuch des griechischen Ministerpräsidenten vollmundig: »Ein Euro-Land darf nicht untergehen. Ansonsten hätte es keinen Sinn gehabt, den Euro einzuführen« und warnte, wenn die Griechen nicht unterstützt werden, wird es keine europäische Gemeinschaftswährung mehr geben.
Und auch heimische Mainstream-Medien nehmen begierig das auf, was ihnen die Regierung in Berlin vorkaut: Man müsse den Griechen in dieser schwierigen Situation politisch helfen, denn es gehe um die Stabilisierung des Euro und der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Wirklich?

Die andere Wahrheit lautet so: Berlin und Paris verlangen von Athen neue milliardenschwere Rüstungsaufträge, wie das Handelsblatt (08.03.2010) meldete. Sarkozy will sechs Fregatten im Wert von 2,5 Milliarden Euro an die Griechen verkaufen. Noch im Februar, als die deutsch-französische Allianz die Hellenen bereits zur Verschärfung ihres Sparkurses drängte, sagte der griechische Verteidigungsminister zu, die Fregatten abzunehmen. Und Außenminister Guido Westerwelle warb bei seinem Besuch in der griechischen Hauptstadt darum, Athen möchte endlich den Kauf von 60 Eurofightern absegnen (Wert: 4,9 Milliarden Euro), über den schon länger verhandelt wird.
Man mag sich verwundert die Augen reiben: Ist das denn möglich? Die ganze Welt weiß, dass Griechenland de facto bankrott ist und die deutsch-französischen Staatsoberhäupter verlangen dennoch die Abnahme von Kampfflugzeugen und Kampfschiffen im Wert von fast 7,5 Milliarden Euro, die wahrscheinlich dann von dem Geld bezahlt werden, das die griechische Regierung als Nothilfe von der EU erhält und von dem Deutschland 20 Prozent schultern soll. Wieso verschenken wir die Eurofighter dann nicht gleich?
Dabei wissen gerade Berlin und Paris am besten, dass die Sanierung des griechischen Haushalts nicht denkbar ist, ohne die Reduzierung des Verteidigungsetats. Dieser ist in Griechenland sowieso horrend hoch: Er entspricht 4,3 Prozent der Wirtschaftsleistung (Deutschland: 1,5 Prozent; Frankreich: 2,6 Prozent).
Das Doppelspiel von Merkel und Sarkozy muss schnellstens beendet und die deutschen Bürger dürfen nicht länger für dumm verkauft werden.
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