Freitag, 28. April 2017
16.07.2010
 
 

Ach du dickes Ei – zwei neue »Geheimflugzeuge« enthüllt!

Andreas von Rétyi

Diese Woche begann gleich mit zwei Enthüllungen aus der Welt der unbemannten Flugzeuge. »Boeing« und »BAE Systems« stellten nun ihre angeblich jüngsten Projektentwicklungen vor, »Phantom Eye« beziehungsweise »Taranis«. Beiden Drohnen haftet ein relativ extravagantes Erscheinungsbild an, aber: Spiegelt das auch die »inneren Werte« wider?

Das Ding schaut aus wie ein geflügeltes Osterei – der gedrungene, bauchige Rumpf scheint sich regelrecht unter den ewig langen, gradlinigen Schwingen durchzwängen, als wäre zwischen ihnen und dem Boden nicht genügend Platz vorhanden. Die Drohne wirkt gut genährt. Ihr Name: Phantom Eye, das »Auge des Phantoms«.

Dieses unbemannte Luftfahrtzeug gilt als neuestes Kind von Boeings Geheimfabrik Phantom Works und wurde am Montag öffentlich vorgestellt. Der Demonstrator soll nun zum Dryden Flight Research Center verfrachtet werden, einer »zivilen« NASA-Einrichtung auf der kalifornischen Edwards-Luftwaffenbasis. Hier sind etliche Tests auf der Rollbahn vorgesehen sowie ein erster Flug für Anfang kommenden Jahres. In der zeitlichen Folge eher unüblich, denn für gewöhnlich findet die offizielle Präsentation erst nach erfolgten Testflügen statt.

Das Projekt wirkt insgesamt eher nach einer Werbeaktion von Boeing als nach der Vorstellung eines echten Überfliegers der Geheimwerkstätten. So scheint es augenblicklich nur darum zu gehen, im harten Wettbewerb um das Drohnengeschäft die Nase vorne zu behalten. Immerhin hofft Boeing darauf, die Nummer 1 in diesem Segment zu werden. Das dürfte mit supergeheimen Prototypen allein nicht unbedingt funktionieren.

Ein putziges Detail des »Phantom-Auges« sind – abgesehen mal vom runden Bauch – seine beiden großen Propeller. Die Maschine wird von Wasserstoffmotoren angetrieben, die als Verbrennungsmotoren aus Ford-Geländewagen stammen, jeweils eine 2,3-Liter-Maschine mit vier Zylindern und 150 PS Leistung. Auch etwas ungewöhnlich! Genauso die Unterbringung des Flüssigwasserstoffs. Während der Treibstoff bei Flugzeugen normalerweise in den Tragflächen auf seinen Einsatz wartet, findet er sich hier – man ahnt es fast – im auffallend dicken Rumpf.

Der skurrile Flieger soll allerdings auch sehr lange in der Luft bleiben, bis zu 96 Stunden, entsprechend vier Tagen ununterbrochenen Fluges. Phantom Eye soll laut Boeing-Chef Darryl Davis für ausgedehnte Missionen in großer Höhe zum Einsatz kommen. Denkbare Aufgabengebiete wären dabei wie üblich Aufklärung, Überwachung wie auch Nutzung als fliegende Kommunikationszentrale. Schon jetzt kündigt Boeing weiteren Nachschub in Form einer größeren Version des »fliegenden Ostereis« an: Der Nachfolger soll mit rund einer Tonne etwa fünfmal soviel Nutzlast transportieren wie das aktuelle Gefährt und bis zu zehn Tage pausenlos in der Luft sein können. Neben Phantom Eye entwickelte Boeing auch den Phantom Ray, ein Nurflügelsystem von den Maßen eines Kampfjets. Hier stehe der Erstflug ebenfalls noch bevor, im Dezember 2010.

Während Boeing sein Projekt Phantom Eye vorstellte, präsentierte der britische Konzern BAE Systems, der seine Hände in vielen Geheimnissen hält, nunmehr die Taranis-Drohne. Für diese Entwicklung ist BAE federführend zuständig, mit dabei aber auch Rolls-Royce, GE Aviation Systems, der immer mächtigere QinetiQ-Konzern und das britische Verteidigungsministerium.

 

Taranis, benannt nach dem keltischen Gott des Himmels, des Wetters und des Donners, ist eine große Drohne, die Waffen mittels einer hoch autonomen Technologie zu Kriegsschauplätzen auf anderen Kontinenten transportieren soll. Die Fertigung des schnellen Stealth-Fliegers, der an eine Kreuzung zwischen F117-A und B-2 erinnert, begann im Februar 2008. Im Frühjahr 2009 fanden dann erste Testflüge statt. Etliche Zeugen meldeten sich daraufhin bei örtlichen Dienststellen und erklärten, ein unidentifiziertes Flugobjekt, ein UFO gesehen zu haben. Das britische Verteidigungsministerium stritt damals ab, entsprechende Testflüge durchgeführt zu haben, erst jetzt sehen sich die Zeugen in ihren Beobachtungen bestätigt. Zuvor galten ihre Sichtungen als irrig oder eben: »unerklärlich«.

Die beiden neuen Projekte, Phantom Eye und Taranis, galten bislang zu einem gewissen Grade als geheim. Die Vorstellung enthüllt natürlich auch nur einige wenige Fakten, während die meisten Informationen zu Technologie und Aufgabenstellung weiterhin unter Verschluss bleiben. Zudem dürfte der gegenwärtig intensiv geführte Kampf um den besten Platz im Milliardengeschäft der Drohnen dazu führen, einige Projekte recht zügig zu entwickeln und ebenso zügig öffentlich zu machen. Doch mit Sicherheit ist dies nicht gleichbedeutend damit, wirklich auch die aktuellsten und geheimsten Konzepte ans Licht zu bringen.

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