Samstag, 3. Dezember 2016
25.07.2011
 
 

Terroranschläge in Norwegen unter falscher Flagge

Webster G. Tarpley

Die tragischen Terroranschläge in Norwegen weisen einige verräterische Merkmale einer Provokation unter falscher Flagge auf. So wird – trotz des Versuchs der Medien aus aller Welt, Anders Behring Breivik als Einzeltäter in der Tradition des Kennedy-Mörders Lee Harvey Oswald darzustellen – berichtet, dass viele Augenzeugen übereinstimmend ausgesagt haben, an dem Massaker in dem Jugendsommercamp Utøya außerhalb von Oslo sei ein zweiter Schütze beteiligt gewesen. Weitere Nachforschungen ergeben, dass US-Geheimdienste ein Programm verfolgt haben, pensionierte norwegische Polizeioffiziere zu rekrutieren, angeblich, um Beobachtungsoperationen im Land durchführen zu können. Dieses Programm, das als SIMAS Surveillance Detection Units bekannt ist, lieferte der NATO ein perfektes Instrument für Infiltration und Subversion der norwegischen Polizei.

Auch ein Motiv für den Anschlag existiert: Im Rahmen des Versuchs, eine unabhängige Außenpolitik zu etablieren, zu welcher auch die bevorstehende diplomatische Anerkennung eines Palästinenserstaats im Kontext einer allgemeinen Wiederannäherung an die arabische Welt gehört, war Norwegen die führende Kraft unter den kleineren NATO-Staaten, aus der imperialistischen Koalition, die zurzeit Luftangriffe gegen Libyen führt, auszusteigen. Norwegen wollte spätestens zum 1. August alle Luft- und sonstigen Angriffe gegen Gaddafis Streitkräfte einstellen.

Schließlich hat Wikileaks, bekannt als das »Limited Hangout«-Instrument der CIA, bereits eine vorfabrizierte, gebrauchsfertige Anschuldigung wegen Inkompetenz und unzulässigen Vorgehens gegen die derzeitige norwegische Regierung präsentiert – in Form von realen oder getürkten Telegrammen, die die angebliche Fahrlässigkeit der Regierung im Umgang mit der terroristischen Bedrohung dokumentiert, natürlich stets aus Sicht von Beamten des US-State Department.

 

VG aus Oslo: »Mehrere Augenzeugen berichten, es habe auf der Insel zwei Schützen gegeben«

Wie bereits erwähnt, haben sich weltweit Presse und Medien der anglo-amerikanischen Schule

sofort auf Breivik gestürzt, als archetypischen Einzeltäter nach dem Muster von Lee Harvey Oswald, [Robert-Kennedys Mörder] Sirhan Sirhan und vielen anderen. Das Problem für die Terror-Mythenschreiber liegt darin, dass es in den meisten Fällen glaubhafte bis überwältigende Beweise dafür gibt, dass die Beschuldigten diese Taten gar nicht allein begangen haben können. Unter den Fällen der jüngeren Vergangenheit ließe sich Breivik mit Oberst Nidal Hasan vergleichen, der im November 2009 in Fort Hood in Texas um sich geschossen hatte. Hasan wird der Mord an sieben Menschen vorgeworfen. Damals wurde es als ungewöhnlich angesehen, dass Hasan so viele bewaffnete Soldaten auf einem Militärstützpunkt töten konnte. In ersten Berichten war jedoch angedeutet worden, es habe neben Hasan noch einen oder zwei weitere Schützen gegeben. Wie in solchen Fällen üblich, wurden diese zusätzlichen Schützen schon bald aus den Berichten der hegemonialen Medien gelöscht.[1]

In Norwegen sind die Hinweise darauf, dass Breivik bei dem Anschlag mit so entsetzlich vielen Todesopfern nicht alleine war, eindeutig und überzeugend. Es folgen einige kurze Auszüge aus einem Bericht der Osloer Zeitung VG:

»Einige der Jugendlichen, die bei der Schießerei in Utøya anwesend waren, berichteten VG, sie seien davon überzeugt, dass es mehr als einen Täter gegeben habe. Marius Helander Røset glaubt dasselbe: Ich bin sicher, dass auf der Insel gleichzeitig von zwei verschiedenen Stellen aus geschossen wurde, sagte er.

 

Zeugen: Es waren zwei

Nach Ansicht der Polizei ist Anders Behring Brevik (32) der als Polizist verkleidete Täter, ihm werden beide Anschläge vorgeworfen. Jugendliche, die von VG befragt wurden, beschreiben einen zweiten Täter – der keine Polizeiuniform trug. Die Person, die ihnen gefolgt sei, sei 1,80 m groß, habe dichtes dunkles Haar und sei von nordischem Aussehen. Er hatte eine Pistole in der rechten Hand und auf dem Rücken ein Gewehr, sagt Alexander Stavdal (23). […] Bei der Pressekonferenz am Samstagmorgen berichtete die Polizei, es könne mehrere Täter gegeben haben, die Ermittlungen würden fortgesetzt, so wurde betont.«[2]

Die Anwesenheit eines zweiten Schützen passt natürlich nicht in die Einzeltäter-Theorie, bedeutet sie doch einen unwiderlegbaren Beweis für eine kriminelle Verschwörung, genau das, was die Medienberichterstattung normalerweise sorgsam vermeiden will. Im Fall Norwegen sah es so aus, dass die Berichte über einen zweiten Schützen auch 36 Stunden nach dem Anschlag noch überdauerten, was darauf hoffen lässt, dass die gesamte offizielle Version dieses Mal zu Fall gebracht werden kann.

 

Polizei hatte 2010 im selben Stadtbezirk die Detonation von Bomben geübt

Ein weiteres verräterisches Anzeichen für eine Operation unter falscher Flagge ist die Durchführung von Übungen oder Manövern – angeblich zur Terrorbekämpfung – durch Polizei oder Militär genau zum Zeitpunkt des Anschlags oder kurz zuvor. Manchmal sind Terrorübungen oder -manöver so angesetzt, dass sie eigentlich kurz nach dem Zeitpunkt beginnen sollten, an dem der tatsächliche Anschlag passiert.

Bei großen Terroranschlägen, und um einen solchen handelt es sich ja in Norwegen, ist es nicht ungewöhnlich, dass Übungen schon längere Zeit zuvor stattfinden – der 11. September beispielsweise war das Ergebnis von Ressourcen, die über einen Zeitraum von mehreren Jahren aufgebaut worden waren, und von Übungen, die eigentlich bis in das Jahr 2002 hinein geplant waren.

In diesen Fällen stellt sich dann oft heraus, dass Anti-Terror-Übung oder -manöver von einem simulierten Vorfall ausgehen, der sehr ähnlich aussieht wie der echte Terroranschlag, bei dem dann tatsächlich Menschen ums Leben kommen. Die Medien reden dann von einem verblüffenden Zusammentreffen oder unheimlichen Zufall; Realität ist jedoch, dass aus einer Terrorübung plötzlich in Gestalt von realem Morden Wirklichkeit geworden ist. Nach dem Ende der Übung bleiben die Ressourcen, Hardware, etc., die dabei entwickelt wurden, vor Ort, um dann im gewünschten Moment mobilisiert zu werden.

Das Geheimnis ist: Während der offiziell genehmigten Übung wurde das tatsächliche Verbrechen  von einem Agenten in der staatlichen Bürokratie vorbereitet, deren Ressourcen für die Durchführung des Terroranschlags erforderlich sind, in der es jedoch viele Vertreter gibt, die unter keinen Umständen erfahren dürfen, was geschieht.

Die Ereignisse in Norwegen liefern ein klares Beispiel für dieses Prinzip. In Oslo explodierte eine starke Bombe in oder in der Nähe des Gebäudes, in dem das Büro des Ministerpräsidenten untergebracht ist. Genau wie zu erwarten gewesen wäre,hatten Anti-Terror-Sondereinheiten der zuvor, genauer gesagt im Jahr 2010, in einem nahe gelegenen Stadtviertel von Oslo Bombendetonationen geübt. Die Öffentlichkeit war zuvor nicht informiert worden, wurde jedoch aufmerksam, als Explosionen im Opernhaus-Bezirk zu hören waren, nicht einmal einen Kilometer vom Büro des Ministerpräsidenten entfernt, auf dem am Freitag der Anschlag verübt wurde.. Es folgt ein Bericht aus der Zeitung Aftenposten:

»Bewaffnete Polizeikräfte wurden in der Umgebung des Opernhauses in Oslo gesehen, starke Explosionen waren in weiten Teilen der Stadt zu hören. Niemand wusste, dass es sich dabei um eine Übung handelte. Die Presseabteilung der Osloer Polizei bedauert, dass die Öffentlichkeit nicht auf die dramatisch scheinende Übung hingewiesen wurde. […] Es handelte sich um das Sondereinsatzkommando, die Anti-Terror-Sondereinheit der norwegischen Polizei, die in einem abgeriegelten Bezirk am Bjørvika-Pier eine Übung durchführte. Laut einer Pressemitteilung der Polizei, die erst fast einen ganzen Tag nach der Übung herausgegeben wurde, sollte dabei die kontrollierte Explosion entdeckter Sprengladungen trainiert werden. […] Die Übung wird am Mittwochabend fortgeführt, einige weitere Explosionen werden erwartet. […] Die Übung folgte einem ähnlichen Muster aller Anti-Terror-Einsatzkräfte weltweit: Die Männer seilten sich vom Dach durch ein unmittelbar vorher aufgesprengtes Fenster ab und feuerten ihre Pistolen ab.«[3]

Peter Power von Visor Consultants erklärte nach den Bombenanschlägen auf die Londoner U-Bahn am 7. Juli 2005 gegenüber BBC Radio Five, seine Firma habe eine Übung durchgeführt, bei der es um Bombenexplosionen gegangen sei, und zwar in praktisch denselben Londoner U-Bahn-Stationen, in denen sich zur gleichen Zeit die realen Explosionen ereigneten. Die Vorfälle in Norwegen weisen dasselbe merkwürdige Zusammentreffen auf.

 

Ein Motiv: Norwegen hatte beschlossen, am 1. August aus den Luftangriffen gegen Libyen auszusteigen

Die Ziele der Terroranschläge in Norwegen – Regierungsbüros und ein Jugendlager der Regierungspartei – sind ausdrücklich politischer Natur, weisen also in Richtung Politik. Die derzeitige norwegische Regierung wird von einer Koalition aus Arbeiterpartei, Sozialistischer Linkspartei und Zentrumspartei gebildet. Traditionell versucht Norwegen eine pro-arabische Außenpolitik zu verfolgen, wie an der Schirmherrschaft über das Osloer Friedensabkommen zwischen Israels Premierminister Rabin und Palästinenserführer Yassir Arafat Mitte der 1990er-Jahre deutlich wurde. Die derzeitige Regierung hat die Absicht bekundet, in naher Zukunft einen Palästinenserstaat diplomatisch anzuerkennen. Als im vergangenen Februar die Destabilisierung Libyens begann, warnte Norwegens Außenminister Jonas Gahr Støre von der Arbeiterpartei Norwegens Partner in der NATO-Allianz vor einer Beteiligung.

Doch schon wenig später beugte sich Norwegen dem Druck der USA, stimmte einer Beteiligung an den NATO-Luftangriffen gegen Libyen für zunächst drei Monate zu und entsandte sechs Flugzeuge, mit denen Schätzungen zufolge rund zehn Prozent aller Luftangriffe der Atlantischen Allianz geflogen wurden. Doch nach Ablauf dieser drei Monate hatte Norwegen für den Monat Juli das Flugzeugkontingent auf vier verkleinert und am 10. Juni angekündigt, Norwegen plane, sich spätestens am 1. August vollständig aus der NATO-Koalition zurückzuziehen.

Die Entscheidung Norwegens, die NATO-Angriffskoalition zu verlassen, ging mit einem ähnlichen Schritt der Niederlande einher, der ebenfalls am 10. Juni bekannt gegeben wurde. Die Niederlande hatten beschlossen, ihr Kontingent von sechs Flugzeugen beizubehalten, werden sich aber nicht mehr an Luftangriffen auf Ziele am Boden beteiligen. Fortan werden sie sich auf die Durchsetzung der Flugverbotszone durch die Abriegelung des Luftraums beschränken. Es bestand also die Möglichkeit, dass das Beispiel Norwegens bei den kleineren NATO-Staaten Schule machen könnte, aus der Koalition auszusteigen, in der ihre gemeinsame Präsenz sehr wichtig ist.

Führende Vertreter der norwegischen Regierung gehörten zu den ersten, die die vorgebrachte Begründung für die NATO-Luftangriffe durchkreuzten, indem sie auf Verhandlungen drängten: »Eine Lösung der Probleme in Libyen muss auf politischem Wege erreicht werden, allein mit militärischen Mitteln sind sie nicht in den Griff zu bekommen«, erklärte Norwegens Premierminister Stoltenberg vor Reportern bei einer Konferenz am 13. Mai in Oslo. »Wir unterstützen nachdrücklich alle Bemühungen um eine politische Lösung für die Herausforderungen, vor denen wir in Libyen stehen«, fügte er noch hinzu. Die norwegische Regierung […] hat sich verpflichtet, nach Ablauf der zugesagten drei Monate am 24. Juli ihre Rolle bei den NATO-geführten Luftangriffen in Libyen zurückzufahren.«[4]

Dies war auch die Politik der gesamten norwegischen Regierung: »Norwegen werde die Zahl der für den Einsatz in Libyen bereitgestellten Flugzeuge von sechs auf vier verringern und sich zum 1. August vollständig aus der NATO-geführten Operation zurückziehen, erklärte die Regierung am Freitag […], Verteidigungsministerin Grete Faremo sagte, sie erwarte Verständnis von den NATO-Verbündeten, da Norwegen nur über eine kleine Luftwaffe verfüge und ein größeres Aufgebot an Kampfflugzeugen nicht über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten könne.«

Die norwegische Luftwaffe gab inzwischen bekannt, zehn Prozent der NATO-Luftangriffe in Libyen seit dem 31. März seien von ihren F-16 Jets geflogen worden. Die Parteien in der Zentrum-Links-Regierungskoalition in Norwegen waren uneins in der Frage, ob die Beteiligung des Landes über den 24. Juli hinaus verlängert werden sollte. Die am weitesten links stehende Fraktion, die Sozialistische Linkspartei, war gegen die Verlängerung, man einigte sich auf einen Kompromiss, wonach man sich bis zum 1. August mit weniger Flugzeugen beteiligt. ›Es ist klug, die Beteiligung der norwegischen Kampfjets zu beenden. Jetzt sollte Norwegen die Anstrengungen darauf richten, eine friedliche Lösung in Libyen zu finden‹, erklärte Baard Vegar Solhjell von der Sozialistischen Linkspartei.«[5]

 

Das US-State Department beklagte das »mangelnde Engagement« Norwegens beim Libyen-Abenteuer

Die Entscheidung Norwegens, nicht länger Krieg gegen Libyen zu führen – die erste derartige Entscheidung eines Mitgliedslands der Atlantischen Allianz – hat die Aufmerksamkeit diplomatischer Beobachter auf sich gezogen, einer kommentierte,  die Regierung in Oslo nehme »eine deutlich friedlichere Haltung in der Weltpolitik ein […] [trotz] des Drucks, den die USA in jüngster Zeit auf die norwegische Regierung ausübe, sich in stärkerem Maße an der Militäroperation in Libyen zu beteiligen. Norwegen widersetzt sich diesem Druck und drängt statt der US-geführten NATO-Angriffe gegen Libyen auf eine friedlichere Herangehensweise; sie verweigert Waffenlieferungen an die NATO und gab schließlich im vergangenen Monat bekannt, dass Norwegen seine Beteiligung in Libyen zum 1. August einstelle. Im März, als die USA einseitig Unterstützung für eine Invasion Libyens sammelte, gehörte Norwegens Außenminister Jonas Gahr Støre zu den wenigen Vertretern, die die USA vor einem bewaffneten Eingreifen in Libyen warnten. Norwegen hatte der NATO ursprünglich sechs Kampfflugzeuge zur Verfügung gestellt, mit denen seit dem 19. März rund zehn Prozent aller Luftangriffe durchgeführt worden sind. Dennoch warfen US-Vertreter Norwegen und Dänemark ›mangelndes Engagement‹ bei der Mission vor, Gaddafi zu vertreiben […]. Weitere norwegisch-libysche Verbindungen bestehen in Norwegens erheblichen Öl- und Düngemittelinteressen in Libyen: die staatliche norwegische Ölgesellschaft Statoil, die in ihrem Büro in Tripolis rund 30 Angestellte beschäftigt […] [und norwegische] Unternehmen haben in Zusammenarbeit mit dem Gaddafi-Regime größere wirtschaftliche Projekte durchgeführt.«[6]

Beim gegenwärtigen Stand der Untersuchung könnte nach bestem Ermessen ein Motiv für die Anschläge in Norwegen darin bestehen, das Land für seine unabhängige und pro-arabische Außenpolitik im Allgemeinen und für die Ablehnung der NATO-Koalition gegen Libyen im Besonderen abzustrafen.

 

Sind SIMAS Surveillance Detection Units das neue Gladio für Norwegen?

US- und NATO-Geheimdienste haben gezeigt, dass sie in Norwegen über außergewöhnliche Einsatzmöglichkeiten verfügen, die möglicherweise oft jenseits jeglicher Kontrolle durch die norwegische Regierung operieren. Anfang November 2010 enthüllte der Osloer Fernsehsender TV2 die Existenz eines ausgedehnten Netzwerks bezahlter Agenten und Informanten des US-Geheimdienstes, die unter anderem aus den Reihen pensionierter Polizeioffiziere rekrutiert worden waren. Das vorgebliche Ziel dieses Programms war die Beobachtung norwegischer Staatsbürger, die an USA-kritischen Demonstrationen und Aktionen teilgenommen hatten. Einer der rekrutierten Norweger war der ehemalige Chef der Anti-Terror-Einheit der Osloer Polizei.[7] Auch wenn das Ziel angeblich ausschließlich in der Beobachtung besteht, ist es vorstellbar, dass von einem Netzwerk pensionierter Polizisten auch andere und weit sinistere Aktivitäten durchgeführt werden könnten, wie etwa die Identifizierung und Subversion schwarzer Schafe im aktiven Polizeidienst. Einige Fähigkeiten eines Netzwerks dieser Art könnten bei Ereignissen, wie wir sie gerade in Norwegen erlebt haben, durchaus im Spiel gewesen sein.

Die offizielle Bezeichnung für die Art von Spionagezellen, die die Vereinigten Staaten in Norwegen geschaffen haben, lautet Surveillance Detection Unit (SDU). Die SDU wiederum operieren im Rahmen des Security Incident Management Analysis System (SIMAS). SIMAS wird bekanntermaßen von US-Botschaften nicht nur im Nordischen Block zwischen Norwegen, Dänemark und Schweden zur Spionage und Beobachtung eingesetzt, sondern weltweit. Die Terroranschläge werfen darüber hinaus die Frage auf, ob SIMAS auch eine operationelle Dimension besitzt. Stellt dieser Apparat womöglich eine moderne Version der Rückraum-Netzwerke dar, die damals in allen NATO-Ländern aufgebaut wurden und deren bekanntestes Beispiel der italienische Ableger Gladio war?

Dem sollte die norwegische Regierung unbedingt nachgehen. Bisher erklären norwegische Minister, das SIMAS-Netzwerk von SDU niemals genehmigt zu haben. »Wir haben darüber nie etwas erfahren«, behaupten Norwegens Justizminister Knut Storberger und Außenminister Jonas Garh Støre. Laut Hillary Clinton waren die Norweger jedoch informiert worden.

 

Wikileals, »Limited Hangout« der CIA, liefert Gründe für einen Sturz der norwegischen Regierung

Dank der Dokumente, die die »Limited Hangout«-Operation der CIA, allgemein bekannt als Wikileaks, an die Öffentlichkeit gebracht hatte, ist bereits ein offensichtlicher Weg, die Terroranschläge in Norwegen zur Rechtfertigung für den Sturz der gegenwärtigen Regierung zu verwenden, eingeschlagen worden. Reale oder getürkte Telegramme des State Department, die Wikileaks entgegenkommenderweise geliefert hatte, zeichnen ein Bild der bei der NATO so unbeliebten norwegischen Regierung als einer Truppe von Stümpern und Eigenbrötlern, die nicht in der Lage sind, wirksame Maßnahmen für die Sicherheit des Landes zu ergreifen.

Einige dieser Telegramme sind unmittelbar nach den Terroranschlägen vom Londoner Daily Telegraph, einer Zeitung, der enge Verbindungen zu NATO-Geheimdienstkreisen nachgesagt werden,veröffentlicht worden. Laut diesem Artikel habe »ein Telegramm des US-Botschafters in Norwegen, Barry White, in dem von dem Versuch des Polizei-Sicherheitsdiensts (PST) die Rede war, eine bestimmte mutmaßliche al-Qaida-Terrorzelle ausfindig zu machen, beschrieben, [wie die norwegischen Behörden] […] die Hilfe britischer Behörden, einen potenziellen Verdächtigen zu beobachten, abgelehnt hatten, er fügte hinzu: ›Sie werden nicht nur keine eigenen Ressourcen auf ihn verwenden […] sondern sie haben soeben das Angebot eines britischen Geheimdienstoffiziers über zwei zwölfköpfige Beobachtungsteams zurückgewiesen.‹ In dem Telegramm heißt es weiter, britische und US-Geheimdienste hätten ein verschlüsseltes Gespräch zwischen Terrorverdächtigen analysiert und seien zu dem Schluss gekommen, eine Überwachung sei erforderlich. Jedoch, so heißt es in dem Telegramm weiter, ›gelang es der PST, dieselbe übersetzte kodierte Unterhaltung in rosigerem, weniger bedrohlichem Licht darzustellen. Diese Interpretation erschien den britischen und US-Geheimdiensten nicht sehr aufschlussreich.‹«

Ein Katalog jüngster Misserfolge und ausgesprochenen Fiaskos von FBI und CIA im sogenannten globalen Krieg gegen den Terror könnte helfen, diese heuchlerische Einschätzung in die richtige Perspektive zu rücken, wäre jedoch zu umfangreich, um hier ausführlich dargestellt zu werden.

Eine weitere vernichtende Einzelheit scheint auf den Versuch abzuzielen, die angebliche Stümperei der norwegischen Regierung für den Bombenanschlag in Oslo verantwortlich zu machen: »Das Memorandum enthüllt auch, wie die PST, trotz offensichtlicher Beobachtung des Verdächtigen, die Spur von Materialien zum Bombenbau verloren hatte, nachdem diese aus einer Wohnung, wo sie gelagert hatten, weggeschafft worden waren, ohne dass die Ermittler dies bemerkt hatten. Anschließend schaffte es die PST nicht, einen Verdächtigen 14 Tage lang zu verfolgen, weil dem dafür abgestellten Ermittler eine andere Aufgabe übertragen worden war. Das Memo schloss mit den Worten: ›Die PST ist der Sache nicht gewachsen […] sie schafft es einfach nicht.‹«

Ein anderes, angeblich 2007 verfasstes State-Department-Memorandum, das von Wikileaks aufgetischt wurde, setzt hinzu: »Nach der offiziellen Bedrohungseinschätzung der Polizei (PST) […] stellen internationale Terrororganisationen für Norwegen keine Bedrohung dar. Ein 2008 verfasstes Memorandum zeigt, dass die USA der Ansicht waren, Norwegen sei sich einfach der Möglichkeit eines internationalen Terroranschlags nicht bewusst. Im Telegramm heißt es: ›Wir appellieren wiederholt an die norwegischen Behörden, den Terrorismus ernst zu nehmen. Wir werden versuchen, auf diesem Momentum aufzubauen und damit dem immer noch vorherrschenden Gefühl, Terrorismus gebe es in anderen Ländern, nicht jedoch im friedlichen Norwegen, zu begegnen.‹ Ein erst im vergangenen Jahr verfasstes Telegramm lautet: ›Für PST war Dänemark immer noch eher ein Ziel als Norwegen, aus Gründen, die mit dem Streit über die Karikaturen zusammenhängen.‹«[8]

 

Die norwegische Regierung sollte in die Offensive gehen und die ganze Wahrheit über die jüngsten Ereignisse veröffentlichen. Andernfalls ist zu erwarten, dass sie der international koordinierten Kampagne nachgeben wird, die mit den Wikileaks-Dokumenten so offenkundig vorbereitet werden.

 

 


[1] http://tarpley.net/2009/11/16/nidal-malik-hasan-of-virginia-tech-bethesda-ond-fort-hood-a-major-patsy-in-a-drill-gone-live/

[2] Siehe RIA Novosti, 23. Juli 2011, http://en.rian.ru/world/20110723/165350450.html; von der VG-Website: »Flere av ungdommene som var på Utøya under skytedramaet forteller til VG at de er overbevist om at det må ha vært mer enn én gjerningsmann. Det mener også Marius Helander Røset.« »Jeg har overbevist om at det var to personer som skjøt, sier Aleksander Stavdal (23).« »Vedkommende var i følge dem rundt 180 centimeter høy, hadde tykt mørkt hår og så nordisk ut. Han hadde en pistol i høyrehånden og et gevær på ryggen.« (http://www.vg.no/nyheter/innenriks/oslobomben/artikkel.php?artid=10080627)

[3] »Politiet glemte å informere om øvelse: Anti-terrorpolitiet avfyrte sprengladninger under en øvelse midt i Oslo, to hundre meter fra Operaen, men glemte å gi beskjed til publikum«, Aftenposten, c. 20. Juli 2011 (http://mobil.aftenposten.no/article.htm?articleId=3569108)

[4] »Libya solution more political than military-Norway«, Reuters,

13. Mai 2011 (http://www.trust.org/alertnet/news/libya-solution-more-political-than-military-norway/)

[5] »Norway to quit Libya operation by August«, AP, 10. Juni 2011 (http://www.signonsandiego.com/news/2011/jun/10/norway-to-quit-libya-operation-by-august/)

[6] »Tragic Irony Surrounds Oslo Bombing«, Phuket Word, 23. Juli 2011 (http://www.phuketword.com/tragic-irony-surrounds-oslo-bombings)

[7] Thomas Borchert, »US-Geheimdienst mit Nordfiliale: USA lassen Norweger überwachen«, Deutsche Presse-Agentur, 4. November 2010

[8] Mark Hughes, »WikiLeaks files show Norway unprepared for terror attack: Norway’s intelligence service had previously been criticized for its failure to keep track of suspected terror cells and the country was felt to be complacent about the prospect of a terror attack, secret cables from the WikiLeaks files reveal«, London Daily Telegraph, 22. Juli 2011 (http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/norway/8655964/WikiLeaks-files-show-Norway-unprepared-for-terror-attack.html)

 

 


 

 

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