Tuesday, 30. August 2016
23.01.2011
 
 

Die WikiLeaks-Wende: Von UFOs und Ungereimtheiten – was sagen uns die Enthüllungen wirklich?

Andreas von Rétyi

Nachdem sich die ersten Wogen geglättet haben und die diplomatischen Depeschen zunehmend einsehbar werden, zeichnet sich mittlerweile ein verändertes Bild der WikiLeaks-Enthüllungen ab. Sicher noch kein wirklich geschlossenes, dennoch aber deutlicheres – vor allem aber eigenartiges Bild. Dabei bestätigt sich zunehmend eine Aussage, die auch auf den Seiten von KOPP online bereits wiederholt getroffen wurde, während in der breiten Öffentlichkeit noch niemand davon sprach: Das Gros jener Enthüllungen unterstützt die Haltung US-amerikanischer Politik weit mehr, als es sie relativiert oder gar bedroht. Außerdem beinhalten einige Schriftstücke, wie kürzlich bereits von Julian Assange angekündigt, auch Informationen zum umstrittenen UFO-Thema. Aber: Liefern sie die lang ersehnten Beweise?

In weiten Teilen vermitteln die von WikiLeaks an die Öffentlichkeit gebrachten Dokumente ein erstaunlich sauberes Bild der US-Diplomatie und bestätigten die Politik der »letzten verbliebenen Supermacht« beinahe vollständig. Es handelt sich weit mehr um bestätigende Texte denn um echte Enthüllungen. Bis auf taktische Ausnahmen also gute Werbung für die große Politik, so scheint es. Die brisanten Neuigkeiten sind ausgeblieben. Während Julian Assange, der Gründer der umstrittenen Aufklärungsplattform, eine Aufdeckung verschwiegener Fakten versicherte und die Diskrepanz zwischen Sein und Schein bloßlegen wollte, sprechen die Dokumente mit den vermeintlich sensationellen Depeschen eine andere Sprache. Auch einige der etablierten Medien wundern sich mittlerweile über diese Tatsache. Welt online bemerkt: »Man muss schon ein Jahrzehnt mit dem Kopf im Sand verbracht haben, um von den WikiLeaks-Enthüllungen überrascht zu werden« und bezeichnet die hieraus ersichtliche Arbeit der Diplomaten als kompetent, effizient und schlichtweg beeindruckend. Aus den Depeschen gehe der idealistische amerikanische Traum hervor, der immer noch von der Hoffnung geprägt sei, Freiheit und Demokratie in der Welt zu verbreiten. Dabei geht freilich völlig unter, um welchen Preis dies in der Regel bislang geschah, weiterhin geschieht und auch künftig geschehen soll. Wenn Diplomaten ihren Abscheu gegen Menschenrechtsverletzungen kundtun und dies in verschiedensten Schriftstücken verbal deutlich äußern, müssen wir ihnen zwar ehrliche Überzeugungen und Absichten zugestehen, doch auf welcher Ebene liegt die skrupellose Manipulation wirklich, wer entscheidet und lenkt die Prozesse? Sicherlich führt diese Frage in die höchsten Etagen von Regierung und Finanz. Das mag nach Verschwörung klingen. Ganz gewiss, darum handelt es sich dann ja wohl auch. Und sie erweist sich leider häufig als mehr denn bloße Theorie. Wir wissen alle, dass die vermeintliche Absicht, Freiheit und Demokratie zu bringen, ein altes Missbrauchsopfer ist und seit vielen Jahren als wahrhaft schlagkräftiges Argument der Einmischung dient.

Alles in allem verstärkt sich der Eindruck, dass die WikiLeaks-Enthüllungen im Grunde nichts anderem dienen, als einer Unterstützung zahlreicher US-amerikanischer Positionen. Hinsichtlich der vielzitierten Gefährdungen der nationalen Sicherheit und mit Blick auf andere negative Folgen der WikiLeaks-Publikationen, gestand jetzt sogar die US-Regierung selbst ein, hier deutlich übertrieben zu haben. Es sei vor allem darum gegangen, offiziell einen ernsthaften Schaden zu attestieren, angeblich um den Druck auf WikiLeaks zu erhöhen.

Tatsächlich aber gibt es keine brisanten Neuigkeiten zu etwaigen, bislang geheim gehaltenen Aktionen, zu verdeckten Operationen im großen Stil und unsauberen politischen Winkelzügen. Nur, hat sich denn die uralte Moral wirklich so plötzlich und radikal zum Guten gewandelt? Hat die Machtpolitik wirklich eine weiße Weste angelegt und auch peinlich darauf geachtet, sie nicht schmutzig werden zu lassen? Eher kaum ernsthaft anzunehmen. Seltsam aber auch, dass Julian Assange, ein begabter Hacker, ausgestattet mit einem weiten Informationsnetz, anscheinend kein wirklich aufsehenerregendes Material in die Hände bekommen konnte.

Anfang Dezember vergangenen Jahres ließ Assange dann durchblicken, dass in einigen der Depeschen auch von UFOs die Rede sei. Natürlich stellte sich sofort die große Frage, ob denn endlich enthüllt würde, was die Regierungen wirklich über dieses umstrittene Phänomen wissen, ob endlich Dokumente ans Licht kämen, die das Geheimnis um die unbekannten Flugkörper und ihren Ursprung ein für allemal lüften könnten.

Die norwegische Tageszeitung Aftenposten (Abendpost) durchforstete auf Anfragen ihrer Leserschaft die dem Blatt vollständig vorliegenden Depeschen auf entsprechende Texte, in denen UFOs erwähnt werden – und wurde fündig. Doch enthalten viele davon nicht mehr als den Begriff selbst. Oder es geht um bereits öffentlich gemachte Äußerungen, wie beispielsweise eine Aussage des japanischen Regierungsmitglieds Nobutaka Machimura. Der Politiker erklärte auf einer Pressekonferenz, er sei sich der Existenz unidentifizierter Flugobjekte sicher. Die Regierung selbst erklärte, es gebe keine bestätigten Sichtungen, doch: Sollte ein UFO auftauchen, so würden »Kampfjets zur visuellen Bestätigung aufsteigen«. Der japanische Verteidigungsminister Ishiba hatte kürzlich außerdem erklärt: »Nichts rechtfertigt es zu bestreiten, dass UFOs existieren und von einer anderen Lebensform kontrolliert werden«, eine Äußerung, die in den westlichen Medien selbstredend großteils belustigte Kommentare nach sich zog, so auch, dies habe alles irgendwie mit Godzilla zu tun. Da nützt es nur wenig, darauf hinzuweisen, dass nicht die Thematik an sich, sondern lediglich der jeweilige Umgang mit ihr unwissenschaftlich sein kann. Und das würde wohl gerade bei diesem heiklen »Dauerproblem« eine längere Diskussion erfordern.

Hinsichtlich WikiLeaks aber geht aus dem Material leider nichts hervor, das nicht zuvor schon in der einen oder anderen Weise bekannt war. Beweise für die Existenz von UFOs werden nicht vorgelegt, ebenso wenig Gegenbeweise, was ja auch eine Möglichkeit gewesen wäre. Warum dies so ist und warum die bekannt gewordenen Depeschen weit mehr zum Ruhmesblatt für die US-amerikanische Politik werden, wird sich wohl jeder zunächst selbst beantworten müssen.

 

 


 

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