Sunday, 29. May 2016
03.04.2012
 
 

Verschwörungstheorie? Sollte der Mörder von Toulouse Sarkozys Wahlkampf retten?

Webster G. Tarpley

Nach der Erschießung des angeblichen Serienmörders Mohamed Merah am 22. März 2012 in Frankreich brodeln seit Kurzem neue Gerüchte hoch, die in den Massenmedien derzeit als »Verschwörungstheorien« dargestellt werden. In der amtlichen Auslegung des Falles von Merah durch die französische Regierung gibt es allerdings tatsächlich eine Menge Ungereimtheiten und Widersprüche. War Merah, der von der französischen Polizei getötet wurde, wirklich der islamistische Mörder von Toulouse und von Montauban? Oder führte er geheimdienstliche Befehle aus, die Einfluss auf die französische Innenpolitik zu nehmen suchten? Unser USA-Korrespondent Webster Tarpley, der ganz andere Informationen hat als unsere Massenmedien, schildert hier den Fall Merah.

Die Zeitung La Dépêche aus Toulouse zitiert den ehemaligen Chef des französischen Inlandsgeheimdienstes DST, Yves Bonnet. Dieser behauptet, Merah wäre einfach ein Polizeispitzel gewesen, ein »indicateur«. Nach Bonnets Aussagen soll der angebliche Attentäter Merah seinen eigenen Agenten-Führungsoffizier gehabt haben. Merah stand in Kontakt mit diesem Führungsoffizier selbst während der Belagerung seiner Wohnung und verhandelte mit ihm.

 

Das wirft vielleicht ein neues Licht auf die Frage, warum Merah nicht lebendig gefangen genommen werden konnte. Das italienische Blatt Il Foglio aus der neokonservativen Richtung behauptet, Merah sei nicht im Dienste des französischen Inlandsgeheimdiensts,  DCRI, sondern im Dienst des französischen Auslandsnachrichtendienstes, DGSE, gewesen, auch »französische CIA« genannt. Der in den französischen Geheimdienstkreisen als »Haifisch« bezeichnete Bernard Squarcini, Chef des Inlandsgeheimdienstes, bestreitet diese Angaben. Das französische Fernsehen France Télévision behauptet, Merah habe Mitglied des französischen Heeres werden wollen oder der Fremdenlegion beizutreten versucht.

 

Jetzt taucht die Frage auf, ob Merah überhaupt der Täter von Toulouse gewesen sein könne, oder in Wahrheit nur ein Sündenbock für eine Operation ist, die durch eine Equipe von Technikern ausgeführt wurde. Merkwürdig ist die Tatsache, dass Merah seine Mordtournee zehn Tage lang fortsetzen konnte. Eine kurze Chronologie:

 

Am 11. März 2012 hatte Mohamed Merah einen Fallschirmjäger der Armee im Raum Toulouse umgebracht, am 15. März zwei Soldaten in der Nähe von Montauban. Merahs Name hatte zu diesem Zeitpunkt bereits auf einer Liste von etwa zwanzig Verdächtigen gestanden. Am 19. März erfolgte der große Überfall auf eine jüdische Schule in Toulouse, dabei gab es vier Todesopfer, drei Kinder und einen Rabbiner. Erst am 21. März erfolgte der Beginn der Belagerung von Merahs Wohnung, die sich ungewöhnlich lange hinzog. Gab es etwa dramaturgische Gründe für die Verschleppung dieser Belagerung?

 

War Merah ein »Patsy«, ein Sündenbock? Wobei »Sündenbock« nicht die gesamte Idee umfasst, denn dieser Begriff vernachlässigt in diesem Fall die Tatsache, dass dieser Patsy durchaus auch ein Verbrecher gewesen sein könnte, nur in kleinerem Ausmaß als bislang behauptet, gepaart mit dem Unwissen über die Ausmaße seiner Tat. Das machte Merah möglicherweise zu einem unbewussten Werkzeug der Geheimdienste. Patsys, in deren Reihe Merah vielleicht gehörte, sind in aller Regel Fanatiker, Psychotiker, Doppelagenten, Söldner, Verbrecher, Mythomanen, Drogenschmuggler und so weiter.

 

Merah war außerdem Mitglied einer Gruppe von Salafisten im Raum Toulouse/Ariège, viele dieser Leute werden seit Jahren regelmäßig von der französischen Polizei verhaftet. Merah alleine kam insgesamt mindestens fünfzehn Mal in Haft, unter anderem wegen bewaffneten Raubes. Er war Mitglied der seit Januar 2012 verbotenen extremistischen Gruppe Forsane Alizza (Ritter des Stolzes), die in Frankreich Islamisten zum bewaffneten Kampf ausbildet. Grundzweck dieser Gruppierung ist die Rekrutierung von Dschihadis für Kämpfe in Afghanistan und in Pakistan.

 

Alles deutet darauf hin, dass Mohamed Merah nicht ein einfacher, sondern ein hochkarätiger Patsy war. Er konnte nachgewiesenermaßen eine Rundreise durch den gesamten Nahen Osten machen, besuchte seinen Bruder in Ägypten, weilte in der Türkei, in Syrien, im Libanon, in Jordanien, und er konnte sogar Israel besuchen. Nach Israel konnte Merah einreisen dank eines Visums, doch israelische Visa werden bekanntlich nicht sehr locker gehandhabt. Wer hat ihm dabei also geholfen?

 

Die Antwort kommt vom ehemaligen DST-Chef Bonnet und weiteren Quellen: Die französischen Geheimdienste wollten offenbar die Glaubwürdigkeit von Mohamed Merah aufbauen durch die Tatsache, dass er nach Israel eindringen und deswegen nützlich erscheinen konnte in den Augen anderer Dschihadis. In Wahrheit unternahm Merah diese Schritte jedoch im Auftrag des französischen Auslandsnachrichtendienstes Direction Générale de la Sécurité Extérieure, DGSE. Diese Annahme liegt nahe, wurde Merahs Karriere doch ferngesteuert und durch Geheimdienste »leichter gemacht«.

 

Mohamed Merah wurde eine Zeit lang durch die israelische Polizei in Jerusalem festgehalten, man hatte ein Messer in seinem Rucksack gefunden. Verhaftet wurde er nicht. Merah weilte außerdem zwei Monate lang in Pakistan im nördlichen Waziristan, unter der Schirmherrschaft  der islamistischen Bewegung von Usbekistan. Diese usbekische Bewegung und die Tehrik-i-Taliban sind häufig Werkzeuge der USA gegen den pakistanischen Staat beziehungsweise die pakistanische Regierung.

 

Mohamed Merah konnte auch Tadschikistan besuchen und landete am Ende in Afghanistan. Hier war er angeblich illegal, Schulter an Schulter soll Merah mit den Taliban gekämpft haben: Am 13. November 2010 war er in Kabul, am 22. November wurde er verhaftet, am 5. Dezember 2010 wurde Merah schließlich durch die Amerikaner nach Frankreich verschifft. Der Name des Kämpfers landete auf der No-fly-list der USA.

 

In einem Interview mit der französischen Zeitung Le Monde sagte ein US-Offizier in Afghanistan, Merah habe Israel, Syrien, den Irak und Jordanien besucht. Demnach habe Merah geplant, seine Reise nach Indien fortzusetzen. Ein französischer Offizier in Afghanistan äußerte zudem, Merah sei zweimal im Iran gewesen. Die DCRI, namentlich ihr Chef Squarcini, bestreitet diese Angaben.

 

Merah besuchte also ein Dutzend Länder. Wer hat das alles bezahlt?

 

Weitere merkwürdige Fakten: Mohamed Merah besaß ein Arsenal von acht Schusswaffen, darüber hinaus eine kostspielige israelische Maschinenpistole des Typs Uzi, einen Colt 45, ein leichtes Maschinengewehr, eine Stun Gun und eine Schrotflinte beziehungsweise Pump Gun, im Wert von ungefähr 20.000 Euro. Merah besaß mindestens zwei Autos, davon soll ein PKW allein rund 22.000 Euro gekostet haben. Woher kamen die Gelder dafür? Offiziell war der Mann Wohlfahrtsempfänger, der von etwa 500 Euro monatlich leben musste.

 

Stellt sich zum Schluss die Frage: Könnte es eventuell sein, dass Mohamed Merahs Missetaten durch Geheimdienste ermöglicht wurden, die Interesse an der Wiederwahl Nicolas Sarkozys hatten?

 

Sehen Sie zu diesem Thema das aktuelle Video von Webster Tarpley hier.

 

 

 

 


 

 

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