Montag, 27. März 2017
22.04.2016
 
 

George Soros warnt: Chinas Wirtschaft als Gefahr

Andreas von Rétyi

Zu George Soros wird es nie langweilig. Der Börsenguru, Multimilliardär und Superspekulant warnt jetzt eindringlich: Die chinesische Wirtschaft werde zum Echo des ökonomischen US-Debakels aus den Jahren 2007 und 2008. Will er mit seiner Prognose eine neue Runde der globalen Rezession provozieren?

 

Wie Soros sagt, ähnelt die augenblickliche wirtschaftliche Situation in China sehr deutlich den Verhältnissen, wie sie in den USA herrschten, bevor dann die Kreditmärkte »verkrampften« und die »Große Rezession« begann. Auf einem der Treffen der Asia Society in New York erklärte Soros am vergangenen Mittwoch, Chinas Zahlen für den März sollten als Warnsignal gewertet werden. Die neuen Kredite der zweitgrößten Wirtschaftsmacht dieses Planeten lagen bei umgerechnet 362 Milliarden US-Dollar und übertrafen damit die Werte einer Bloomberg-Erhebung, die sich im Bereich von 216 Milliarden US-Dollar bewegten.

Alles deute darauf hin, dass die chinesische Regierung das Wachstum über das Ziel stellt, die Schulden in Schranken zu halten. Soros sieht eindeutige Parallelen zu den USA und dem Kollaps vor beinahe zehn Jahren. »Das meiste Geld, das die Banken zur Verfügung stellen, wird benötigt, um uneinbringliche Forderungen zu bedienen und Verlust-Unternehmen am Leben zu erhalten.«

 

In der jüngsten Zeit hat sich George Soros in China bereits wiederholt unbeliebt gemacht. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos erklärte er sogar offiziell, gegen die asiatischen Währungen zu wetten, da eine harte Landung Chinas praktisch unvermeidlich sei. Der Superspekulant, der mit seinen Spekulationsgeschäften mittlerweile ein Vermögen von über 24 Milliarden US-Dollar angehäuft hat, machte seine Gewinne nicht nur einmal auch durch Spekulationen gegen Währungen.

 

Berühmt ist seine Wette gegen das Britische Pfund im Jahr 1992. Er setzte sich durch, machte damit ein Vermögen und galt seither als »der Mann, der die Bank von England sprengte«. Soros: ein geborener Spekulant, der in seiner Theorie Märkte und Menschen strikt trennt, um sich keinerlei moralischen Konflikten auszusetzen. Doch bekanntlich hat er ganze Volkswirtschaften in den Ruin getrieben und dabei wahrlich keine Rücksicht auf Menschen genommen.

 

Seine philanthropischen Unternehmungen haben sich ebenfalls häufig als groß angelegte Spekulationsgeschäfte erwiesen. Das Spiel mit der Welt und mit dem Geld liegt Soros im Blut, er kann nicht anders und scheint süchtig bis ins hohe Alter. Daher müssen seine Aussagen wohl immer vor diesem Hintergrund betrachtet und bewertet werden.

 

Was die asiatischen Währungen und die Soros-China-Politik angeht, dürfte dies nicht anders sein. Allerdings hat sein Wort so viel Gewicht, dass es schnell zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden kann. Und das macht jede seiner Aussagen gefährlich. Wenn Soros gewinnt, kann die Welt durchaus eine Menge verlieren.

 

Hinzu kommt bekanntlich das von ihm installierte riesige Open-Society-Netzwerk, das mittlerweile den Planeten umspannt und die Interessen von Soros durchzusetzen versteht. Nicht umsonst hat Wladimir Putin diese Institutionen in seinem Land verboten. China sieht sich ebenfalls bedroht, wobei die Regierung durch offizielle Statements versucht, gegenzusteuern und darauf zu verweisen, Soros habe bereits wiederholt ähnliche Andeutungen gemacht.

 

Allerdings seien seine Prognosen dann nicht eingetreten. Soros spricht seinerseits die gewisse Trägheit im System an: »Der meiste Schaden hat sich dann erst in späteren Jahren gezeigt. Es ist ein parabolischer Zyklus.« Auch andere blasen tüchtig in das Soros-Horn, was allerdings nicht allzu verwunderlich ist. Besorgt zeigte sich auch Andrew Colquhoun, Experte bei Fitch Ratings. Nicht umsonst wurde China herabgestuft, wobei aber das langfristige Rating Chinas für Staatspapiere in Fremdwährungen unverändert belassen wurde.

 

Doch sei die Sorge vor einer Ausbreitung des Schattenbankenwesens groß, überhaupt sei eine Krise nicht mehr einzudämmen. Nicht viel anders klingt Soros, der empfiehlt, »die Luft langsam herauszulassen«. Andere Fachleute halten dagegen und erklären, die Sorgen eines systemischen Risikos seien überzogen – das attestiert auch die HSBC Holdings PLC (Hongkong & Shanghai Banking Corporation Holdings PLC), einer der größten Bankenkonzerne der Welt mit Sitz in London.

 

Wie oft, weichen die Ansichten teils weit voneinander ab. Auf der einen Seite ist von einer »tickenden Zeitbombe« die Rede, auf der anderen Seite wird abgewiegelt. George Soros sprach sinngemäß bereits davon, der Verlust der alten Weltordnung führe in globales Chaos, wobei die internationale Gemeinschaft nicht mehr in der Lage sei, die Entwicklung wirklich grundlegend zu beeinflussen. Zur Zeit des Kalten Krieges sei die Welt eben einfacher strukturiert gewesen. Und seit dem 11. September 2001 hätten die USA ihre Vormachtstellung ohnehin verloren.

 

Vielleicht ist es nicht ganz unangebracht, sich bei allen aktuellen Aussagen auch daran zu erinnern, dass George Soros sich selbst wiederholt als Fachmann für gesellschaftliche Ungleichgewichte bezeichnet hat und in diesem Zusammenhang erklärte, in solchen Zeiten der Unruhe und Instabilität die größten persönlichen Profite gemacht zu haben.

 

Da würde es wohl nicht weiter verwundern, sollte Soros ein gewisses Interesse daran hegen, solche Zustände auch heute bei Bedarf künstlich hervorzurufen. Macht und Mittel dazu stehen ihm augenscheinlich zur Verfügung.

 

 

 

 

 

 


Wie das US-Machtkartell das Land der Mitte in die Zange nimmt und was dies für Deutschland bedeutet

China ist ein wirtschaftlicher Riese: Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt könnte die USA schon bald als führende Handelsnation ablösen. Sagenhafte 3,5 Billionen US-Dollar hält das Land der Mitte an Devisenreserven. Gäbe es China nicht, wären die USA längst pleite. Dadurch wird China zu einer potenziellen Bedrohung der künftigen US-Hegemonie.

Mehr...


 

.

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

China bereitet Goldalternative zum Dollar-System vor

F. William Engdahl

China hat als derzeitiger Vorsitzender der G20-Gruppe Nationen wie Frankreich aufgefordert, eine ganz besondere Konferenz in Paris zu organisieren. Die Tatsache, dass eine solche Konferenz gerade in einem OECD-Land stattfinden soll, ist ein Anzeichen dafür, wie schwach die Vormachtstellung des US-dominierten Dollar-Systems schon geworden ist.  mehr …

Jagd auf Technologie und Marken: Chinas Firmen im globalen Angriffsmodus

Markus Gärtner

Die Chinesen kommen. Sie kaufen in Europa und den USA derzeit so viele Firmen auf, dass die Volksrepublik im Ausland zehnmal so schnell wächst wie zu Hause. China investiert derzeit mehr in Firmen jenseits seiner Landesgrenzen, als ausländische Firmen in China investieren. So etwas hat es noch nie gegeben. Und so macht sich das Reich der Mitte  mehr …

Schock: Billionenlöcher in den Rentenkassen

Michael Brückner

In den Rentenkassen der OECD-Staaten dürfte in den kommenden Jahren eine addierte Lücke von über 70 Billionen Euro klaffen. Von den USA über Europa bis nach China – überall ticken höchstbrisante Zeitbomben. Was da auf uns zukommen könnte, ist weitaus beunruhigender als alle Finanzkrisen der vergangenen Jahre zusammengenommen.  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Video: »Wer die Grenzen des Landes aufgibt, gibt das ganze Land auf«

Redaktion

Gespräch mit Gerhard Wisnewski über seinen Bestseller verheimlicht, vertuscht, vergessen  mehr …

Sinnlose Kriege um Erdöl

F. William Engdahl

Seit den 1880er-Jahren haben westliche Geologen die unbewiesene Behauptung vorgebracht, Erdöl und Erdgas – Kohlenwasserstoffe – seien auf der Erde ein knappes Gut. Der Gedanke, neue Vorkommen ließen sich kaum finden und erschließen, scheint in Verbindung mit der Vorstellung der Erschöpfung bereits erschlossener Erdölfelder auf den ersten Blick  mehr …

So lügt und manipuliert Wikipedia, hier am Beispiel des Kopp Verlags

Redaktion

Dass Wikipedia keine seriöse und zitierfähige Quelle ist, hat sich in der Zwischenzeit weithin herumgesprochen. In welchem Maße bei Wikipedia aber gelogen, manipuliert und verfälscht wird, zeigen wir Ihnen hier am Beispiel des Wikipedia-Eintrags zum Kopp Verlag.  mehr …

Massenklonen: Künftig in jeder Fleischtheke völlig identische Fleischqualität

Edgar Gärtner

Das massenhafte Klonen von Rindern soll künftig in den Fleischtheken der Supermärkte für eine völlig identische Qualität sorgen. Diese Entwicklung scheint keinen zu stören. Dabei könnten Wissenschaftler schon jetzt auch Menschen klonen. Es ist eine reine Frage der Zeit, bis das in Asien auch als Marktnische angeboten wird.  mehr …

Werbung

Die einzige Weltmacht

»Ein Buch, das man lesen und ernst nehmen sollte.« Helmut Schmidt

Ende des 20. Jahrhunderts hat sich gezeigt, dass die Vereinigten Staaten von Amerika die einzige noch verbliebene Supermacht sind: Keine andere Nation besitzt eine vergleichbare militärische und ökonomische Macht oder verfolgt Interessen, die den ganzen Globus umfassen. Doch die entscheidende Frage in Bezug auf Amerika bleibt unbeantwortet: Welche globale Strategie sollten die USA verfolgen, um ihre Vormachtstellung in der Welt zu bewahren? Zbigniew Brzezinski geht in seinem enthüllenden Buch dieser Frage offensiv nach.

mehr ...

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Die Denkfabriken

US-Finanzoligarchen bilden eine internationale »Geheimregierung«

Eine wichtige Rolle bei der Manipulation der öffentlichen Meinung spielen die sogenannten Denkfabriken - oder Think Tanks, wie sie im Englischen heißen. Die meisten von Ihnen kennen vermutlich die wohlklingenden Namen: Council on Foreign Relations, Aspen Institute, Trilaterale Kommission, Bilderberger und German Marshall Fund. Dahinter stehen die führenden Vertreter der US-Finanz- und Wirtschaftsoligarchie: Soros, Rockefeller, Rothschild, Buffett, Gates. Und alles, was an der Wall Street Rang und Namen hat.

mehr ...

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Krieg um jeden Preis

Wer profitiert vom Krieg gegen den Terror?

Amerika hat sich seit dem 11.9.2001 an einen permanenten Kriegszustand gewöhnt. Nur ein kleiner Teil der Gesellschaft - darunter viele arme Jugendliche vom Land, die zur Armee gehen - kämpft und stirbt, während eine fest etablierte nationale Sicherheitselite zwischen hohen Posten in Staatsapparat, Auftragsfirmen, Denkfabriken und Fernsehstudios rotiert: Karrierechancen, mit denen es vorbei wäre, wenn die Vereinigen Staaten plötzlich im Frieden leben. Für einen Großteil Amerikas ist der Krieg nicht nur erträglich, sondern profitabel geworden, und daher gibt es keinen großen Anreiz mehr, ihn zu beenden.

mehr ...

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.